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Alle Plätze im Gerichtssaal sind vergeben.
Alle Plätze im Gerichtssaal sind vergeben. © Gailtal Journal

Tatverdächtiger plädiert auf "nicht schuldig"

Mord an Schwangerer: Erster Prozesstag ist beendet

Klagenfurt – Am heutigen Donnerstag und am morgigen Freitag findet der Prozess gegen einen 36-jährigen Kärntner statt. Er steht unter Verdacht, im August letzten Jahres seine schwangere Geliebte umgebracht zu haben. Der Angeklagte bekannte sich vor den Geschworenen als "nicht schuldig". Der heutige erste Prozesstag ist mittlerweile beendet. 

 3 Minuten Lesezeit (378 Wörter) | Änderung am 19.06.2020 - 08.03 Uhr

Gegen 9 Uhr startete heute, 18 Juni, die Strafverhandlung gegen den 36-jährigen Tatverdächtigen. Ihm wird zur Last gelegt, seine schwangere Geliebte im August des vergangenen Jahres umgebracht zu haben. Er soll auf sie eingeschlagen und ihr tödliche Verletzungen an Kopf und Brust zugefügt haben. Anschließend soll er das Opfer in die Badewanne gezerrt haben, um Spuren zu beseitigen. Der Angeklagte befindet sich seit August 2019 deshalb in Untersuchungshaft. Verteidigt wird der Kärntner von den Anwälten Manfred Arbacher-Stöger und Christine Lanschützer. Zum Richter wurde Dr. Christian Liebhauser-Karl bestimmt. Der Tatverdächtige hat zu Beginn der Verhandlung auf „nicht schuldig“ plädiert.

Indizien gegen den Angeklagten

Im Zuge des heutigen Prozesses hat Staatsanwältin Tanja Wohlgemuth erläutert, dass der Angeklagte bereits vor dem Mordopfer eine Affäre mit einer Kollegin gehabt habe. Auch diese Geliebte sei schwanger geworden. Wie Medien berichteten, soll der Verdächtige auch der Kollegin daraufhin schwer gedroht haben.

Dem Angeklagten würden außerdem Mobiltelefon-Daten sowie zwei Zeugen belasten. So soll er kurz nach dem Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes telefoniert haben. Dies wurde über einen Funkmasten in der Nähe des Tatortes registriert. Außerdem soll es Personenbeschreibungen von zwei Zeugen geben, die auf den Angeklagten passen. Auch eine DNA-Spur des Kärntners wurde am T-Shirt des Mordopfers gefunden. Im Zuge der Ermittlungen wurde außerdem in der Müllanlage des Hauses des Angeklagten ein Paar Turnschuhe gefunden. Diese sollen mit den Spuren am Tatort übereinstimmen. Der Angeklagte soll einem Mithäftling den Mord sogar gestanden haben.

Beweislage sei „nicht klar“

Die Beweislage sei laut Manfred Arbacher-Stöger, dem Verteidiger des Angeklagten, „nicht klar.“ So würden die Täterbeschreibungen nicht zu seinem Mandaten passen. Außerdem würde auch die DNA-Spur, die beim Mordopfer gefunden wurde, nicht zum Angeklagten passen. „Dass er in der Ehe ein Schwein war – da ist er hundertprozentig schuldig. Das reiche aber nicht für eine Verurteilung wegen Mordes“, so die Aussage des Verteidigers. Ein Zeuge könne den Angeklagten außerdem nicht eindeutig identifizieren.

Gegen 15 Uhr wurde der Prozess vorerst beendet. Insgesamt wurden am heutigen Tag 19 Zeugen vernommen. Morgen, am Freitag, 19 Juni, wird die Verhandlung um 9 Uhr fortgesetzt. Morgen soll es auch ein Urteil geben.

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