fbpx

Zum Thema:

29.05.2020 - 11:59Pizza am anderen Ende der Welt wird nach Kärntner benannt11.04.2020 - 12:34Der stärkste Mann Kärntens nutzt seinen Garten als Fitness Studio19.04.2019 - 09:16Diese coolen Hühner tanzen nach ihrer Pfeife22.08.2018 - 13:20Hoi-Weltrekord nun amtlich
Leute - Kärnten
Eine Hand voll Zukunft.
Eine Hand voll Zukunft. © KK

Martin Hoi als Hühnerpapa:

Starker Mann mit weichem Herz züchtet ge­fährdete Hühner­art

Kärnten – Den sogenannten Nackthalshühnern steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals. Sie stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen. In Österreich wird diese genetisch einzigartige und geschichtlich wertvolle Rasse nur mehr von einem Dutzend Züchtern erhalten. Martin Hoi aus Goggerwenig ist nicht nur der stärkste Mann Kärntens, sondern einer von jenen ambitionierten Züchtern, der seit mehr als 10 Jahren sich dieser gefährdeten Rasse angenommen hat.

 4 Minuten Lesezeit (519 Wörter)

,,Verdammt wir leben noch“, ist nicht nur der Titel eines bekannten Milva Songs, sondern es beschreibt auch die derzeitige Situation über die weltweite Arterhaltung der Nackthalshühner. Die Arche Austria hat daher das Nackthalshuhn, welches auf der Roten Liste der 40 gefährdeten Haustierrassen in Österreich steht, zum Nutztier des Jahres 2020 gewählt. Der stärkste Mann Kärntens und gebürtiger Klagenfurter, Martin Hoi, über den wir schon mehrmals berichtet haben, hat sich dieser Rasse angenommen.

Vorverurteilt und falsch eingeschätzt

 ,,Ich betreibe seit meinem 10 Lebensjahr eine Hobbygeflügelzucht, heute nach 35 Jahren Geflügelzucht kann ich sagen, dass die Faszination dieser Rasse vielleicht nicht sofort auffällt, aber bei genauer Betrachtung die Begeisterung wächst“, erzählt er.  Die Tiere sollen laut Hoi oft aufgrund von Unwissenheit ihrer Beobachter durch ihr Erscheinungsbild, als krank, hässlich, verletzt oder sogar anderen Vögeln wie Pute oder Geier zugeordnet werden, erzählt Hoi. Dabei handelt es sich bei dem unbefiederten Hals der Tiere um eine genetische Mutation, durch welche diese Rasse auch zu ihrem Namen gekommen ist.

ANZEIGE

Auf diesem Bild sind junge Exemplare der vom aussterben bedrohten Rasse zu sehen. - © KK

Gerade jetzt sollte man der Rasse eine Chance geben

“Gerade in Zeiten wie diesen, wo aktuell verstärkt über Regionalität und Nachhaltigkeit philosophiert wird, sollten wir dieser Rasse wieder eine Chance geben“, so Hoi Nur auf zwei für die Fleischproduktion heraus gezüchtete Rassen, von zwei internationalen Großzuchtbetrieben in Österreich zu setzen, kann nicht die Biodiversität fördern, meint Hoi. Er spricht hier von einer Sackgasse die möglicherweise in Zukunft uns vor neue Herausforderungen stellt, denn wenn Artenreichtum und genetische Vielfalt unwiederbringlich verloren gehen, ist der Weg für anfällige Monokulturen geebnet.

Seit mittlerweile zwei Jahren hat Hoi für sein ambitioniertes Projekt der Arterhaltung einen starken Partner gefunden. Der Alpen Wildpark Feld am See übernimmt immer wieder Nachzuchten seiner Nackthalshühner. Dadurch gibt Familie Scherzer ihren Besuchern die Möglichkeit sich an den außergewöhnlichen Hühnern zu erfreuen, die zur Zeit von Kaiser Franz Josef in beinahe jedem Garten zu sehen waren.

ANZEIGE
Hier sieht man Züchter Martin Hoi mit 5 kg Zuchthahn ,,Snowball“.

Hier sieht man Züchter Martin Hoi mit 5 kg Zuchthahn ,,Snowball“. - © KK

Schon Kaiser Franz Josef hatte Nackthalshühner

Das Nackthalshuhn wurde bereits erstmals im Jahr 1701 in einem Kupferstich, der eine Frau beim Füttern von Geflügel darstellt, abgebildet. 1875 wurden die ersten Tiere bei der Geflügelausstellung in Wien präsentiert. In der österreich-ungarischen Monarchie war diese Rasse weit verbreitet und zeigte sich großer Beliebtheit. Heute steht diese Rasse auf der Roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen, obwohl dieses Zwerghuhn  in Legeleistung und Fleischqualität hervorragende Ergebnisse erzielt. Die Tiere gibt es in acht anerkannten Farbschlägen, somit einer großen Vielfalt von Farben, sie haben eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber von Krankheiten, zeigen eine ausgeprägte Brut und Aufzuchtverhalten und sind, so der stolze Züchter Hoi, sehr wetterfest, auch gegenüber tiefen Temperaturen.

ANZEIGE
Diese Tiere liefen schon durch die Gärten von Kaiser Franz Josef.

Diese Tiere liefen schon durch die Gärten von Kaiser Franz Josef. - © KK

Kommentare laden
ANZEIGE