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Am 26. Juni

Internationaler Anti-Drogen-Tag: Kärnten geht mit Präventions­programm voran

Kärnten – „Prävention. Schadensminimierung. Konkrete Suchthilfe: Das ist die Dreier-Schrittfolge, in der erfolgreiche Suchtarbeit zu erfolgen hat“, zeigte sich Gesundheitsreferentin LHtSv.in Beate Prettner vor dem Hintergrund des internationalen Anti-Drogen-Tages überzeugt.

 4 Minuten Lesezeit (570 Wörter)

„Auch, wenn Prävention ein langer Weg ist, ist er letztlich der effektivste. Daher gehen wir in Kärnten diesen Weg konsequent und beharrlich. Seit zwölf Jahren wird an Volksschulen das Lebenskompetenzprogramm „gemeinsam stark werden“ umgesetzt. Und seit elf Jahren an NMS und AHS Unterstufen das Projekt „plus“. Wir haben bereits 80 Prozent aller entsprechenden Schule erreicht“, betonte Prettner. Das Besondere an diesem Programm sei, dass es sich nicht um einmalige Projekte oder anlassbezogene Aktionen handle, sondern dass sich das Programm über die gesamten Schuljahre ziehe – „dafür wurden für jede Schulstufe altersgerechte Unterrichtsmaterialen ausgearbeitet, die in verschiedenen Unterrichtsfächern eingesetzt werden können“, erklärte Prettner.

„Thema Sucht verlangt das Hinschauen aller“

Den internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, kurz auch „Weltdrogentag“ genannt (er wird seit 1987 jedes Jahr am 26. Juni begangen) möchte Prettner zum Anlass nehmen, um auch an die Gesellschaft zu appellieren: „Das Thema Sucht verlangt die Zusammenarbeit vieler Stellen und das Hinschauen aller! Wir haben in Kärnten einen Suchtbeirat installiert mit allen relevanten Partnern, von Ärzten, Apothekerkammer, ÖGK bis zu Justiz, Polizei, Sozialarbeitern, Psychologen und Pädagogen. Wir benötigen aber auch die Unterstützung der Bevölkerung: Und zwar in der Form, dass sie auf betroffene Menschen einwirkt, sich helfen zu lassen.“ Denn Hilfe würde Kärnten flächendeckend anbieten: „Im letzten Jahr haben wir unser Beratungs- und Therapieangebot um 370 Plätze ausgebaut. Wir halten aktuell bei rund 1770 Plätzen. Zuletzt wurden im Herbst 2019 in Feldkirchen und im Feber 2020 in Wolfsberg eigene Beratungsstellen eröffnet.“

Suchthilfestrategie 2030

Mit der in der Vorwoche vorgestellten Suchthilfestrategie 2030 würde man nun zudem acht konkrete Handlungsfelder „beackern“: Neben einem weiteren Ausbau der Prävention sind das der Bereich Sucht im Alter, aber auch die Forcierung der Vernetzung sowie eine verstärkte Regionalisierung“, informierte Prettner. Und gerade im Vorfeld des Anti-Drogen-Tages warnt sie: „Machen wir uns eines bewusst: Sucht beginnt nicht mit Drogen – dort endet sie! Süchte beginnen da, wo es viele noch immer verharmlosen: bei Alkohol und Zigaretten.“

„Bereits große Erfolge im Kampf gegen Suchtmittel“

Anlässlich des Anti-Drogen-Tages zieht auch ÖVP-Clubobmann Markus Malle Bilanz des von ihm initiierten 12-Maßnahmen-Pakets für Kärnten. „Das Land hat einige Maßnahmen bereits umgesetzt“, verweist Malle etwa auf die zwei zusätzlichen Mitarbeiter in der Suchtkoordinationsstelle. Auch erste Auswirkungen seien bereits spürbar. „Vor allem die Polizei verzeichnete mit den gesetzten Schwerpunktaktionen im letzten Jahr große Erfolge im Kampf gegen Suchtmittel“, zeigt er sich dankbar für den Einsatz der Kärntner Polizisten.

„Wir können und dürfen uns mit der derzeitigen Situation keinesfalls zufriedengeben“, warnt Malle. „Gerade die enorm gestiegene Zahl der Anzeigen von Drogendelikten machen uns das tatsächliche Ausmaß des Kärntner Suchtproblems deutlich.“ Malle erinnert daran, dass in Teilen Kärnten eine Steigerung der Anzeigen von sogar 80 Prozent gemeldet werden. „Wir müssen unbedingt dranbleiben und unsere Anstrengungen noch verstärken.“

Weiterhin enormer Handlungsbedarf 

Nicht zuletzt der Tätigkeitsbericht der Suchtkoordination – er ist ebenfalls Teil des Maßnahmenpakets und liegt nun erstmals vor – veranschaulicht den Handlungsbedarf. „Die Anzahl der erstmals auffälligen Drogenkonsumenten unter 21 Jahren hat sich von 81 Jugendlichen 2018 auf 159 im Jahr 2019 verdoppelt“, alarmiert Malle. Deshalb fordert er erneut flächendeckende Präventionsmaßnahmen an Kärntner Bildungseinrichtungen. „Die Bildungsdirektion muss dafür Sorge tragen, dass jeder Kärntner Jugendliche mindestens einmal während seiner Schulbildung eine adäquate und professionelle Aufklärung erfährt“, so Malle.

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