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Wirtschaft - Kärnten
Stefanel am Alten Platz in Klagenfurt schließt bereits.
Stefanel am Alten Platz in Klagenfurt schließt bereits. © KK

Insolvenzwelle droht

Sorge um Mode-Betriebe: Es wird viel weniger Bekleidung gekauft

Kärnten – Den heimischen Modehandel haben die Schließungen im Zuge der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen besonders hart getroffen. Kurzarbeit hilft den Betrieben nur zum Teil, denn die Fixkosten in anderen Bereichen laufen weiter: Vor allem die enormen Kosten für den Wareneinsatz machen der Branche zu schaffen.

 3 Minuten Lesezeit (467 Wörter) | Änderung am 24.04.2020 - 11.31 Uhr

„Die Frühlingsware muss bezahlt werden und wurde ja zu einem Großteil bereits geliefert, ist aber in Kürze nur noch einen Bruchteil davon wert“, erklärt Hanns Stattmann, Obmann des Gremiums Handel mit Mode und Freizeitartikel, und führt aus: „Die Kauflust wird auch in den kommenden Monaten niedrig sein. Wenn es nicht angemessene Entschädigungen für das entwertete Warenlager gibt, werden die dramatischen Umsatzeinbrüche vielen Unternehmen das Genick brechen.“ Der Mode-, Schuh- und Sportartikelhandel schafft in Kärnten 4.700 Arbeitsplätze. Stattmann befürchtet: „Viele Jobs davon sind jetzt in Gefahr.

„Eine Insolvenzwelle im Bekleidungshandel ist unmittelbar zu erwarten“

Das bestätigt auch eine aktuelle österreichweite Studie des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung: Die Warenvorräte sind im Modehandel die größte Vermögensposition – mit 33 Prozent entsprechen sie exakt der durchschnittlichen Eigenkapitalquote der Branche. Berechne man nun ein Szenario, bei dem ein Modehändler Kurzarbeit anwendet und Teile des Warenlagers in den kommenden Wochen abverkaufen könne, so würde trotzdem alleine in der Frühjahr-/Sommersaison 2020 fast das gesamte Eigenkapital aufgebraucht, es sei „unmittelbar eine Insolvenzwelle im Bekleidungshandel zu erwarten“, so Studienautor Peter Voithofer in der Economica-Studie.

Mode im Entschädigungsmodell nicht berücksichtigt

Der Gremialobmann erläutert: „Die Studie geht wohlgemerkt von einem bis Februar 2020 profitablen Modehandelsunternehmen aus. Es geht hier um die Existenz gesunder Unternehmen, die durch die Corona-Krise und den Shutdown gefährdet sind.“ Aus diesem Grund seien die vorliegenden Regelungen des Hilfsfonds der Bundesregierung für die Branchenvertreter des Bekleidungs-, Schuh- und Sportartikelhandels zu wenig konkret und völlig unzureichend. „Wir haben jetzt schon die Ware für die gesamte Frühjahrs und Sommersaison im Haus, also für die nächsten knapp sechs Monate. Ein erheblicher Teil dieser Waren, die nun nicht verkauft werden können, muss daher zur Gänze abgewertet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Händler auch schon die Ware für den kommenden Herbst und Winter verbindlich bestellt haben, und dies unter einer viel optimistischeren Einschätzung der Kauflaune, eben ohne Krise.“  Er fordert eine angemessene Entschädigung für den Modehandel.

Modeshopping ist erlaubt

Ein Anliegen ist dem Branchenvertreter auch, dass die Kauflust wieder angeregt wird: „Mode ist ein emotionales Thema. In normalen Zeiten kommen die Leute gerne ins Geschäft, und kaufen sich schöne Dinge, weil sie damit gesehen werden wollen. Wenn sie nicht auf die Straße gehen oder sich Sorgen um den Arbeitsplatz machen, wird viel weniger Bekleidung gekauft. Das sehen wir im stationären Handel in den ersten Tagen nach der Wiedereröffnung der kleinen Geschäfte. Daher meine Bitte an die Kunden: Kaufen Sie, wann immer es Ihnen möglich ist, bei regionalen Händlern! In den Läden gibt es strenge Sicherheits- und Hygienemaßnahmen – das Shoppen ist also sicher!“

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