fbpx

Zum Thema:

29.09.2020 - 21:02Austria-Mann­schafts­bus legte „unge­planten Stopp“ ein29.09.2020 - 17:07Nach Sturz: Motor­rad­lenker lag bewusst­los auf Geh­steig29.09.2020 - 07:47Tödlicher Unfall in Saag: Auto krachte gegen Betonwand28.09.2020 - 18:22Voll beladener Schotter-LKW umgekippt
Jeder Autofahrer kann Risiken im Verkehr reduzieren.
Jeder Autofahrer kann Risiken im Verkehr reduzieren. © Pixabay

Verkehrssicherheit:

Welche Ge­fahren können uns auf der Straße er­warten?

Österreich – Der Verkehr ist unberechenbar. Fahrer verschiedenster Altersklassen und mit verschiedenen Arten der Mobilität nehmen teil. Die Gefahren, die uns auf der Straße begegnen können, sind nicht gänzlich zu verhindern. Aber es gibt mehrere Methoden, die dabei helfen, auf eigene Initiative hin zu einer höheren Sicherheit beizutragen.

 8 Minuten Lesezeit (977 Wörter)

Regen und Nässe

Wie tückisch Glatteis sein kann, hat zumeist jeder erfahrene Autofahrer am eigenen Fahrzeug schon einmal erlebt. Häufig ist die Erfahrung mit Glatteis aus dem Leben als Nicht-Autofahrer derart ausgeprägt, dass der Respekt und die Vorsicht groß sind. Anders verhält es sich bei Regen und Nässe: Hier fehlen außerhalb des Fahrzeugs allzu negative Erfahrungen, sodass die Gefahren bei hohen Geschwindigkeiten mit dem Auto nicht bewusst sind. Die wohl bekannteste Gefahr ist dabei Aquaplaning.

Unter Aquaplaning versteht man den Kontaktverlust der Reifen zur Straße aufgrund von Nässe. Das Wasser wird nicht mehr verdrängt, sodass der Bodenkontakt verloren geht. Es besteht akute Gefahr, die Kontrolle über den Wagen zu verlieren.

Faktoren, die das Aquaplaning beeinflussen, sind:

  • Wassertiefe
  • Fahrgeschwindigkeit
  • Reifenbreite
  • Profiltiefe
  • Reifendruck
  • Straßenbeschaffenheit

Aquaplaning macht sich bemerkbar durch eine leichtgängige Lenkung, Drehzahlschwankungen des Motors und ungewöhnlich laute Wassergeräusche von unter dem Fahrzeug. Um das Risiko für Aquaplaning zu senken, muss mit den richtigen Reifen zunächst die Basis stimmen. Abgenutzte Reifen sind eine Gefahr, denn bei einer zu geringen Profiltiefe (empfohlen sind 3 mm bei Sommer- und 4 mm bei Winterreifen) wird das Wasser nur noch bedingt oder fast gar nicht in den Rillen aufgenommen und abgegeben. Auch der Reifendruck nimmt Einfluss auf das Ausmaß des Aquaplanings. Ein Reifenwechsel bietet sich bei alten Reifen immer an. Denn neben dem Reifen gibt es mit der Fahrgeschwindigkeit nur noch einen Risikopunkt, den man selbst beeinflussen kann, um die Gefahr für Aquaplaning zu senken. Laut ADAC sollte die Geschwindigkeit bei unter 80 km/h liegen. Straßenbeschaffenheit und Wassertiefe lassen sich nicht selbst beeinflussen, sodass alles in allem das Aquaplaning erst genommen und dort Sicherheit geschaffen werden sollte, wo es möglich ist.

Hierzulande bietet der ÖAMTC Fahrsicherheitstrainings an, bei denen neben dem Aquaplaning auch Vorbereitungen für diverse weitere Gefahren im Straßenverkehr getroffen werden. Eine dieser Gefahren, die ebenfalls in Folge von Regen und Nässe auftritt, ist das Blenden. Bei Dunkelheit und Nässe auf der Fahrbahn sorgt die Beleuchtung der Autofahrer gegenüber eventuell für einen Blendeffekt. Dieser Effekt fällt bei Starkregen extrem aus und vermag, die Sicht komplett zu beeinträchtigen. Die einzige Gegenmaßnahme ist, langsamer zu fahren.

