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Aktuell - Kärnten
© LPD Wien

Kriminalitätsstatistik 2019

Mord, Drogen und Cybercrime: So kriminell war Kärnten 2019

Kärnten – In Kärnten wurden 2019 mehr Delikte zur Anzeige gebracht als im Vorjahr. Die Zunahme an Delikten ist vorwiegend auf den erhöhten Ermittlungsdruck im Bereich Suchtmittelkriminalität sowie auf eine Zunahme bei der Cyber-Kriminalität zurückzuführen. Zeitgleich konnte aber die Aufklärungsquote neuerlich gesteigert werden. Gesamtkriminalität. Die Zahl der Anzeigen ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 24.286 Anzeigen gestiegen. 

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Im Zehnjahresvergleich ist jedoch nach wie vor ein deutlicher Rückgang zu erkennen. 2010 wurden 29.845 Delikte zur Anzeige gebracht. Die Steigerungen sind vor allem auf die Zunahmen der Anzeigen bei Suchtmitteldelikten (plus 422 Anzeigen) und Cybercrime (plus 231 Anzeigen) sowie Internetbetrug (plus 120 Anzeigen) zurückzuführen.

Gewaltkriminalität steigt an

3.647 Gewaltdelikte wurden 2019 angezeigt, das ergibt ein Plus von 11,2 Prozent. Im Zehnjahresvergleich ist jedoch ein Rückgang von 3,7 Prozent zu erkennen. Bei 60,6 Prozent der begangenen Taten gab es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer (2.485 Täter-Opfer-Beziehungen). 2019 war, wie die Jahre zuvor, das Haupttatmittel die Stichwaffe. Sie kam bei 105 Delikten zum Einsatz. 2019 wurden vier vollendete Morddelikte erfasst, bei denen vier Frauen getötet wurden. 38 Anzeigen wegen Vergewaltigung wurden 2019 erstattet. Eine leichte Steigerung konnte im Bereich der Raubkriminalität dokumentiert werden.

Suchtmittelkriminalität: Heroin und Kokain werden mehr

Ein strategisches Ziel ist seit Jahren die verstärkte und konsequente Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität. Dies zeigt Wirkung. 2019 wurden 2.849 Delikte nach dem Suchtmittelgesetz zur Anzeige gebracht, ein Plus von 17,4 Prozent. Die Zahl der Suchtmitteltoten sank von 25 Toten im Jahr 2018 auf 16 Todesfälle im Jahr 2019.

Der Trend, sich im benachbarten Ländern mit illegalen Suchtgiften zu versorgen, ist nach wie vor ungebrochen hoch und trotz verstärkter Grenzkontrollen ist kein Rückgang zu verzeichnen. Bei Fahrzeugkontrollen wurden immer wieder geschmuggelte Suchtgifte sichergestellt. Die sogenannte Leitdroge ist nach wie vor Cannabis. Bedenklich erscheint der Umstand, wie auch bereits in den Jahren zuvor ersichtlich, dass Heroin und Kokain immer stärker auf den Markt drängen.

Weniger Einbrüche, höhere Aufklärungsquote

Ein merklicher Rückgang kann bei den Einbrüchen verzeichnet werden. Hier gibt es einen Rückgang von 11,2 Prozent. Der Diebstahl von Kfz ist 2019 mit 88 angezeigten Delikten zwar leicht gestiegen, langfristig aber dennoch rückläufig. Stark gesunken ist auch die Anzahl der Taschen- und Trickdiebstähle.

Die Aufklärungsquote ist 2019 um 0,3 Prozentpunkte auf 59,2 Prozent angestiegen. 16.816 tatverdächtige Personen wurden 2019 ausfindig gemacht und angezeigt, so viele wie noch nie zuvor. In den letzten zehn Jahren wurden 10,3 Prozent mehr Tatverdächtige ausgeforscht.

Cybercrime und Internetbetrug in Kärnten

Die Internetkriminalität ist 2019 gestiegen. 2010 wurden lediglich 29 Delikte registriert, 2019 waren es bereits 183 Straftaten, die unter Cybercrime fielen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Zunahme von 30,7 Prozent. 2019 wurden im Bereich des Internetbetrugs 801 Delikte angezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 17,6 Prozent.

Vor allem Erpressungsschreiben als Massenmails waren ein Phänomen in diesem Deliktsbereich. Bekannt sind die E-Mails auch als ,,Fake Emails“, bei denen ein Virus auf das Endgerät geladen wird oder eine Geldsumme abgebucht wird. Die Phänomene ändern sich ständig. Aufgrund der immer größeren Anzahl von Datenträgern (Smartphones, Tablets, Speichermedien) und damit auch größeren Datenmengen steigt zusätzlich auch der Arbeitsaufwand für die Bearbeitung der einzelnen Fälle.

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