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Politik - Kärnten
LH Peter Kaiser infomiert mit LHStv. Beate Prettner und LR Martin Gruber die Kärntner Bevölkerung über die Videokonferenz mit der Bundesregierung und die weitere Vorgangsweise im Land.
LH Peter Kaiser infomiert mit LHStv. Beate Prettner und LR Martin Gruber die Kärntner Bevölkerung über die Videokonferenz mit der Bundesregierung und die weitere Vorgangsweise im Land. © LPD/Peter Just

LH Kaiser:

„95 Prozent der Kärntner halten sich vorbildhaft an Anweisungen“

Kärnten – Zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Ausbreitung des Coronavirus informierten Landeshauptmann Peter Kaiser, Gesundheitsreferentin LHStv.in Beate Prettner und Landesrat Martin Gruber heute, Dienstag, die Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz. Direkt zuvor absolvierte der Landeshauptmann die regelmäßig stattfindende Videokonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz, weiteren Mitgliedern der Bundesregierung und den restlichen Landeshauptleuten.

 7 Minuten Lesezeit (892 Wörter) | Änderung am 31.03.2020 - 19.34 Uhr

Kaiser gab eingangs einen Überblick über die momentanen Zahlen in Österreich und Kärnten. So seien mit Stand heute Nachmittag 9.851 Personen österreichweit mit dem Coronavirus infiziert, in Kärnten insgesamt 270. Dies entspreche einem Anteil von 2,74 Prozent. Kaiser betonte zudem, im österreichischen Vergleich werde in Kärnten relativ zur Bevölkerungszahl überdurchschnittlich viel getestet (6,8 Prozent aller Testungen).

Verschärfungen seien notwendig

Aus der Videokonferenz berichtete Kaiser, dass vor allem die drei kommenden Erlässe der Bundesregierung (Untersagung der touristischen Nutzung von Hotels mitsamt Campingplätzen – in Kärnten bereits umgesetzt, Mund-Nasen-Schutz in Supermärkten sowie die Verordnung zu Home-Office bzw. Freistellung für die Hochrisikogruppe) diskutiert und abgestimmt wurden. Die Verschärfung der Maßnahmen sei jedenfalls notwendig, um den Anstieg der Neuinfektionen weiter zu drosseln. „Die Maßnahmen sind notwendig, um in unserem Kampf gegen das Coronavirus die notwendigen Betten – vor allem im Intensivbereich – und Beatmungsgeräte zur Verfügung zu haben. Ich appelliere zum wiederholten Male, dass sich alle an die Anordnungen der Bundesregierung halten. Wenn Sie sich schützen, schützen Sie auch andere“, so Kaiser. 95 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner würden sich vorbildhaft an die Anweisungen halten, dankte der Landeshauptmann. In der Videokonferenz wurde – neben der Abstimmung der Erlässe – seitens der Länder darauf plädiert, bei den Visitenärzten eine österreichweit einheitliche Tarifabgeltung zustande zu bringen. Diese Anregung sei seitens der Bundesregierung positiv aufgenommen worden.

Lernpakete für Schüler

Kaiser berichtete zudem über wesentliche Weichenstellungen im Kärntner Bildungsbereich. Gemeinsam mit der Bildungsdirektion unter Bildungsdirektor Robert Klinglmair würden derzeit für die Primärstufe, also die Volksschulen, Lernpakete für die Schülerinnen und Schüler zusammengestellt, die nach Fertigstellung in allen Kärntner Gemeinden den Eltern ausgehändigt werden können. Ergänzend dazu würden gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Videos produziert, welche die Lehrkräfte sowie die Eltern in der Fernlehre bzw. bei der Betreuung zu Hause unterstützen sollen. Für die Sekundarstufe würden ebenso technologieunterstütze Lernpakete erstellt, erklärte der Landeshauptmann.

