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Politik - Kärnten
© pixabay.com

"Ungerechtigkeit muss beendet werden":

Kärntens Politiker fordern einheitlichen Netztarif

Kärnten – Aus einem Bericht des Kärntner Landesrechnungshofes geht hervor, dass der Stromnetzbetreiber Kärnten Netz GmbH im Österreichvergleich die mit Abstand höchsten Tarife verlangt. Kärntens Politik fordert einheitliche Tarife. 

 4 Minuten Lesezeit (517 Wörter) | Änderung am 02.06.2020 - 17.38 Uhr

Die Zersiedelung Kärntens ist der Grund, weswegen die Kärntner beim Strom den mit Abstand höchsten Netztarif in Österreich zahlen müssen. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des Landesrechnungshofes hervor. Ein rasch wirksames Mittel gegen die hohen Kosten wäre ein bundesweit einheitlicher Netztarif, so der Landesrechnungshof. „Die Bundesregierung ist gefordert, die Benachteiligung der Kärntner Bevölkerung endlich, wie vonseiten der SPÖ-Kärnten bereits gefordert, zu beenden, indem sie der E-Control vorschreibt, bei der Berechnung der jeweiligen Netztarife der Energieanbieter in den Bundesländern auch Strukturnachteile zu berücksichtigen“, fordert SPÖ Kärnten Landesgeschäftsführer Andreas Sucher. Unterstützung erwartet sich Sucher auch seitens der ÖVP-Kärnten. Sie solle unverzüglich das hoffentlich gemeinsame Anliegen zur Beendigung der Benachteiligung Kärntens bei Sebastian Kurz und Co unterstützen.

„Kärntner zahlen durchschnittlich 730 bis 959 Euro im Jahr“

„Die Kärntnerinnen und Kärntner zahlen die am höchsten festgelegten Netzkosten, die in weiterer Folge hohe Energiekosten nach sich ziehen. Diese Ungerechtigkeit muss beendet werden,“ nimmt Sucher Bundesministerin Elisabeth Köstinger, die vormalige Verantwortliche und Bundesministerin Gewessler in deren Ressortverantwortung die E-Control aktuell fällt, in die Pflicht. Ein Kärntner Durchschnittshaushalt zahle für Strom (laut Berechnung September 2019) 730 bis 959 Euro im Jahr, gut ein Drittel davon (35,7 %) mache der Netztarif aus. Das Kärntner Netz habe die geringste Anzahl an Zählpunkten pro Trafostation, Tirol habe rund ein Drittel mehr, der Netztarif sei um ein Drittel günstiger.

„Wirtschaft in Tälern und Gemeinden muss ermöglicht werden“

„Wir erhalten mit den hohen Kosten die Rechnung für ein jahrzehntelanges Verhindern von Wirtschaft im ländlichen Raum. Kärnten ist mehr als nur Klagenfurt und Villach. Unser Auftrag: Wir müssen Wirtschaft in den Tälern und Gemeinden ermöglichen. Mehr Unternehmen, mehr Stromabnehmer ergeben geringere Kosten für den Einzelnen – alle profitieren“, äußert sich ÖVP-Energiesprecher Christian Benger zum Bericht des Landesrechnungshofes zum Stromnetztarif in Kärnten.

„Benachteiligung muss beendet werden“

Auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer fordert die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über einen bundesweit einheitlichen Tarif: „Fakt ist, dass gerade die Bevölkerung in Kärnten, die ohnehin unter einer sehr geringen Kaufkraft und geringen Löhnen leidet, mit den höchsten Netztarifen aller Bundesland belastet ist. Trotz vieler Wahlversprechen der SPÖ in Richtung billigerer Strom ist bis jetzt leider nichts passiert. Im Gegenteil, die Stromkosten sind in den vergangenen Monaten nochmals angehoben worden.“ Köfer verlangt, die Benachteiligung der Kärntner Stromkunden endlich zu beenden und einen österreichweiten Tarif auszuhandeln. Ziel müsse es laut Köfer sein, dass noch heuer die krasse finanzielle Benachteiligung der Kärntner Stromverbraucher aufgehoben wird.

Dringender Handlungsbedarf

„Der Landesrechnungshof bestätigt, dass Kärnten österreichweit die höchsten Strompreise hat. Es ist unhaltbar, dass die Kärntner Konsumenten mit ihren hohen Stromkosten unverhältnismäßig für den Ausbau alternativer Energien außerhalb Kärntens zur Kasse gebeten werden. Hier hat die SPÖ-ÖVP-Landesregierung dringenden Handlungsbedarf und muss gemeinsam mit dem Bund alles unternehmen, damit die Kärntner Bevölkerung nicht benachteiligt wird“, fordert FPÖ-Chef Gernot Darmann.

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