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Wirtschaft - Villach
Villacher Immobilienprofis: Gernot Schick, Reinhard Fischer und Christian Nageler
Villacher Immobilienprofis: Gernot Schick, Reinhard Fischer und Christian Nageler © KK

Villachs Immobilienprofis mit klarem Statement:

Wie hart trifft Corona den Villacher Immobilienmarkt?

Villach – Welchen Schaden die Krise dem Immobiliensektor zugefügt hat, welche Folgen sich daraus ergeben, ob die Preise fallen und in welchen Bereichen künftig mit Änderungen zu rechnen ist, wissen drei erfahrene Immobilienfachleute aus Villach.

 8 Minuten Lesezeit (1012 Wörter) | Änderung am 13.05.2020 - 05.58 Uhr

Die Coronakrise hat überall mehr oder weniger markante Spuren hinterlassen. Die Wirtschaft ist eingebrochen, die tatsächlichen Auswirkungen werden sich den nächsten Monaten erst in vollem Ausmaß zeigen. Trotz allem hat sich in den vergangenen Wochen herauskristallisiert, welche Branchen zu den krisensicheren zählen. Ein Statement dreier Top-Makler aus Villach zeigt, dass der Immobilienmarkt eine davon ist.

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Reinhard Fischer, Fischer Immobilien: „Die 360° Besichtigung von Immobilien haben wir schon lange im Programm!“

Reinhard Fischer, Fischer Immobilien: „Die 360° Besichtigung von Immobilien haben wir schon lange im Programm!“ - © 5min.at

Umgang mit dem Shut Down

Christian Nageler, Geschäftsführer von Immobilien Nageler, erinnert sich: „Natürlich war es hart, weil plötzlich alle Termine und Kundenkontakte abgesagt wurden. Keiner wusste so recht, wie es weitergeht und was gerade passiert. Wir sind auf digitale Kommunikationswege umgestiegen und haben die Betreuung auf virtuellem Weg angeboten.“ Ähnliches kann auch das Immobilienbüro Fischer berichten. Geschäftsführer Reinhard Fischer und sein Team haben ebenfalls auf virtuelle Rundgänge gesetzt. „Die 360° Besichtigung haben wir ja schon lange im Programm – jetzt ist der Rundgang von den Kunden und Interessenten verstärkt angenommen worden und hat sich bestens bewährt“, bestätigt Fischer. Was sich im Büro von Immobilien Schick geändert hat, lässt Firmenchef Gernot Schick wissen: „Bei uns wurde ebenfalls auf E-Mail, telefonische Beratung, Videokonferenzen und soziale Medien gesetzt. Aber der persönliche Kundenkontakt, gerade in einer Branche wie der unseren, wo es um Vertrauen und viel Geld geht, ist auf Dauer nicht wegzudenken! Wir leben davon.“ Das Fazit ist einstimmig, dass es zwar möglich ist, sich kurzzeitig mit digitalen Mitteln gut zu behelfen, aber insgesamt ist man in seiner Arbeitsweise gehemmt. Ohne persönliche Termine ist die Immobranche nicht denkbar.

Kein Wertverfall bei Immobilien

Es gibt einen Trend, der erkennbar ist – und zwar dass die Krise Immobilien als Anlage wieder attraktiver gemacht hat. Die Nachfrage ist im Steigen begriffen. „Es gibt keinen Wertverfall bei den Immobilien, der Markt ist stabil“, sagt Christian Nageler von Immobilien Nageler. Sehen das die anderen beiden Immobilienexperten gleich? Ja, tatsächlich kann auch Reinhard Fischer von Fischer Immobilien bestätigen, dass es eine erhöhte Nachfrage nach Anlegerwohnungen gibt. Gernot Schick von Schick Immobilien beobachtet nebenbei auch noch eine andere Entwicklung, nämlich dass es aufgrund der Krisenzeit mehr „Trennnungs- und Scheidungsimmobilien“ gibt als zuvor. „Viele Paare haben die Ausgangssperre nicht unbeschadet überstanden. Die Parnterschaft oder Ehe hat der extremen Belastung nicht standgehalten und ist daran zerbrochen. Nun steht die Frage im Raum, was passiert mit der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus“, erläutert Schick.

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Christian Nageler von Nageler Immobilien: „Neubauwohnungen sind nach wie vor gefragt!“

Christian Nageler von Nageler Immobilien: „Neubauwohnungen sind nach wie vor gefragt!“ - © KK

Neubauwohnungen am absteigenden Ast?

