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Leute - Klagenfurt
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Für alle Menschen benutzbar

Für mehr Respekt: Erste Unisex-Toilette an der Uni Klagenfurt

Klagenfurt – An der Universität Klagenfurt gibt es seit einiger Zeit "All Gender Toiletts", also WC-Anlagen, die von allen Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, benutzt werden können. "Die Toiletten geben Leuten, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen, Sicherheit und steigern auch das Selbstbewusstsein", meint Mitch (selbst Transgender).

 3 Minuten Lesezeit (435 Wörter) | Änderung am 27.05.2020 - 17.52 Uhr

„Die All Gender Toilette ist ein tolle Sache für Menschen, die sich zum Beispiel im eigenen Körper nicht wohlfühlen und Angst haben, auf ein anderes WC zu gehen und sich vor Zurückweisung und Diskriminierung fürchten“, erzählt uns Mitch, selbst Transgender. Über seinen Weg zu sich und seinem Körper zu stehen, haben wir bereits berichtet. „Für diese Menschen ist es eine tolle Möglichkeit auf die Toilette gehen zu können, ohne sich outen zu müssen. So hat jeder die Chance sich die Identität selbst auszusuchen. Jeder kann selbst entscheiden und wird nicht in die Schublade ‚Mann‘ oder ‚Frau‘ gesteckt“, findet Mitch.

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Mitch ist Transgender und hat sich für ein Leben als Mann entschieden.

Mitch ist Transgender und hat sich für ein Leben als Mann entschieden. - © KK

Für mehr Offenheit

„Es ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, ist sich Mitch sicher. Eine Klagenfurter Studentin schildert uns vor Ort ihre Meinung zu dem neuen All Gender Toiletten: „Ich finde es total super. Für Betroffene ist es sicher nicht so einfach, sich für die ‚Männer-‘ oder ‚Frauentoilette‘ zu entscheiden. Es ist also toll, in der Hinsicht auch einen neutralen Ort zu haben.“

Für alle benutzbar

„Am Anfang braucht es sicher mehr Zeit, bis sich alle Personen daran gewöhnt haben, auf diese Toilette zu gehen. Aber wenn es dann mehrere Menschen gibt, die dort hingehen, unabhängig davon, ob sie Transgender sind oder nicht, dann ist es eine gute Möglichkeit, damit sich Personen nicht outen müssen“, ist sich Mitch sicher. Doch diese WC-Anlagen können auch negative Aspekte haben. „Wenn dort jetzt wirklich nur Transgender oder Nonbinary-Personen (Anm.: Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen) hineingehen kann es eben passieren, dass diese wieder von anderen ausgrenzt werden, weil ja klar ersichtlich ist, dass sie anders sind als die anderen“, meint Mitch.

„Ich wurde schon aus Toiletten geworfen“

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Toiletten-Situation, also Mann oder Frau, einen sehr unter Druck setzt. Besonders wenn man Transgender oder Nonbinary ist, weil man dann nicht weiß auf welches Klo man gehen soll. Vor allem, wenn man mit der Transition begonnen hat, da man dann auch sehr auffällt und nicht weiß, wohin man gehen soll, weil man eigentlich in beiden Toiletten komisch angesehen wird“, sagt Mitch. „Mir ist es schon passiert, dass ich aus beiden Toiletten geworfen wurde. Diese Toiletten sind daher eine Chance für Menschen, die sich nicht zu einem bestimmten Geschlecht zugeordnet fühlen, das gibt ihnen Sicherheit und steigert auch das Selbstbewusstsein.“

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