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© TiKo/Nina Zesar

Großeinsatz der Tierrettung:

34 vernach­lässigte Kaninchen aus Messie­haushalt gerettet

Paternion – Ein erneuter Großeinsatz der Tierrettung Kärnten. 34 vernachlässigte, größtenteils trächtige Kaninchen und ein schwerkranker Hund in Paternion aus Messiehaushalt gerettet. Der Kampf gegen unkontrollierte Vermehrung und die Versorgung der vernachlässigten Tiere fordert die personellen und finanziellen Ressourcen im TiKo.

 4 Minuten Lesezeit (504 Wörter) | Änderung am 01.07.2020 - 13.19 Uhr

Ende Juni wurde die Tierrettung Kärnten von der Polizei verständigt um wie es hieß etwa 15 Kaninchen aus einem völlig verwahrlosten Wohnhaus zu bergen. Nach Absprache mit der zuständigen Amtstierärztin machten sich die Tierretter auf den Weg. Der Anblick und der Gestank im Wohnhaus nahmen den Tierrettern wortwörtlich den Atem. Zentimeterhohe Kotschichten am Boden, an den Wänden und an den Möbeln. Die Zwischendecke im Obergeschoß war so aufgeweicht, dass Einsturzgefahr für die Tierretter bestand. Zur Verstärkung wurde die örtliche Feuerwehr angefordert. Inmitten dieser Zustände fanden die Tierretter zwischen etlichen Tierkadavern und Wanderratten 34 freilaufende Kaninchen und einen apathischen Hund, der sich unterm Küchentisch versteckte. Wie lange diese Tiere ohne Wasser und Futter ausharren mussten, ist unklar. Mehr als drei Stunden waren die Tierretter zugange, um die scheuen Tiere einzufangen und in Tiertransportern sicher ins TiKo – Tierschutz Kompetenzzentrum zu bringen.

Vernachlässigt, verängstigt und trächtig

Die geretteten Kaninchen sind teils in schlechtem Zustand. Manche sind abgemagert, verfilzt, verdreckt und fast alle sehr verängstigt. Da so gut wie keines der Tiere kastriert ist, muss davon ausgegangen werden, dass die meisten der weiblichen Tiere derzeit trächtig sind. Im Schnitt gebären Kaninchen 5-10 Junge pro Wurf. Bei dem geretteten Hund, einem etwa 10-jährigen Wolfshund, stellte der TiKo Tierarzt Dr. Herwig Woschnjak bei der Erstuntersuchung neben Unter- und Mangelernährung auch fest, dass er einen Hodentumor und eine schwere Ohrenentzündung hat. Wie kritisch der Gesundheitszustand ist, muss in genaueren Untersuchungen noch festgestellt werden. Neben den körperlichen Beschwerden ist der Hund sehr schreckhaft und verängstigt.

Versorgung fordert Ressourcen

Die Tiere befinden sich seit der Rettung im TiKo unter Quarantäne und werden unter besonderen Hygienemaßnahmen medizinisch versorgt, aufgepäppelt und liebevoll gepflegt. Die Tatsache, dass noch nicht abzusehen ist wie viele Junge in den nächsten Tagen und Wochen zur Welt kommen, stellt das Team der Tierpfleger vor besondere Herausforderungen. Die medizinische Versorgung der Kaninchen, Spezialfutter zum Aufpäppeln und die Pflege dutzender Mutter- und Jungtiere verursachen zusätzlich hohe Kosten. „Ohne Kastration kann eine Situation durch unkontrollierte Vermehrung schnell außer Kontrolle geraten und Tierbesitzer an ihre Grenzen bringen. Seit Jahren erleben wir, wie häufig Tiere wegen menschlicher Überforderung unvorstellbares Leid erfahren. Wir können nur immer wieder aufklären und überforderten Tierbesitzern unsere Hilfe anbieten“, so Dr. Tara Geltner, Präsidentin des Landestierschutzvereins Kärnten.

Spendenaufruf „Unkontrollierte Vermehrung“

Das TiKo bittet um Spenden für die vernachlässigten Tiere und um die bestmögliche Versorgung und die nötigen Behandlungen durchführen zu können. Denn nun heißt es anpacken, um die Tiere ehestmöglich an liebevolle Plätze vermitteln zu können. Sie haben eine Chance auf ein tolles, neues Leben verdient! Spenden sind direkt auf der TiKo-Webseite unter www.tiko.or.at/unkontrollierte-vermehrung oder an das TiKo Spendenkonto mit dem Verwendungszweck „Unkontrollierte Vermehrung“ möglich.

Spendenkonto:

IBAN: AT96 5200 0000 0400 9991

BIC: HAABAT2K

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