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Leute - Kärnten
SYMBOLFOTO © pixabay

Aufgrund der Covid-19 Maßnahmen:

„Ich durfte mich von Oma und Opa nicht ver­ab­schieden“

Kärnten – Geliebte Menschen zu verlieren ist ohnehin schon schwer genug. So auch für unsere 5 Minuten Leserin. In den letzten Monaten verstarben ihre Schwiegeroma und ihr Opa. Durch die Covid-19 Maßnahmen entstanden für die Trauernde zusätzliche Belastungen. "Die Familie konnte sich nicht mehr verabschieden", berichtet sie im Gespräch mit 5 Minuten. 

 3 Minuten Lesezeit (369 Wörter)
„Unrealistisch“ sei die Situation zurzeit für unsere 37-jährige „5 Minuten“-Leserin aus dem Bezirk Völkermarkt. Innerhalb weniger Wochen hat sie ihre 77-jährige Schwiegeroma aus dem Bezirk Völkermarkt und ihren 87-jährigen Opa aus dem Bezirk Klagenfurt Land verloren. „Man hat die Menschen lange nicht gesehen und auf einmal sind sie weg, einfach weg!“ Beide Pensionisten waren zuvor in Pflegeheimen untergebracht gewesen. Besuche waren aufgrund der Covid-19 Maßnahmen erst gar nicht, dann nur sehr eingeschränkt für die Familie möglich.

„Nicht, wie es sein sollte“

Die Schwiegeroma befand sich erst wenige Tage im Pflegeheim, als sie aufgrund eines Infekts ins Klinikum eingeliefert werden musste. „Innerhalb von zwei Tagen hieß es, ihr gehe es sehr schlecht“, erinnert sich die 37-Jährige. Die Pensionistin verstarb am 20. April an Multiorganversagen. „Ihre Kinder durften noch zu ihr hinein, um sich zu verabschieden.“ Die restliche Familie musste draußen bleiben. Auch die Beisetzung fand nur im engsten Familienkreis statt. „Nicht so, wie es sein sollte“, so die Leserin.

Zweiter Schicksalsschlag folgte

Nur wenig später folgte der zweite Schicksalsschlag. Auch dem, an Demenz erkrankten Opa der Leserin ging es schlechter. Seit März hatte die 37-jährige Völkermarkterin ihn nicht mehr gesehen. „Er kämpfte seit Dezember 2019“, erzählt sie uns. Bereits mehrere Krankenhausaufenthalte lagen hinter dem Mann. Auch zwei Tage vor seinem Tod ging es ins Krankenhaus und wieder retour ins Heim. „Meine Oma und meine Mutter waren einen Tag vorher noch bei ihm. Auch ich habe Tags darauf einen Besuchstermin vereinbart“, berichtet sie uns. „Es war der erste und letzte Besuch seit langem, aber er hat nochmal hergeschaut und wollte mir etwas sagen. Es ging nur nicht mehr…“ Erst als er eingeschlafen war, durfte die Familie zu dem Pensionisten, um sich zu verabschieden.

Dieses ‚Einfach weg‘ ist nur schwer zu ertragen

Die Leserin weiß: „In dem Alter muss man damit jeden Tag rechnen.“ Aber dieses ‚Einfach weg‘ sei nur schwer zu ertragen. Besonders schlimm: Beide, Schwiegeroma und Opa, haben nur wenige Wochen zuvor noch Geburtstag gefeiert. „Oma musste im April ihren 80. Geburtstag alleine feiern“, so die 37-Jährige. Dem Opa habe das Pflegepersonal die Geburtstagskarte vorgelesen, während Mutter und Oma beim Terrassenfenster hineingeschaut haben.

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