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Wirtschaft - Kärnten
© Klaus Santner

Armut droht:

Regierung soll dringend Arbeitslosengeld erhöhen

Kärnten – Etwas mehr als 40.000 Kärntnerinnen und Kärntner sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen – „das sind um 67 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. So etwas hat es in der Zweiten Republik noch nicht gegeben“, warnt die Kärntner Sozialreferentin Beate Prettner vor einem explosionsartigen Anstieg der Armutsgefährdung.

 2 Minuten Lesezeit (339 Wörter)

 „Wie wir wissen, beträgt das Arbeitslosengeld in Österreich nur 55 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens. Das ist schon für eine kurze Zeitspanne schwer zu verkraften, zumal die monatlichen Fixkosten ja nicht weniger werden. Leider schauen die Chancen für eine schnelle Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt aber alles andere als rosig aus. Im Gegenteil“, sagt Prettner. Sie fordert daher eine „dringende und schnellstmögliche Anhebung des Arbeitslosengeldes auf zumindest 70 Prozent der Nettoersatzrate.“ Einen entsprechenden Tagesordnungspunkt hat sie bereits für die nächste Videokonferenz der Sozialreferenten mit Minister Anschober angemeldet.

Totalabsturz verhindern

„Ohne irgendwelche Aufrechnungen anstellen zu wollen, muss doch festgehalten werden: Derzeit werden 38 Milliarden Euro in die Wirtschaft gepumpt – das ist auch gut so. Aber nur rund 3 Milliarden fließen davon für die Arbeitnehmer. Und das ist nicht gut“, so Prettner. Sie ist überzeugt: „Ein höheres Arbeitslosengeld würde Menschen ohne Arbeit vor einem wirtschaftlichen Totalabsturz bewahren. Aber auch für die Gesamtwirtschaft würde das mehr Kaufkraft bedeuten und den wirtschaftlichen Einbruch abschwächen.“ Die Sozialreferentin gibt zudem zu bedenken: „Unternehmer bekommen aus dem Härtefonds 1000 Euro Ersatz ihres Unternehmerlohnes, was auch richtig ist. Dabei handelt es sich aber um Leistungen aus allgemeinen Steuermitteln. Diejenigen aber, die einen Arbeitslosenbezug haben, haben dafür auch einbezahlt. Es wäre also nur gerecht, wenn sie – so wie die Unternehmer aus dem Härtefonds – über das selbst Eingezahlte hinaus noch etwas dazubekommen“, fordert Prettner die Bundesregierung zu raschem Handeln auf.

Tourismus: Viele ohne Arbeit 

Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig betont: „Sobald die Krise abklingt, wird es notwendig sein, für aktive Arbeitsmarktpolitik ausreichend Mittel bereitzustellen. Nicht jeder, der heute seinen Job verliert, wird gleich wieder einen neuen finden.“ Da voraussichtlich nicht alle Branchen mit gleichem Tempo hochgefahren werden können, empfiehlt Schaunig eine Verlängerung der Kurzarbeit. „Derzeit ist die Corona-Kurzarbeit auf sechs Monate begrenzt. Im Tourismus beispielsweise wird die Erholung wohl länger dauern.“ Tatsächlich gibt es alleine in Kärnten im Tourismus einen Anstieg von 2774 Arbeitslosen im Februar auf 8248 im März.

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