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© Paul Gruber

Am 1. Juni

Weltmilchtag: Auf Kärntens Milchbauern ist Verlass!

Kärnten – Versorgungssicherheit mit heimischer Milch gegeben. Eigenmarkenpolitik des Handels bringt die Milchwirtschaft aber zusehends unter Druck.

 3 Minuten Lesezeit (394 Wörter) | Änderung am 29.05.2020 - 16.53 Uhr

„Unsere Milchbauern haben gezeigt, dass sie die Versorgung der Bevölkerung in Krisenzeiten sicherstellen können. Ich sehe diese Versorgungssicherheit langfristig aber gefährdet!“, warnt Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler anlässlich des Weltmilchtages am 1. Juni. Denn der Strukturwandel in der heimischen Milchwirtschaft schreitet fort: in Kärnten sperren pro Jahr im Durchschnitt rund 50 Milchbauern ihre Stalltür für immer zu, was einen Rückgang von ca. 3% pro Jahr bedeutet. Die produzierte Milchmenge bleibt zwar stabil, die Sicherung der Versorgung wird somit aber auf immer weniger Betriebe aufgeteilt.

Ausländische Rohstoffe in Eigenmarken

„Für diese Entwicklung trägt der Lebensmitteleinzelhandel eine Mitverantwortung!“, kritisiert Mößler in diesem Zusammenhang vor allem die Eigenmarkenpolitik des Handels. Diese erlaubt es den Handelsketten, massiv Druck auf die heimische Milchwirtschaft auszuüben, weshalb der Anteil der Bauernpreise an den Verbraucherpreisen in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. Bei Trinkmilch bekommt der Bauer nur noch 30% vom Konsumentenpreis, im Jahr 2013 waren es noch 34%. Für die Milchbauern wird es dadurch immer schwieriger, ihre steigenden Produktionskosten zu decken!

Darüber hinaus machen Eigenmarken des Handels die heimischen Milchlieferanten austauschbar. In vielen dieser Marken in der Hand des Lebensmittelhandels verstecken sich bereits jetzt ausländische Rohstoffe. Während Kärntens Milchviehbetriebe in den letzten Wochen gezwungen waren, ihre Produktion zu reduzieren oder Preisabschläge hinzunehmen, haben Teile des Lebensmittelhandels in der Krise massiv auf diese Eigenmarkenprodukte gesetzt. „Es kann nicht sein, dass heimische Milchbauern auf ihrer Milch sitzen bleiben, während sich in Eigenmarkenprodukten Milch aus Dänemark, Tschechien oder sonst wo her versteckt. Nicht gentechnikfrei und mit einem großen CO2-Rucksack am Buckel“, betont Mößler. Scharf kritisiert der LK-Präsident den Marktführer SPAR, der in den vergangenen Tagen aggressiv Werbung mit Eigenmarken-Butter nicht-österreichischer Herkunft gemacht hat: „Im Kampf um Marktanteile spielt die Herkunft anscheinend keine Rolle mehr. Das tut den Kärntner Milchbauern weh und gefährdet langfristig die Versorgungssicherheit!“

Herkunft zentrales Kaufargument

Die Konsumenten sieht die Landwirtschaftskammer auf der Seite der Milchbauern. Seit der Corona-Krise spielt Regionalität für die Konsumenten eine noch größere Rolle bei der Kaufentscheidung als bisher. Gerade Eigenmarkenprodukte machen es den Konsumenten aber nicht immer leicht, die Herkunft der Rohstoffe auf den ersten Blick zu erkennen. Mößler appelliert daher an den Handel, ausländische Rohstoffe aus den Milchprodukten der Eigenmarken zu verbannen und auf heimische Herkunft zu setzen.

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