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Wirtschaft - Kärnten
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Kärntner Bodenleger vor dem finanziellen Ruin:

,,Wir wissen nicht, ob wir weiter arbeiten sollen“

Kärnten – Eine 5 Minuten Leserin meldetet sich heute verzweifelt zu Wort. Sie und ihr Mann besitzen eine Bodenleger-Firma und sie wissen derzeit nicht weiter. Hin- und her gerissen zwischen finanzieller Not und ethnischer Moral überlegen sie, ihren Betrieb, der seit 16. März still steht, wieder aufzunehmen. Unklare Regelungen in dem Bereich sollen die Situation zusätzlich erschweren.

 4 Minuten Lesezeit (509 Wörter) | Änderung am 25.03.2020 - 10.04 Uhr

Die 5 Minuten Leserin, die sich mit ihren Sorgen an uns wandte, fühlt sich im Stich gelassen und unverstanden. Die fehlenden, unklaren Regelungen seitens des Landes würden ihr dabei auch nicht weiterhelfen meint sie. ,,Auch gibt es von keiner Seite mal ein DANKE an die Handwerker, dass sie sich weiterhin der Gefahr aussetzten und weiterarbeiten“, bemerkt die Leserin traurig. Auch wir stellen fest, dass es großteils eher verwunderte Reaktionen, als überschwänglichen Dank von Lesern im Bezug auf Baustellen gibt.

,,Kein Verständnis weit und breit“

,,Mein Mann hat eine Bodenleger-Firma. Wir haben am 16. März dieses Jahres beschlossen den Betrieb zu schließen, zu unserem aber auch zum Schutz unserer Mitarbeiter. Wir hatten Aufträge, die wir jedoch verschoben haben. Wir konnten unsere Mitarbeiter leider nicht zur Kurzarbeit anmelden, weil wir dafür zu ,,klein“ sind“, schildert uns die 5 Minuten Leserin ihr Problem.

Als das Ehepaar mit der Bank ihres Vertrauens Rücksprache zu dem Thema hielt, sollen sie eine Abfuhr erhalten haben. ,,Ausstehende Zahlungen lassen ja jetzt leider auf sich warten. War auch nicht anders zu erwarten. Auch ich müsste meine Lieferanten bezahlen, bin aber auch gezwungen noch zu warten. Für das haben auch nur wenige Verständnis“, erzählt die Frau des Kleinunternehmens.

,,Wir sehen keinen anderen Ausweg mehr“

Das Ehepaar hatte die Regelungen bis jetzt so verstanden, dass nur noch unaufschiebbare Baustellen weiter bestehen dürfen. ,,Dem ist aber anscheinend doch nicht so, weil andere in der Branche ja auch noch brav weiter arbeiten. Es scheint keine klare Regelung zu geben, welche genau besagt, wer arbeiten soll oder darf. Es ist leider nur so eine halbe halbe Geschichte und nicht transparent“, erklärt die Frau gegenüber 5 Minuten.

,,Deshalb sind wir heute schon so weit, dass wir wahrscheinlich, wenn sich nichts an der Situation ändert, unsere Mitarbeiter wieder zurückholen und wieder arbeiten werden. Auch auf die Gefahr hin, dass sich einer anstecken könnte und die Firma dann sowieso steht“, sieht die Leserin keinen anderen Ausweg mehr. Sie selbst würde ebenfalls wieder mit anpacken: ,,Ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich unsere Arbeiter auf die Baustelle schicke und ich sitze daheim und bin der Ansteckungsgefahr weniger ausgesetzt“.

,,Die Unsicherheit steigt von Tag zu Tag“

Verunsicherung in der Bauwirtschaft gibt es laut LR Martin Gruber auf Grund der Abstandsregelungen und der üblichen vorgegebenen Fristen zur Fertigstellung von Bauvorhaben. „Ich habe die rechtliche Situation prüfen lassen. Ist ein Verzug in der Baufertigstellung daher ausschließlich auf die Covid-19-Pandemie bzw. die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung zurückzuführen, werden wir als Auftraggeber in Übereinstimmung mit den Vertragsgrundlagen keine Pönale von den Firmen einfordern“, erklärt Gruber in der heutigen Pressekonferenz zu dem Thema.

,,Die Unsicherheit steigt von Tag zu Tag. Wenn viele Firmen aus Geldnöten sich dazu gezwungen sehen, weiterzumachen und wenn es dann keine klaren Regeln und Lösungen gibt, wird sich die Ansteckungsgefahr wieder erhöhen. Ich weiß nicht, ob das der Sinn und Zweck der Sache ist“, meint die Leserin abschließend.

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