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Politik - Kärnten
Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer:
Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer: "Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass von Normalität noch lange keine Rede sein werde." © KK

30 Mio. Umsatzentgang nach dem Shut-Down:

„In vielen Be­reichen fehlt ein­fach noch die Kunden­fre­quenz“

Klagenfurt - Villach – Allein der Umsatzentgang des Kärntner Handels in der ersten Woche der Schließung wird auf mehr als 30 Mio. Euro geschätzt. „Verwaiste Innenstädte, leere Einkaufsstraßen – die Betriebe sind von hundert auf null heruntergebremst worden“, schildert Raimund Haberl, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, die Situation. Der Handel zählt damit zu den am stärksten von der Coronakrise betroffenen Branchen.

 4 Minuten Lesezeit (559 Wörter) | Änderung am 30.04.2020 - 18.24 Uhr

Von Normalität noch lange keine Rede

Mehr als 7.800 Handelsunternehmen sorgen in Kärnten für mehr als 42.000 Arbeitsplätze – vor der Coronakrise war Kärntens Handel hinsichtlich der Zahl der Betriebe und der Beschäftigten eine der stärksten Branchen des Landes. Nach der wochenlangen Schließung weiter Teile des Handels, um die Ausbreitung der Infektion einzudämmen, und Kurzarbeit für tausende MitarbeiterInnen steht nun die Wiedereröffnung bevor. Ab 2. Mai dürfen zwar wieder alle Geschäfte unabhängig von der Größe und Branche öffnen. Die vergangenen Wochen hätten allerdings gezeigt, dass von Normalität noch lange keine Rede sein werde. „Bilder von Menschenschlangen, wie es sie vereinzelt vor Baumärkten gegeben hat, spiegeln in keiner Weise die Gesamtsituation im Handel wider. In vielen Bereichen fehlt einfach noch die Kundenfrequenz und damit nach wie vor ein großer Teil der üblichen Umsätze“, warnt Haberl.

Sterben die Innenstädte?

Aktuelle Berechnungen diverser Institute zeigen deutlich, dass der Handel massiv von Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Krise betroffen ist. In Anbetracht dessen ist die Situation äußerst angespannt, auch wenn ab Samstag alle Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Wir sind froh, dass dieser weitere Schritt zum Neustart getan ist. Aber es ist zu befürchten, dass viele Handelsunternehmen dennoch dem Corona-Virus zum Opfer fallen und damit auch ganze Innenstädte mitsterben werden“, zeichnet Haberl ein drastisches Bild.

Zielgerichtete Unterstützung notwendig

Diese Situation werde in den Hilfspaketen des Staates trotz umfangreicher Hilfsmaßnahmen noch nicht ausreichend berücksichtigt. Haberl: „Es wurde – auch seitens der Wirtschaftskammer viel unternommen, um Betrieben zu helfen. Aber es wird noch viel mehr notwendig sein, damit halbwegs Normalität einkehren kann. Wir brauchen dringend Maßnahmen, die speziell auf die Anforderungen im Handel zugeschnitten sind. Nur so können unsere Unternehmen liquide bleiben. Andernfalls droht vielen Händlern und damit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein jähes Aus.“

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Klagenfurts Vzbgm. Wolfgang Germ: „Ähnliche Maßnahmen wie sie Villach setzt, seien ein erster wichtiger Schritt um Betriebe in Klagenfurt nach Wochen des Verdienstausfalles zu stützen.“

Klagenfurts Vzbgm. Wolfgang Germ: „Ähnliche Maßnahmen wie sie Villach setzt, seien ein erster wichtiger Schritt um Betriebe in Klagenfurt nach Wochen des Verdienstausfalles zu stützen.“ - © 5min.at

Klagenfurter Wirtschaft wartet weiter auf Hilfe

„Während in Villach heute bereits das zweite Corona-Hilfspaket im Gemeinderat beschlossen werden soll, lassen Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft in Klagenfurt noch immer auf sich warten“, zeigt Klagenfurts Vizebürgermeister Wolfgang Germ heute auf. „Es ist unverständlich, dass die Verantwortlichen der Stadt noch immer zuwarten. In Villach werden heute erneut Maßnahmen getroffen, warum passiert in der Landeshauptstadt nichts?“, fragt Germ. Auch in der gestrigen Sitzung des Klagenfurter Gemeinderates wurde erklärt: „Wer schnell hilft, hilft gut“. Umso fragwürdiger sei für Germ daher die Tatsache, dass die Stadt noch keine Schritte zur Unterstützung der Wirtschaft getätigt habe. „Ich erwarte vom Wirtschaftsreferat, dass Konzepte vorgelegt und rasch umgesetzt werden. Es geht um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Unternehmen, da muss jetzt schnell gehandelt werden“, sagt Germ.

Lob für Villacher Gutscheinsystem

„Ähnliche Maßnahmen wie sie Villach setzt, seien ein erster wichtiger Schritt um Betriebe in Klagenfurt nach Wochen des Verdienstausfalles zu stützen. Eine sehr gute Idee ist das Villacher Gutschein-System, das mit dem Stadtmarketing entwickelt wurde. So etwas würde ich mir auch für Klagenfurt wünschen, aber leider haben wir zurzeit kein ordentlich funktionierendes Stadtmarketing“, schließt der Vizebürgermeister.

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