Wenn man die kompetenten Immobilienexperten fragt, lautet die Antwort einheitlich „Nein“. Es gibt zwar dort und da Verzögerungen im Hinblick auf die Fortsetzung der Projektabwicklung – beispielsweise durch die stockende Finanzierung oder durch die angeordnete Unterbrechung der Arbeit unterschiedlicher Gewerke – aber insgesamt bleibt die Neuanschaffung einer Immobilie absolut ein Thema. „Man darf zwar nicht außer Acht lassen, dass die Arbeitsmarktsituation künftig entscheiden wird, wer noch investieren kann und wer nicht – aber aktuell ist die Nachfrage da“, bestätigen alle drei Experten. Die tatsächlichen Auswirkungen und Folgen werden sich auch hier erst in den nächsten Monaten konkret zeigen. „Es kann auch passieren, dass viele ihre Wohnung verkaufen werden, weil sie nicht mehr leistbar ist“, gibt Gernot Schick zu bedenken. Im Moment kann davon keinesfalls die Rede sein. „Grundsätzlich ist Bewegung am Immobilienmarkt immer gut, es wird sich zeigen, welche Objekte hineinfallen werden,“ sind sich die Geschäftsführer einig.

Werden Immobilien teurer oder droht ein Preisverfall?

Alle drei Immobilienfachleute sind sich einig: „Die Preise sind trotz Corona stabil geblieben. Eine extreme Kurve nach oben oder unten zeichnet sich nicht ab. Wir gehen davon aus, dass es keine gravierenden Preisschwankungen geben wird. Ein Preisverfall ist aus heutiger Sicht nicht erkennbar.“ Nachdem Niedrigzinsen und günstige Finanzierungskonditionen nach wie vor optimale Voraussetzungen für eine Investition in eine Immobilie darstellen, überlegen viele Kunden die Anschaffung von Haus oder Wohnung, weil es sich um eine stabile Wertanlage handelt. „Anlageimmobilien gewinnen immer mehr an Bedeutung„, ist Gernot Schick überzeugt.

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Gernot Schick, Schick Immobilien: „Der persönliche Kundenkontakt, gerade in einer Branche wie der unseren, wo es um Vertrauen und viel Geld geht, ist auf Dauer nicht wegzudenken! Wir leben davon!“

Gernot Schick, Schick Immobilien: „Der persönliche Kundenkontakt, gerade in einer Branche wie der unseren, wo es um Vertrauen und viel Geld geht, ist auf Dauer nicht wegzudenken! Wir leben davon!“ - © 5Minuten

Was ist den Kunden wichtig geworden?

„Mir ist aufgefallen, dass Kunden viel mehr als früher auf eine Grünfläche Wert legen“, bemerkt Gernot Schick von Schick Immobilien. Die Krise hat hier vermutlich auf das Verlangen nach ein wenig Natur und die Möglichkeit, zumindest ein paar Kräuter und Gemüse anzupflanzen, eingewirkt. Ansonsten wird im Hinblick auf die Arbeitssituation der städtische Bereich wieder interessanter für die Errichtung von Neubauwohnungen. Die Mobilität ist sicher ein Thema, das uns auch in der Zukunft beschäftigen wird.

Status bei Gewerbeimmobilien

Speziell dieser Sektor ist mit vielen Fragezeichen versehen. Wie geht es weiter im Gastro- und Hotelleriebereich, wie gut erholt sich der Handel – wer wird einen Aufschwung verzeichnen und wer wird es nicht schaffen? Die Experten bestätigen: „Hier eine Prognose abzugeben, ist schwierig. Eine konkrete Richtung wird man wohl auch erst gegen Ende des Jahres oder Anfang 2021 sehen. Sicher ist aber, dass sich gerade bei den Gewerbeobjekten einiges tun wird.“

Optimistisch in die Zukunft

Auch hier der erfreuliche Tenor aller drei Makler aus Villach: „Wir haben zwar einiges nachzuholen und viele Termine abzuarbeiten, damit wir die Lücke finanziell wieder schließen können. Aber die positive Grundeinstellung möchten wir nicht verlieren.“ Die Wirtschaft mit Schwung wieder anzutreiben, ist der Wunsch vieler Unternehmer. Ob es am Immobiliensektor einfacher sein wird…? „Wir sind zumindest in der glücklichen Lage, dass das Produkt ‚Immobilien‘ durch eine Krise nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird – daher ist diese Beständigkeit sicher ein kleiner Vorteil, den wir nützen können und werden“, so die Immobilienexperten. Abschließend kann gesagt werden, dass Immobilien wirklich wertvoll sind!

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