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Politik - Kärnten
© Marcel Fischer

100 Millionen Euro:

Investitionskredite stehen für Kärn­tens Touris­mus­be­triebe bereit

Kärnten – Die Coronakrise hat mit dem Tourismus eine der tragenden Wirtschaftssäulen unseres Landes hart getroffen. Das Land Kärnten startet daher gemeinsam mit dem Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF) und der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) einen bis 31. Dezember 2021 laufenden Call. Dieses 100 Millionen Euro starke Kreditinstrument für Kärntens Tourismusbetriebe soll Investitionen und die Konjunktur ankurbeln.

 3 Minuten Lesezeit (462 Wörter) | Änderung am 08.07.2020 - 19.32 Uhr

Landeshauptmann Peter Kaiser verwies in der heutigen Pressekonferenz, am 8. Juli 2020, auf das zielorientierte Arbeitnehmerförderungspaket sowie das KWF-Förderpaket und kündigte zudem ein Sozialpaket an. „Allen unseren Maßnahmen werden wir nächste Woche in einer Klausur der Landesregierung und Vertreter der Landtagsklubs am Magdalensberg nochmal einen Feinschliff geben“, so der Landeshauptmann.

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LR Sebastian Schuschnig, LH Peter Kaiser und LHStv.in Gaby Schaunig

LR Sebastian Schuschnig, LH Peter Kaiser und LHStv.in Gaby Schaunig - © LPD Kärnten/Bauer

Schaunig: „Kredite drei Jahre tilgungsfrei, KWF übernimmt Zinsen“

„Wir wollen Kärntens Tourismusbetriebe von der Stabilisierungs- in die Investitionsphase bringen“, gab Finanzreferentin LHStv.in Gaby Schaunig als Ziel des heute präsentierten Paketes vor. Wichtig sei es nämlich, dass die Unternehmen trotz der schwierigen Situation Investitionen setzen. Mit der ÖHT und dem KWF ermögliche Kärnten daher eine von den Kommerzbanken unabhängige Finanzierung. Zum Beispiel für Gebäudesanierungen, Brandschutzmaßnahmen, Energieeffizienzmaßnahmen, kleine Betriebserweiterungen und Investitionen in die touristische Infrastruktur betrage die Förderuntergrenze 500.000 und die Förderobergrenze fünf Millionen Euro.

„Der Investitionskredit ist in den ersten drei Jahren tilgungsfrei. Die Zinsen über die gesamte Laufzeit von 15 Jahren sowie die Haftungsprovisionen übernimmt der KWF“, teilte Schaunig mit. Zudem gibt es über den KWF einen Kapitalkostenzuschuss in Höhe von fünf bis zehn Prozent des förderbaren Projektes (maximal 15.000 Euro pro Vollzeitäquivalent).

LR Schuschnig: „Investitionseinbrüche verhindern“

Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig betonte, dass er unzählige Gespräche mit Tourismusverantwortlichen aus allen Regionen geführt habe. „Der allgemeine Tenor dabei lautete: Die Buchungen sind gut, Unsicherheit ist jedoch vorhanden, die Reserven sind aufgebraucht und die Investitionsbereitschaft ist verhalten“, betonte er. Der öffentlichen Hand komme nun eine große Verantwortung zu, um Investitionseinbrüche zu verhindern.

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Präsentation des KWF Konjunktur- und Investitionsprogramms

Präsentation des KWF Konjunktur- und Investitionsprogramms - © LPD Kärnten/Bauer

FPÖ-Darmann: „Kredite nur die zweitbeste Variante“

Seitens der FPÖ wird die Hilfe für die Tourismusbetriebe begrüßt. „Wir brauchen aber nicht nur Kredite, die wieder zurückgezahlt werden müssen, sondern auch direkte Hilfe für alle Unternehmer und Arbeitnehmer“, betont FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann in seiner aktuellen Aussendung.  Hier habe die FPÖ einen Soforthilfe-Unterstützungsfonds des Landes für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Höhe von zumindest 100 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Kredite hinter direkten Zuschüssen sei nur die zweitbeste Variante, „aber immerhin eine Variante“, erklärt der FPÖ-Chef in einer Stellungnahme.

Team Kärnten-Köfer: „Krasse Themenverfehlung“

Als „krasse Themenverfehlung“ bezeichnet hingegen Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer die Investitionskredite. „Fakt ist, dass die Reserven vieler Betriebe inzwischen aufgebraucht sind […]. Die zinsfreien Kredite bringen nur einigen wenigen Großbetrieben etwas, da die Förderuntergrenze eine halbe Million Euro beträgt“, so Köfer. Der Team Kärnten-Chef hoffe, dass sich „das Land endlich zu real ankommenden Hilfsmaßnahmen durchringt“.

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