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Wirtschaft - Kärnten
© Dieter Kulmer Photography

Risiken

LRH spricht 59 Empfehlungen für Finanz­geschäfte des Landes aus

Kärnten – Da das Land Kärnten vorwiegend vom Bund finanziert wird, muss es nachweisen, dass es bei Finanzgeschäften Risiken auf ein Minimum reduziert. Dies wurde nun überprüft.

 3 Minuten Lesezeit (450 Wörter)

Das bedeutet, dass das Land Risiken auf ein Mindestmaß beschränken muss und das muss nachgewiesen werden können.

Interne Kontrollsystem im Fokus

Der Landesrechnungshof hat für die Überprüfung das Interne Kontrollsystem herangezogen. Der LRH hat überprüft, ob das Interne Kontrollsystem des Landes der risikoaversen Finanzgebarung entspricht und auch die Voraussetzungen des Kärntner Spekulationsverbotsgesetzes erfüllt. Mit diesem Gesetz beschloss der Kärntner Landtag Ende 2017 ein Spekulationsverbot für Land, Gemeinden, Gemeindeverbände und weitere öffentliche Rechtsträger.

Risikoanalysen verbessern

„Das Land sollte für wichtige und risikoreiche Prozesse im Finanzierungsbereich und Zinsenmanagement Risikoanalysen nach anerkannten Standards durchführen. Dabei sollten auch Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß dargestellt werden“, sagt LRH-Direktor Günter  Bauer. Das Land hat für diese Geschäftsabläufe Prozessbeschreibungen erstellt, gab jedoch zu den Risiken Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß nicht an.

Strategische Jahresplanung

In der strategischen Jahresplanung stellt das Land sein Schuldenportfolio mit Infos wie Kapitalgeber, Anteil an fix und variabel verzinsten Darlehen sowie Durchschnittsverzinsung dar. Für sämtliche Kennzahlen wie Durchschnittsverzinsung und Anteil an Bundesfinanzierungen sollte das Land Zielwerte festlegen. Dem LRH fehlten in der Jahresplanung auch Risikobeurteilungen für die Strategie, Grenzen für die jährliche Tilgungsbelastung und eine mehrjährige Entwicklung der Kennzahlen.

Keine schwere Mängel

Der LRH stellte im Internen Kontrollsystem keine schweren Mängel fest, spricht aber vor allem zu Detailaspekten aus. Beispielsweise empfiehlt er für möglichst alle risikorelevanten Finanzgeschäfte Limits einzuführen. Für Überziehungsrahmen von Bankkonten und Kontokorrentkrediten gab es keine festgelegten Obergrenzen. Der LRH kritisiert auch, dass bei manchen Paraphen die Namen der Unterzeichnenden nicht zuordenbar waren. Die risikoaverse Finanzgebarung verlangt das Vier-Augen-Prinzip und eine personelle Funktionstrennung zwischen Front und Back Office. Die Kontrolle der Zahlläufe machten jedoch zum Teil Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung, die bereits am Zahlungsprozess beteiligt waren. Der LRH empfiehlt bei der Kontrolle ausschließlich Mitarbeiter einzusetzen, die noch in keiner Phase des Prozesses beteiligt waren.

Zahlungsverkehr

Der LRH kritisiert eine manuelle Schnittstelle zwischen dem Buchhaltungssystem des Landes und dem Bankensystem. Mitarbeiter der Buchhaltung speicherten Zahlungsdaten als Textdateien auf einem zentralen Laufwerk, die in das Bankensystem importiert wurden. Zum Laufwerk mit den veränderbaren Textdateien hatten alle Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung Zugriff. Mitarbeiter konnten jedoch nicht nur mit diesen Textdateien aus dem Buchhaltungssystem Überweisungen im Bankensystem machen, sondern auch manuell Überweisungen direkt im Bankensystem eingeben.

Automatisierte Prozesse empfohlen

Der LRH empfiehlt automatisierte Schnittstellen für elektronischen Datentransfer zu schaffen und Zugriffsrechte auf ein notwendiges Maß zu beschränken. Bereits in seinem Bericht zur Personalverrechnung des Landes hat der LRH auf Risiken durch manuelle Schnittstellen hingewiesen. „Wir empfehlen automatisierte Prozesse zu schaffen. Dadurch kann man Manipulationsmöglichkeiten reduzieren und das Interne Kontrollsystem stärken“, sagt Direktor Bauer.

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