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Leute - Klagenfurt
© BodoThausing/Fotomontage/Pixabay

Wildökologe Horst Leitner

Rehkitzen wird erstmals mittels Drohne das Leben gerettet

Klagenfurt – Es passiert leider allzu oft: Ein Rehkitz wird im Feld übersehen und wird durch die Mähmaschine schwer verletzt oder kommt dadurch qualvoll zu Tode. Tierschützer, Landwirte und Jäger haben sich in Kärnten zusammengetan, um die Felder vor Mähbeginn zu durchsuchen und Kitze aus der Gefahrenzone zu bringen. Erstmals werden nun dafür Drohnen verwendet. Ein Klagenfurter nahm dafür Geld in die Hand.

 3 Minuten Lesezeit (435 Wörter) | Änderung am 25.05.2020 - 11.16 Uhr

Jedes Jahr fallen unzählige Rehkitze Mähwerken zum Opfer. In Österreich sind es in etwa 30.000 Kitze. Häufig müssen Landwirte wegen der Witterung kurzfristig planen und reagieren. Der Landwirt versucht zwar seine Felder vor dem Mähen abzugehen. Sind diese Flächen aber mehrere Hektar groß, werden Rehkitze leicht übersehen.

Heuer hilft eine Drohne mit

Der Klagenfurter Forstwirt und Wildökologe Horst Leitner  hilft dabei Rehkitze vor dem Mähtod zu retten und schaffte sich eine Drohne an. Heuer soll diese erstmals zum Einsatz kommen. „Wir werden im Jagdgebiet Klagenfurt Nord versuchen, mittels Drohne möglichst viele Rehkitze zu retten.“ Die Investitionskosten trägt er selbst und hofft, dass sich der Einsatz der Drohne bewähren wird. Der Klagenfurter Jäger erklärt gegenüber 5 Minuten, wie das Ganze funktionieren wird: „Die Drohne ist mit einer Infrarotkamera ausgestattet. Rehkitze sind wärmer als das Umfeld und werden daher farblich anders dargestellt. Wird ein Kitz entdeckt, rückt das Team aus, um es in Sicherheit zu bringen.“ Die Retter bringen das Kleine dann zum Beispiel in den geborgenen Wald. „In der Vergangenheit haben die Jäger in der Jagdgesellschaft Klagenfurt Nord auch schon Rehkitze gesucht. In letzter Zeit haben wir auch viel Unterstützung aus der Bevölkerung gefunden. Dennoch ist es nicht ganz einfach genügend Leute, für die doch recht anstrengende Suche nach Kitzen auf großen Flächen am frühen Morgen, zu finden. Wir hoffen, dass wir mit der Drohne noch mehr Flächen nach Kitzen absuchen können.“

Klagenfurter Suchtrupp mit Herz

Die Jägerschaft Klagenfurt Nord rettet schon seit über 25 Jahren Rehkitze aus den Wiesen kurz bevor diese abgemäht werden. Unterstützung gibt es aus der Bevölkerung: Gabi Eizenberger gründete die Initiative SOS Rehkitz – Raum Klagenfurt, Rettungsinitiative. „Jede helfende Hand, jedes denkende Hirn und jedes mitfühlende Herz wird gebraucht“, sagt Gabi Eizenberger. Es ist jeder herzlich willkommen, der ehrenamtlich – je nach verfügbarer Zeit – an den Suchaktionen teilnehmen möchte.

Anstrengende Suche im Gras

Falls du bei einer Suche dabei sein möchtest, solltest du dir im Klaren sein, dass es auch sehr anstrengend werden kann. Gesucht (und gemäht) wird nur bei schönem Wetter. Die Freiwilligen brechen bereits in den frühen Morgenstunden auf, um die Rehkitze zu retten. Wichtig ist, dass die geretteten Tiere nicht mit bloßen Händen angefasst oder gar gestreichelt werden, um ihren natürlichen Duft nicht zu beeinflussen. Sonst kümmert sich das Muttertier um ihr Kitz nicht mehr. 
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