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Leute - Kärnten
SYMBOLFOTO © pixabay

Viele Fragen über Ausgangssperre und Kontaktrecht stehen im Raum.

Wie steht es um die Scheidungskinder in Zeiten von Corona?

Kärnten – Das Coronavirus und seine rasche Ausbreitung stellen uns als Gesellschaft vor besondere Herausforderungen. Vor allem bei getrennten Eltern und Scheidungskindern stehen viele Fragen im Raum. Es soll nun eine Klarstellung des Justizministeriums dazu geben. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft äußert sich ebenfalls zu dem Thema. 

 4 Minuten Lesezeit (506 Wörter)

Die Erfahrungen, der Kinder-, und Jugendanwaltschaften Österreich (KiJa), aus den letzten Tage zeigen, dass Eltern aufgrund längerer Kontaktsperren eine Entfremdung des Kindes befürchten, welche nachteilige Folgen auf die weitere Kontaktgestaltung hätte und Eltern zudem nicht wissen, wie die aktuellen Vorgaben mit ihrem gerichtlich geregelten Kontaktrecht vereinbar sind. Zu bedenken sei auch, dass jeder Streit zu Lasten der Kinder fällt. Die Kinder-, und Jugendanwaltschaften Österreichs appellieren dringend an die Eltern, in dieser Ausnahmesituation jegliche Meinungsverschiedenheiten hintanzustellen und im gemeinsamen Zusammenwirken die bestmögliche Lösung für das Kind zu finden.

Arbeiten, einkaufen aber kein Kinderbesuch?

Am 18. März 2020 hat das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz zum Thema Kontaktrecht folgenden Standpunkt publiziert: „Ein Kind darf den Haushalt des Elternteils, der es betreut, aufgrund der Verordnung des Gesundheitsministeriums nicht verlassen. Kontakte sollen nach Möglichkeit bis zum Außerkrafttreten der Verordnung (22.März 2020) nur mittels Telefons oder Skype (o.ä.) stattfinden“.

“Jedes Kind hat ein verfassungsgesetzlich-gewährleistetes Recht auf regelmäßige persönliche Beziehungen und direkte Kontakte zu beiden Elternteilen gem. Art. 2 (1) Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern“, meint dazu die KiJa Österreich. Ein absolutes Verbot direkter persönlicher Kontakte sei daher aus kinderrechtlicher Sicht nicht vertretbar und scheine nicht gerechtfertigt, insbesondere unter Berücksichtigung der weiterhin zulässigen Kontakte durch Einkäufe und erforderliche Berufstätigkeit.

UPDATE: Laut dem ORF gibt es nun eine Klarstellung seitens des Justizministeriums, das Kinder weiterhin beide Eltern besuchen sollen dürfen. Die Lösung solle auch wegen dem Druck der Anwaltschaften entstanden sein. Wichtig ist aber, dabei solle das Kindeswohl immer im Mittelpunkt stehen.

Was tun wenn die Eltern sich nicht einigen können?

Das Wohl des Kindes stehe, laut KiJa, in engem Zusammenhang mit dem Verhalten der Erwachsenen. Daher sei in allen Fällen umsichtiges Handeln der Erwachsenen und die Bereitschaft zu Kooperation gefragt. Aktuell sei es aus Sicht der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs dringend notwendig, jeden Einzelfall genau zu betrachten und die Möglichkeit für persönliche Kontakte bestehen zu lassen.

,,Sollte eine Einigung zwischen Elternteilen nicht möglich sein, sind klare Vorgaben erforderlich, um Kinder vor massiven Konflikten auf Elternebene zu schützen. Ist ein persönlicher Kontakt unter Berücksichtigung der Vorgaben der Bundesregierung nicht möglich, sind aus Sicht der KiJa jedenfalls ausgedehnte Telefonkontakte und optimalerweise Videotelefonie zu gewährleisten“, meint die KiJa dazu.

Wertschätzende Haltung im Miteinander

Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Pflegeeltern bzw. pädagogischen Fachkräften allein stelle laut KiJa schon oftmals alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Umso mehr komme gerade in diesen außerordentlichen Zeiten einer wertschätzenden Haltung und Kommunikation seitens aller Beteiligten ganz besondere Bedeutung zu.

Von den Auswirkungen der derzeitigen Situation auf das Kontaktrecht seien nicht nur Kinder von getrenntlebenden Eltern, sondern insbesondere auch Kinder in Krisen- und Pflegefamilien, sowie in sozialpädagogischen Einrichtungen betroffen. Erfahrungen sollen außerdem gezeigt haben, dass Krisen und Belastungssituationen vermehrt zu häuslicher Gewalt und somit zu Gewalt an Kindern führen. Hierfür sind Sensibilisierung und ausreichende Unterstützung für Familien sicherzustellen.

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