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Leute - Villach
© Patrick C. Klopf

Theater-Gespräch mit Michael Weger

Neue Bühne Villach: Diese coolen Stücke kommen im Herbst

Villach – Die neue Bühne Villach (NBV) hat den Intendanten Michael Weger interviewt und mit ihm über die Saisoneröffnung im Herbst 2020 gesprochen. Man erfährt interessante Details über die geplanten Stücke und er verrät, für welches Publikum die Stücke am besten geeignet sind. 

 4 Minuten Lesezeit (598 Wörter) | Änderung am 22.08.2020 - 21.14 Uhr

Das Theater-Gespräch mit Intendant Michael Weger:

In Wien organisierten sich hunderte KünstlerInnen zu Schweigemärschen, um zu sagen, „wir sind mit unseren Möglichkeiten am Ende“ …

Glücklicherweise sind wir mit unseren Möglichkeiten noch nicht am Ende. Das ist unseren Subventionsgebern und Sponsoren zu danken. Auch die Kurzarbeit hat geholfen. Und jetzt hoffen wir darauf, dass wir ab 3. September spielen dürfen. Wir proben jedenfalls bereits intensiv, bereiten zudem das neue Live-Streaming mit mehreren Kameras vor und wollen wieder auf die Bühne!

Es drängt sich die Frage auf, wie sehr die Kultur und das Theater vor allem auch in solchen Krisenzeiten notwendig sind, gebraucht werden …

Das ist wohl so wie mit Brot: Wenn es keiner mehr braucht, wird es keiner mehr kaufen. Aber scheinbar wird es von vielen, sehr vielen Menschen gewollt und gebraucht. Und solange wird es auch notwendig sein – um die Not zu wenden – ein Lebensstoff, der uns nährt… eben wie Brot.

Wie kann für Sie eine Zeit nach Corona aussehen, wird sich Wesentliches im kulturellen Geschehen verändern …

Ich denke mittelfristig nicht. Es wird wieder um die Wette produziert, verschwendet und vergeudet werden und großspurige Leistungsmacher werden durch die Gesellschaft pflügen wie durch den Regenwald. Bis uns dann das nächste mal die Luft ausgeht, und dann nochmal, und nochmal… Das klingt leider sehr pessimistisch. Aber mittlerweile habe ich auch immer seltener Hoffnung. Der Mensch scheint zuletzt doch ein sehr unbelehrbares Wesen zu sein. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, ist das Theater einmal mehr so, aber auch so „notwendig“.

„Diese Momente, wenn der schöpferische Akt auf der Bühne sichtbar wird und jeden Abend in intensivem Austausch mit dem Publikum stattfinden darf, sei das Eigentliche, das Wesentliche eines Theatererlebens“ haben Sie gesagt. Wird uns das in der neuebuehnevillach, trotz aller Widrigkeiten erhalten bleiben dürfen?

Das hofft jede und jeder einzelne vom Team der Nbv. Aber noch hängt alles vom Virus ab. Was es uns erlaubt und wem dann wo und wie viel. Es bleibt spannend und ein bisschen auch russisches Roulette. Was nicht sehr erbaulich ist.

Am 3.9.2020 wird im zweiten Anlauf „HANDKE UNSER“ in der Regie von Bernd Liepold-Mosser in der neuen Bühne Villach uraufgeführt …

Eine Premiere die wir im März heraus bringen wollten. Da ist jetzt schon einiges an Zeit vergangen. Darum aktualisiert das künstlerische Team jetzt noch mal und bringt neueste Entwicklungen mit ein. Und natürlich wird alles coronafest und maximal sicher für unsere Zuschauer sein.

Nach Peter Handkes Stück steht „Die Niere“ von Stefan Vögel auf dem Programm. Eine Komödie zum Entspannen für ein alltagsgefordertes Publikum?

So ganz entspannend ist diese Komödie gar nicht. Beinhaltet sie doch gehörigen Zündstoff für jede Beziehung. Aber ja, natürlich sind die Mittel der Komödie jetzt die besseren, heilsameren, da doch jedes Problem, sobald darüber gelacht werden kann, etwas kleiner und leichter wird.

Es folgt Daniel Glattauer „Die Liebe Geld“. Eine Komödie, obwohl es – vor allem in Zeiten wie diesen – ums Geld geht. Wie geht das?

Das ist vor allem eine Satire mit einer großen Portion Gesellschaftskritik und Kapitalismushäme. Die Banken und Banker kommen da gar nicht gut weg. Zum Schluss gemahnt es sogar eher an eine Tragödie, wenn dem Protagonisten selbst das bisschen hart Ersparte in den unendlichen Weiten der Datenflut versickert. Trotzdem: Gelacht darf werden. Immer. Bis zuletzt. Und wer selbst noch im Untergehen zu lachen vermag, der ist entweder übergeschnappt oder er hat’s kapiert, so richtig kapiert.

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