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Leute - Kärnten
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Anfragen vorrangig per Email:

Scheidungs-Boom? An­fragen bei An­wälten steigen massiv an

Kärnten – Langsam aber sicher werden die Ausgangsbeschränkungen für einige Ehepaare zur Herausforderung. Wie der Villacher Rechtsanwalt Hanno Stromberger und der Klagenfurter Rechtsanwalt Michael Wohlgemuth im Interview mit 5 Minuten bestätigen, gibt es derzeit einen Scheidungs-Boom in Kärnten. Die Nachfragen nach derartigen Beratungen steigen an. Vor allem per Email.

 3 Minuten Lesezeit (361 Wörter) | Änderung am 25.04.2020 - 17.18 Uhr

Seit nunmehr sechs Wochen gelten in Österreich  wegen dem Coronavirus die Ausgangsbeschränkungen. Doch nicht jeder kommt mit dieser Ausnahmesituation zurecht. Für viele Paare wird die ständige räumliche Nähe zum Problem. Während man vorher durch die Arbeit mehrere Stunden getrennt war, sind viele Pärchen jetzt rund um die Uhr zusammen.

Räumliche Nähe: Paare nerven sich

„Die Paare leben beziehungsweise arbeiten aktuell auf engstem Raum zusammen und lernen den Partner mit allen Stärken und Schwächen neu kennen“, erklärt uns Anwalt Michael Wohlgemuth von der Kanzlei Held Berdnik Astner & Partner aus Klagenfurt. Der Villacher Rechtsanwalt Hanno Stromberger macht derzeit ähnliche Erfahrungen: „Hinzu kommt, dass sie wenig bis gar keine Rückzugsmöglichkeiten haben. Vor allem Bereiche, die nicht funktionieren werden in der jetzigen Situation nur allzu transparent.“ Diese außergewöhnliche Situation führt zu Streitereien. Die Partner beginnen sich gegenseitig auf engstem Raum zu nerven. Bei beiden Anwaltskanzleien steigen die Anfragen bezüglich Beratungen zum Thema Scheidungen. Man kann es so vergleichen: „Die meisten Scheidungen passieren nach dem gemeinsamen Urlaub. Die Situation jetzt ist nicht viel anders“, so Wohlgemuth.

Nachfragen „massiv zugenommen“

Aktuell verbringe ich am Tag drei bis vier Stunden mit Scheidungsthemen“, erklärt uns Stromberger. Auch in Klagenfurt hat der Informationsbedarf zum Thema massiv zugenommen. „In unserer Kanzlei beschäftigen sich zurzeit vier Juristen ausschließlich mit Familienrecht“, so Wohlgemuth, „sie haben äußerst viel zu tun.“ Kurios ist: Viele Menschen melden sich via Email – das Telefonieren im selben Raum, der Partner ist ja auch zu Hause – ist nicht die beliebteste Anfrageform. Man greift also zu Emails.

Anfragen per Email – Beratungen via Videokonferenz

Stromberger weist darauf hin, dass Kanzleien vom Betretungsverbot ausgenommen sind. Hier gelten die Abstandsregelung sowie die Maskenpflicht. „Darüber hinaus sind persönliche Besprechungen durchaus möglich, wenn die Mandanten dies wünschen.“ Ansonsten ist eine Beratung auch per Videokonferenz möglich. In Klagenfurt handhabt man dies ähnlich. Wohlgemuth erklärt: „Nur absolut notwendige Beratungen werden in den Besprechungsräumen durchgeführt. Alles andere machen wir aufgrund der aktuellen Situation telefonisch oder per Videokonferenz.“

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