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Zug entgleiste: In einer brenzlichen Situation bewahrte der Villacher Lokführer Günther P. Ruhe. 
Zug entgleiste: In einer brenzlichen Situation bewahrte der Villacher Lokführer Günther P. Ruhe.  © Wrussnig

ÖBB Railjet entgleiste

Starke Leistung: Diese Villacher Lokführer sind echte Helden

Villach – Gleich zwei Villacher waren am Sonntagabend die stillen Helden, als ein Railjet wie berichtet in Scheifling gegen eine Mure prallte und entgleiste.

 2 Minuten Lesezeit (323 Wörter) | Änderung am 19.08.2020 - 15.24 Uhr

Von Manfred Wrussnig. Am Steuer saß der Villacher Lokführer Günther P. (50) und am Funk in Villach, wohin der Notruf den er absetzte empfangen wurde, saß ebenfalls ein Villacher, der blitzschnell die Strecke in beiden Richtungen sperren ließ. Ein Passagier im Zug, der Schauspieler und Kabarettist Christoph Fälbl hatte größten Respekt wie toll sich Günther P. unter größtem Unfallstreß gegenüber den Passagieren verhielt und lud diesen nun spontan mit Begleitung zu einem Kabarettabend nach Wien ein. „Ich hab zwei Karten reserviert, der Mann war einfach toll“ schwärmte Fälbl. In einer brenzlichen Situation bewahrte der Villacher Lokführer Günther P. Ruhe.

Lokführer im Interview

5 Minuten Villach gab der Lokführer mit einschlägiger Muren Erfahrung nun sein einziges Interview. „Es ist ja schon meine zweite Mure, im Vorjahr bin ich bei Hofgastein in einer gesteckt“, schüttelt P. ungläubig den Kopf. Von Friesach weg hatte er schon größte Sorgen: “Zwischendurch hagelte es sogar und der Regen peitschte gegen die Windschutzscheibe, hinter einer Kurve sah ich dann nur mehr grün, ein Riesenbaum mit Dreck und Steinen – ich betätigte sofort die Notbremse und stürmte in das Innere der Lok wo ich mit einem Bauchfleck landete“. Zum Glück, denn der Führerstand wurde total zertrümmert.

Fahrgäste hatten für den Villacher Priorität

Erst setzte er den Notruf ab, dann galt seine Aufmerksamkeit nur mehr den Gästen. „Ich rannte durch den Zug, fragte alle ob sie gesund sind und da saß einer drinnen der sah aus wie der Seifenstein“, schwört P. Erst später dämmerte es ihm: Es war Fälbl. Das Lob freut ihn und die „ geschundene Eisenbahnerseele“. Weil: „Die meisten sehen die Lokführer und Eisenbahner ja nur als Faulenzer die mit 50 in Pension gehen. Ich freu mich schon auf das Kabarett“, so P. Übrigens: Er will erst frühestens mit 60 in Pension gehen.

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