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Aktuell - Klagenfurt
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Positiv auf Corona getestet

„Ich bin der Praktikant aus dem Klagenfurter Strandbad“

Klagenfurt – Die medialen Berichte rund um das "Corona Cluster" im Strandbad Klagenfurt häufen sich. Heute meldete sich der besagte Strandbad-Praktikant bei uns. Der junge Klagenfurter fühlt sich ungerecht behandelt. Im Gespräch mit 5 Minuten schildert er seine Sichtweise auf die mediale Berichterstattung.

 5 Minuten Lesezeit (658 Wörter) | Änderung am 08.08.2020 - 07.49 Uhr

Ende Juli teilte das Land Kärnten mit, dass sich ein Praktikant des Klagenfurter Strandbades mit Corona infiziert hatte. Mittlerweile soll sich laut dem Pressedienst des Landes sogar ein Corona-Cluster um den jungen Klagenfurter gebildet haben. „Neben dem Praktikanten zählen dazu ein Mitarbeiter des Strandbades und jemand aus dessen familiären Umfeld sowie sechs Personen aus dem privaten Umfeld des Praktikanten“, hieß es in einer Aussendung des Landes Kärnten. Die medialen Berichterstattungen zu dem Fall häuften sich in den letzten Tagen.

„Man sieht in mir den bösen Patienten Null“

Verzweifelt meldete sich der mit Corona infizierte Praktikant, ein 21-jähriger Student aus Klagenfurt, heute bei uns. Er fühlt sich ungerecht behandelt. „Es fühlt sich nicht schön an, die Berichte in den Medien über mich selbst zu lesen, da sie nicht der Wahrheit entsprechen. Ich werde so dargestellt, als würde ich Menschen absichtlich infizieren. Man sieht in mir den bösen Patienten Null. Wenn falsche Nachrichten, die mich betreffen, verbreitet werden, sehe ich mich gezwungen dagegen vorzugehen“, so der 21-Jährige. Im Gespräch erzählt uns der Klagenfurter mehr darüber.

5 Minuten: Du wurdest positiv auf das Corona-Virus getestet. Wie geht es dir damit?

Zu Beginn hatte ich ungefähr drei Tage lang Fieber. Ich habe sofort die Hotline angerufen. Ein Test entpuppte sich dann als positiv. Seit dem 28. Juli befinde ich mich in Quarantäne. Für mich gilt noch die 14 Tage Regelung. Mir geht es gut, die Krankheit hat bei mir zum Glück einen harmlosen Verlauf.

Warum hast du dich dazu entschlossen, mit uns Kontakt aufzunehmen?

Es ist einfach nicht richtig, was in den Medien geschrieben wird und ich möchte das gerne klar stellen.  Man hat wohl in mir das schwarze Schaf, den bösen Patient Null oder noch besser für die nächste Schlagzeile „den infizierten Praktikanten“ gefunden, der den Kopf hinhalten darf. Dass ich mich nicht selbst infiziert habe, sondern dass es immer eine Infektionskette gibt, wird jedoch in Berichterstattungen meist weggelassen. Scheinbar geht wohl jeder Covid-Infizierte, den es jemals in Klagenfurt gab, auf meine Kappe.

Wie fühlt es sich an, solche Berichte über sich selbst zu lesen?

Es ist nicht schön, die Berichte über sich selbst zu lesen. Es wird so hingestellt, als würde ich die Menschen absichtlich anstecken, was natürlich nicht der Fall ist. Ich sehe es schon als persönlichen Angriff und möchte mich dagegen schützen. Man kann nichts dafür, wenn man positiv auf das Virus getestet wird. Das kann jedem passieren.

Gibt es in deinem näheren Umfeld weitere Corona-Fälle?

Interessanterweise kenne ich keine einzige der sechs Personen, die laut Meldungen des Landes in meinem „unmittelbaren privaten Umfeld“ erkrankt sind. Meine Eltern, meine Geschwister (die übrigens mit mir im selben Haushalt leben) und meine besten und engsten Freunde erfreuen sich alle bester Gesundheit, ich habe in den letzten Tagen alle angerufen. Warum die Infizierten als Cluster um mich herum angeführt werden, kann ich mir nicht erklären. In Wahrheit war ich einfach der Erste, der sich bei den kleinsten Symptomen bereits testen ließ, da es mir wichtig war keine weiteren Menschen zu infizieren. Ich war zum Beispiel bereits am heißesten Tag des Jahres freiwillig in Quarantäne, ohne mich überhaupt testen zu lassen, nur um andere zu schützen.

Laut Meldungen des Landes warst du in Klagenfurter Lokalen unterwegs, die daraufhin auf Eigeninitiative vorübergehend geschlossen haben. Was hat es damit auf sich?

Ich habe einige Lokalen in der Innenstadt besucht, aber nicht im infektiösen Zeitraum. An einem Abend war ich kurz in der Stadt mit einem Freund und zwei Freundinnen. Alle sind gesund. Ansonsten war ich nach der Arbeit immer zu Hause.

Was würdest du den Menschen gerne mitteilen?

Abschließend möchte ich noch an alle anderen Leser appellieren: Nehmt Rücksicht aufeinander und meldet euch wenn ihr Symptome habt.

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