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Politik - Kärnten
Die Volksabstimmung im Jahr 1920 sorgt aktuell für Aufregung in der Kärntner Politik.
Die Volksabstimmung im Jahr 1920 sorgt aktuell für Aufregung in der Kärntner Politik. © 5min.at

Nach Interview mit slowenischem Abgeordnetem:

Aufregung um „nicht legitime Volks­abstimmung“

Kärnten/Slowenien – Vor fast 100 Jahren wurde bei der Volksabstimmung 1920 entschieden, dass sich die südkärntnerische Bevölkerung nicht Slowenien anschließt. Kurz vor dem 100. Jahrestag der Abstimmung zweifelt nun ein slowenischer Parlamentsabgeordneter deren Legitimität an. In der Kärntner Politik sorgt das für Aufregung.

 4 Minuten Lesezeit (529 Wörter)

In drei Monaten findet der 100. Jahrestag der Volksabstimmung statt, bei der sich im Jahr 1920 fast 60 Prozent der damals überwiegend slowenischen Bevölkerung Südkärntens gegen die Angliederung an die SHS-Staaten (Serbien, Kroatien, Slowenien) entschieden haben.

Abstimmung laut Jelinčič „kaum legitim“

In einem Telefoninterview mit der Austria Press Agentur, APA, soll nun der slowenische Parlamentsabgeordnete Zmago Jelinčič das damalige Votum in Frage gestellt haben, wie mehrere Medien am heutigen Sonntag, dem 12. Juli, berichten. In dem Interview soll Jelinčič, der Chef der Slowenischen Nationalpartei, SNS, erklärt haben: „Wenn man alle Umstände berücksichtigt, kann man schwer sagen, dass die Volksabstimmung legitim war.“ Laut ihm sei die Abstimmungskommission „voreingenommen“ gewesen.

Kärntner Politik kritisiert Aussagen

Auf die Aussagen des slowenischen Parlamentsabgeordneten hagelte es am heutigen Sonntag Kritik aus der Kärntner Politik. Die Kärntner Freiheitlichen, das Team Kärnten/Liste Köfer und auch Landeshauptmann Peter Kaiser äußerten sich zu dem Thema.

FPÖ-Darmann: „Wir wollen die Geschichte würdig feiern“

Der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann reagierte in einer Aussendung verärgert über die Aussagen aus dem APA-Telefoninterview. „Wir leben mit der slowenischen Minderheit in Kärnten ein harmonisches Miteinander und das soll auch so bleiben“, erklärt er. Darmann fordert Sloweniens Staatspräsident Borut Pahor auf, sich für diese „primitive Entgleisung“ zu entschuldigen.

Laut Darmann „falle es auf“, dass im Zuge der 100-Jahr-Feierlichkeiten zur Volksabstimmung von mehreren Seiten versucht werde „zu zündeln“. Er erklärt: „Wir wollen unsere Geschichte würdig feiern und da sollten alle politischen Kräfte mitwirken, dass dies auch gelingt.“

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Gernot Darmann fordert eine Entschuldigung für die Aussagen aus dem APA-Interview.

Gernot Darmann fordert eine Entschuldigung für die Aussagen aus dem APA-Interview. - © FPÖ

Team Kärnten: „Aussagen sind unangebrachte Provokation“

Irritiert zeigt sich auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer über die „historisch zutiefst bedenklichen Aussagen“ des slowenischen Nationalistenführers Zmago Jelinčič. „Nachdem in den vergangenen Jahren von unterschiedlichen Seiten her sehr viel unternommen wurde, um Konflikte zwischen Kärnten und Slowenien weiter abzubauen, gießt man jetzt wieder in vollem Bewusstsein Öl ins Feuer und das drei Monate vor dem 100. Jahrestag der Kärntner Volksabstimmung.“ Köfer verlangt von slowenischer Seite eine klare Distanzierung von den Jelinčič-Aussagen.

Wie Köfer betont, sei Jelinčič gut damit beraten, sich „umfassender über das Kapitel Kärntner Volksabstimmung zu informieren“, bevor er zu „solch eigenartigen Aussagen“ greife: „Die Aussagen von Jelinčič bedeuten Wasser auf die Mühlen jener, die von Konflikten und Ressentiments leben.“

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Gerhard Köfer verlangt von slowenischer Seite eine klare Distanzierung von den Jelinčič-Aussagen.

Gerhard Köfer verlangt von slowenischer Seite eine klare Distanzierung von den Jelinčič-Aussagen. - © 5min.at

Kaiser: Aussagen sind „gezielte Provokation“

Wie der Kurier am heutigen Sonntag berichtet, ließ der Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser über seinen Pressesprecher mitteilen, dass er die Aussage von Jelinčič für eine „gezielte Provokation“ halte. Laut Kaisers Pressesprecher sei es bedauerlich, dass es immer wieder vereinzelte Versuche von „nationalistischen Egoisten“ gebe, den Versöhnungsprozess zwischen Kärnten und Slowenien zu stören.

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Peter Kaiser hält die Versuche, den Versöhnungsprozess zwischen Kärnten und Slowenien zu stören, für gezielte Provokation.

Peter Kaiser hält die Versuche, den Versöhnungsprozess zwischen Kärnten und Slowenien zu stören, für gezielte Provokation. - © LPD KÄRNTEN/PETER JUST

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