Schutzmasken-Nachschub

Gesundheitsreferentin LHStv.in Prettner berichtete unter anderem über den momentanen Stand bei den Corona-Patienten in den Krankenhäusern. So seien derzeit 20 Personen stationär aufgenommen und 12 Personen auf den Intensivstationen. 26 Personen gelten mit Stand heute, Dienstag, als genesen. Sie richtete ihren großen Dank an die 95 Prozent der Kärntnerinnen und Kärntner, die sich an die Maßnahmen der Bundesregierung halten würden. Die geringen Fallzahlen in Kärnten seien eine Folge aus dieser hohen Disziplin. Prettner betonte ebenso die Bemühungen, das Gesundheitspersonal aus allen Berufsgruppen mit entsprechender Schutzausrüstung wie Masken auszustatten.

Fokus auf Pflegeheime

„Der besondere Fokus liegt hier derzeit auf dem Gesundheitspersonal und dem Personal der Pflegeheime und der mobilen Pflege, das einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, damit wir über die notwendige Bettenkapazität verfügen. Die Kapazitäten sind aus heutiger Sicht vorhanden, sowohl für Corona-Patienten als auch für Akutpatienten mit anderen Erkrankungen“, so Prettner. Für einen entsprechenden Schutzmasken-Nachschub werde laufend gearbeitet, ebenso für Nachschub bei den Test-Kits. Prettner wies ebenso auf die eingerichtete Pflege-Hotline hin, die über das Bürgerservice des Landes abgewickelt wird. Es könnten ebenso Anträge für eine Hilfe in besonderen Lebenslagen bei der jeweiligen Gemeinde gestellt werden, informierte die Gesundheitsreferentin.

An Vorgaben halten

LR Martin Gruber richtete seinen Appell vor allem an jene Personen, die bis heute nicht den Ernst der Lage bezüglich des Coronavirus erkannt hätten. Alle Kärntnerinnen und Kärntner sollten sich ohne Ausnahme an die verordneten Maßnahmen halten. „Entweder wir halten uns jetzt alle an die Vorgaben oder wir müssen uns auf Bilder wie in Italien einstellen“, so Gruber. Auch die ältere Generation bat Gruber, sich nicht nach draußen zu begeben und sich bei Besorgungen helfen zu lassen.

Härtefallfonds nachbessern

Gruber sprach auch das Thema der Unterstützungen durch die öffentliche Hand für Unternehmen und Wirtschaftsbereiche, die derzeit am härtesten getroffen wurden, an. mit der Bundesregierung arbeite man daran, jene aufzufangen, die derzeit z.B. von Richtlinien des Härtefallfonds noch nicht umfasst sind. „Das betrifft unter anderem Nebenerwerbsbauern, teilweise auch Gärtnereien, Privatvermieter oder auch Start-ups, die heuer gegründet wurden“ sagte Gruber. In Richtung der Betroffenen betonte er auch: „Wenn diese Lücken nicht über die Bundesregierung geschlossen werden können, werden wir als Land Kärnten Ihnen zur Seite stehen.“

Lösung für Holz- und Forstwirtschaft

Für den Bereich der Landwirtschaft würde seitens der Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung daran gearbeitet, Umsatzrückgänge durch den Einsatz heimischer Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen zu kompensieren. „Der Schutzschirm der Bundesregierung ist groß und milliardenschwer“, so Gruber zur Unterstützung von Härtefällen. Diese sollen nicht im Regen stehen gelassen werden. Es seien aber zum Teil ganze Absatzmärkte weggebrochen und existenzbedrohende Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Hier gebe es entsprechende Verhandlungen im Regierungskollegium, um die Situation zu verbessern. Eine Lösung brauche es laut Gruber auch für die Holz- und Forstwirtschaft. Auch hier seien große Absatzmärkte wie z.B. Italien eingebrochen. Holz, das jetzt geschlägert wird, könne bald nicht mehr verkauft werden. Gleichzeitig bedrohe aber der Borkenkäfer die Waldbestände. „Wir brauchen hier so rasch wie möglich zusätzliche Nass- und Trockenlager“, so Gruber. Daran werde in der Landesregierung bereits gearbeitet.

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