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Nach Corona-Meldungen:

Gartenparty-Veranstalter: „Gäste haben sich nicht bei der Feier angesteckt!“

Villach – Laut dem Land Kärnten gibt es im Zusammenhang mit einer Gartenparty in Villach acht Coronafälle. Der Veranstalter der Party wehrt sich nun jedoch gegen diese Aussage und ist sich sicher, dass die positiven Coronafälle nicht mit seiner Veranstaltung zusammenhängen.

 6 Minuten Lesezeit (770 Wörter) | Änderung am 08.08.2020 - 22.23 Uhr

Am 31. Juli fand in Villach eine private Gartenparty statt. Rund 80 Personen, darunter auch bekannte Villacher, nahmen an der Feier teil. Die erschreckende Nachricht nach der Veranstaltung: Mehrere Personen wurden laut dem Land positiv auf das Coronavirus getestet. Auch der Gastgeber, sowie seine Frau und seine Tochter sind aktuell mit dem Virus infiziert. Alle 80 Gäste mussten in Quarantäne. Darunter auch der Villacher Stadtrat Christian Pober. Wir haben berichtet.

„Personen haben sich wo anders infiziert“

Nun meldete sich jedoch der Veranstalter der „Promiparty“, der anonym bleiben möchte, zu Wort. Er ist sich sicher, dass sich die betroffenen Personen bereits vor seiner Party angesteckt haben. „Feststellen durfte ich nach persönlicher Rücksprache mit allen meinen Gästen, dass ich – mit Ausnahme meiner Tochter, die sich aber innerfamiliär angesteckt hat – keine einzige positive Testung rückgemeldet bekommen habe. Sowohl der Ausgangspunkt, als auch die weiteren Infektionen stehen in keinem Zusammenhang mit meiner Veranstaltung vom 31. Juli“, so der Gastgeber.

Seines Erachtens nach sei es „viel wahrscheinlicher“, dass die gemeldeten Infektionen auf einen Besuch vom letzten Mittwoch, dem 29. Juli, in einem Villacher Innenstadtlokal zurückzuführen seien.  „Meine Frau und ich saßen mit einem befreundeten Ehepaar sowie dem Wirt des Lokals und weiteren Gästen an einem gemeinsamen Tisch. Aufgrund des Regengusses waren wir nicht im Freien, sondern im Inneren des Lokals“, so der Veranstalter. Einer der Lokalgäste an diesem Abend sei, laut dem Veranstalter, positiv auf COVID-19 getestet worden. Der Veranstalter der Gartenparty ist sich daher sicher, dass der Ausgangspatient der Coronainfizierungen an jenem Abend, und nicht bei der Gartenparty, zu suchen sei.

„Hygienevorschriften wurden eingehalten“

Landesweit wurde über die vermeintliche Promiparty in Villach berichtet, laut dem Gastgeber definitiv die falsche Bezeichnung. „Seit fast 20 Jahren lade ich jährlich zum gemütlichen Suppen Essen während der Kirchtagswoche ein. Bei der Feier mit dabei waren hauptsächlich befreundete Familien und ein paar bekanntere Villacher Gesichter“, erzählt der Gastgeber. Heuer wurde dabei ganz besonders auf Sicherheitsmaßnahmen geachtet. Der Gastgeber erklärt auf Anfrage von 5-Minuten: „Bei meiner Veranstaltung wurde penibel auf die Einhaltung sämtlicher Hygienevorschriften geachtet.“ So habe es mehrere Durchsagen zur Einhaltung der Abstandsregeln gegeben, ältere Personen seien räumlich separiert, Desinfektionsmittel sei bereitgestellt worden und einzelne Tische wären mit genügend Abstand voneinander getrennt gewesen. „Meine Gäste haben sich vorbildlich an alle Vorgaben gehalten“, so der Veranstalter. Deshalb gebe es auch keine weiteren Infektionen unter den Gästen.

Suche nach Patient Null

„So sehr ich es bedauere, dass meine Veranstaltung als virusverbreitende Promi-Party verunglimpft wurde, ist mir der Schutz der Bevölkerung ein wichtigeres Anliegen. Ich ersuche daher um die  Identifizierung des Patienten 0 und diese mögliche oder sogar wahrscheinliche Quelle der Infektion öffentlich zu machen“, so der Veranstalter. Irritierend sei für den Gastgeber auch, dass der Aufruf der Stadt Villach an die Bevölkerung, sich ab dem 31. Juli 2020 zu beobachten nicht auf den 29.7 vordatierend revidiert wurde. „Die Maskenpflicht hätte die Stadt wohl besser vor der Kirchtagswoche einführen sollen, dann hätte meine kranke Familie sich einiges erspart“, so der Veranstalter abschließend.

Das Rote Kreuz hatte bekanntlich am vergangenen Donnerstag eine mobile Teststation eingeführt, bei der sich alle, die an der privaten Gartenparty teilgenommen hatten, testen lassen konnten. Es wurden insgesamt rund 120 Personen getestet. Wie die Stadt Villach kürzlich mitteilte, zeigen auch die restlichen, heute eingetroffenen Ergebnisse keine neuen Infektionen. Mehr dazu hier.

Update 21 Uhr: Stellungnahme der Stadt Villach

Mittlerweile äußerte sich die Stadt zu der Kritik des Gastgebers. „Eine Maskenpflicht, die von der Stadt wann auch immer verordnet worden wäre, hätte im konkreten Fall eine Ansteckung nicht verhindert. Der Stadt ist es nämlich gesetzlich nicht möglich, eine Verordnung für das Innere von Gastrobetrieben durchzuführen“, teilt die Stadt mit. Desweiteren heißt es: „Nach derzeitigem Wissensstand haben sich sechs Personen, die alle im Nachhinein positiv getestet wurden, gemeinsam am selben Tisch in einem Gastrobetrieb befunden. Es könnte also durchaus einer dieser sechs „Patient Null“ sein.“

Darüber hinaus sei die Stadt beim Ermitteln der Kontaktpersonen auf die Hilfe der positiv Getesteten angewiesen. Ein allfälliger Patient Null könne also nur mit Hilfe der Angaben der positiv Getesteten erfolgen. „Hier haben wir keine Hinweise erhalten. Wegen des Zeitablaufes – zehn Tage – erwarten wir uns hier auch keine relevanten Resultate. Nach derzeitigem Wissensstand ist sehr stark davon auszugehen, dass sich die sechs positiv getesteten Personen selbst als „Gruppe“ gesehen und sich daher nicht an die Abstandsregeln gehalten haben. Damit haben sie sich das Auftreten von Krankheits-Symptomen wohl eher selbst zuzuschreiben“, heißt es seitens der Stadt.

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