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Wirtschaft - Kärnten
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WK-Mitarbeiter seien ,,am Limit''

WK-Betriebsrat Wolf: „Bashing der Mitarbeiter macht mich wütend!“

Kärnten – Die Krise stellt auch die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Kärnten vor neue Herausforderungen: In Windeseile wurden für den Hilfseinsatz neue Teams geschaffen und die ganze Schlagkraft auf die Coronakrise ausgerichtet. Der WK-Betriebsratsobmann Kurt Wolf äußert sich in einem Brief über den, ''nicht immer schönen'', Arbeitsalltag der WK-Mitarbeiter.

 6 Minuten Lesezeit (760 Wörter) | Änderung am 02.06.2020 - 23.12 Uhr

Das öffentliche Leben und weite Bereiche der Wirtschaft stehen nahezu still. Kein regionaler Sonderfall, denn in allen europäischen Ländern gehen die Rollläden herunter. Das Coronavirus SARS CoVID-2 hat zu einem beispiellosen Lockdown geführt, Unternehmen mussten schließen und waren von einem auf den anderen Tag in ihrer Existenz bedroht. Exportmärkte brechen weg, Warenwege werden durch Grenzschließungen erschwert, Lieferketten reißen ab, dies schreibt Wolf in einem öffentlichen Schreiben.

Mitarbeiter bewältigen enorme Anfragenflut

Binnen weniger Tage sollen sich die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer mit dem Ausnahmezustand arrangiert haben. Eine eigene Corona-Telefonhotline wurde schon im Februar eingerichtet, die bereits gleich mehr als ausgelastet gewesen sein soll und auch digitale Postfächer sollen übergequollen sein: Bis heute haben die Serviceteams, die Fachgruppen- und Spartenmitarbeiter mehr als 180.000 Unternehmeranfragen per E-Mail und Telefon beantwortet, schildert Wolf in seinem Brief.

„Wir haben stichprobenartig nachgefragt: 65 Prozent der Befragten sind mit unserer Arbeit in der Coronakrise sehr zufrieden und sehen unsere Beratung als wertvoll und unterstützend an“, zieht WK-Betriebsratsobmann Kurt Wolf eine positive Zwischenbilanz. Das Ergebnis sei jedoch etwas verwässert, denn viele Kritikpunkte der Unzufriedenen nicht in der Verantwortung der Wirtschaftskammer lägen.

Mit voller Kraft für die Mitglieder

Außerordentlich flexibel hätten die WK-Mitarbeiter auf die Situation reagiert und auch aus dem Homeoffice im Dienst der Unternehmen gearbeitet. „Die Änderungen durch die Coronakrise kamen so blitzartig, dass wir in der Kürze der Zeit gar nicht jeden Mitarbeiter mit Handy oder Laptop ausstatten konnten. Viele haben wie selbstverständlich ihre private Infrastruktur genutzt, um für die Sorgen und Probleme unserer Unternehmen da zu sein.“ Phasenweise sollen mehr als 80 Mitarbeiter mit der Abwicklung des Fonds beschäftigt gewesen sein und haben in den vergangenen Wochen mehr als 14 Millionen Euro an rund 14.000 Unternehmen in Kärnten zur Auszahlung gebracht.

Das nötige Know-how, um den Kärntner Unternehmern in der Krise bestmöglich beistehen zu können, sollen sich die Mitarbeiter in unzähligen internen Schulungen angeeignet haben, mit jeder Änderung der Richtlinien aufs Neue. Dabei sollen Arbeitszeiten und Wochentage nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. „Teilzeitkräfte haben in Vollzeit gearbeitet und das auch am Wochenende, um den Unternehmern in Kärnten beinahe rund um die Uhr helfen zu können“, fasst Wolf zusammen.

Wolf auf Seite der Mitarbeiter

Trotzdem soll die Wirtschaftskammer auch für die Abwicklung des Härtefallfonds im Auftrag der Republik Österreich immer wieder teils untergriffige Kritik ernten. „Ich wehre mich massiv gegen die Profilierungsversuche von Politikern und Medien auf dem Rücken unserer Mitarbeiter. Wir haben die Abwicklung des Härtefallfonds übernommen, weil wir uns den Unternehmen und dem Land verpflichtet fühlen. Wir stehen auf der Seite unserer Mitgliedsbetriebe und haben in den Beratungen immer das mögliche Maximum für sie herausgeholt“, reagiert Betriebsrat Wolf mit Unverständnis auf die Unterstellungen.

Wolf stellt sich schützend vor die Arbeit seiner Kolleginnen und Kollegen: „Das Bashing unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter macht mich wütend. Wir sehen unsere Arbeit beim Härtefallfonds als Dienst an der Republik, den wir freiwillig und unentgeltlich angeboten haben, um zu helfen. Wenn nun Schnüffelvorwürfe oder Anträge auf Überprüfung unserer Arbeit durch den Rechnungshof kommen, dann halte ich das für völlig unangebracht“.

Persönliche Belastung

Oftmals sollen die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer aber auch an ihre Grenzen oder darüber hinaus gegangen sein. In vielen Gesprächen mit Unternehmern sollen auch durch die Coronakrise verursachte, teils gravierende persönliche Probleme eine Rolle gespielt haben. „Mir tut es im Herzen weh, dass unsere Unternehmer so extrem unter der Krise leiden müssen. Wir stehen mit vielen unserer Mitglieder schon seit Jahren in regelmäßigem Kontakt und haben oft eine persönliche Beziehung zu ihnen aufgebaut. Deshalb ist es auch allen Kollegen ein besonderes Bedürfnis, in einer solchen Situation für die Unternehmer da zu sein“, unterstreicht Wolf die leidenschaftliche Loyalität zu den Betrieben im Land.

„Für mich ist es wichtig, dass wir in der Zukunft unseren Schwerpunkt auf Investitionen in unser menschliches Kapital legen. Wir haben gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, mit engem persönlichen Kontakten zu unseren Mitgliedern. Das macht uns stark und hat uns enorm geholfen, die Krise bis jetzt so gut zu meistern. Diese Schlagkraft müssen wir langfristig erhalten und nach Möglichkeit ausbauen. Damit stärken wir unsere Kernkompetenz, nämlich allumfassend für die Unternehmerinnen und Unternehmer in Kärnten da zu sein, und unseren Nutzen für jedes einzelne Mitglied“, wünscht sich Betriebsratsobmann Wolf für die zukünftige Strategie der Kammer.

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