Kinder im Verkehr: Vorausschauendes Fahren als zentrales Stichwort

ANZEIGE

Kinder sind unberechenbar, Eltern in der Aufsicht nicht immer aufmerksam. - © Pixabay

Kinder sind besondere Verkehrsteilnehmer. Obwohl sie nicht das richtige Verhalten für den Verkehr an den Tag legen, sind sie dennoch Teilnehmer; manchmal zu Fuß, manchmal mit dem Fahrrad oder einem anderen Gefährt. Meist sind sie von Eltern beaufsichtigt, aber nicht immer. Das Verhalten der Kinder ist in der Regel weniger bedacht als das der Erwachsenen. So wundert es kaum, dass kleine Kinder einfach auf die Straße rennen, ohne zu schauen. Um Unfälle zu vermeiden, ist das vorausschauende Fahren als Zeichen des Verantwortungsbewusstseins und der Umsicht von Autofahrern ein elementares Stichwort.

Vorausschauend zu fahren bedeutet, immer dann, wenn Kinder in Sicht sind und sich eine Gefahrensituation vermuten lässt, das Tempo zu reduzieren und mit erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren. Wenn beispielsweise ein Kind in Richtung der Straße rennt oder auf dem Gehweg unvorhersehbare Manöver macht, ist darauf verstärkt Rücksicht zu nehmen. Bei Bussen jedweder Art – vor allem aber bei Schulbussen – muss das Tempo beim Vorbeifahren reduziert werden. Zudem ist bei Spielstraßen und bei Warnschildern auf eine Drosselung der Geschwindigkeit Rücksicht zu nehmen.

Tunnel und Bahnübergänge: Dem Anschein nach sicher, aber mit Haken

Tunnel und Bahnübergänge suggerieren eine gewisse Sicherheit. Vor allem Bahnübergänge aufgrund der Ampeln und Schranken gelten unter Autofahrern als unbedenklich. Blindes Vertrauen ist allerdings gefährlich, denn die Technik kann versagen. Aus diesem Grund ist an jeden Bahnübergang vorsichtig heranzufahren.

Tunnel mögen mit zwei Fahrstreifen zwar sicherer sein, aber wenn etwas passiert, sind die Fahrer eingesperrt. Hier ist es wichtig, Unfälle abzusichern und die Fluchtwege sowie Notrufstellen auszumachen.

Unfälle und unsachgemäße Absicherung

Zu Unfällen kommt es im Verkehr regelmäßig. Einer erhöhten Gefahr sind Motorradfahrer ausgesetzt, weil sie auf dem Motorrad schlichtweg weniger geschützt sind. Aber auch bei PKWs kann es durch Sekundenschlaf zu tragischen Unfällen kommen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bestimmte Verhaltensweisen bei sich zu etablieren, die die Wahrscheinlichkeit für Unfälle reduzieren:

  • nur bei einwandfreiem Gesundheitszustand fahren
  • kein Alkohol- und Drogenkonsum vor oder während der Fahrt
  • nicht übermüdet hinters Steuer setzen (keine Aufputschmittel, wie z. B. Koffein, zu sich nehmen)
  • gegenseitige Rücksicht und ständige Vorsicht im Verkehr
  • vorausschauendes Fahren
  • während der Fahrt nicht ablenken (z. B. durch Smartphones, Streitereien, Zigaretten)

Auch, wenn die Ratschläge befolgt werden, kann es dazu kommen, dass Autofahrer in einen Unfall verwickelt werden oder auf einen Unfall treffen. Nachdem ein Unfall passiert ist, bleibt die Gefahr bestehen. Denn ein Unfall muss angemessen abgesichert werden. Außerdem ist Erste Hilfe zu leisten. Dies ist Pflicht. Hierbei sind für Pkw-Fahrer in Österreich Warnwesten, ein Warndreieck und ein Erste-Hilfe-Kasten verpflichtend.

Es sollte pro Insasse im Auto eine Warnweste vorhanden sein, die griffbereit ist und im Auto vor dem Aussteigen angezogen wird. Gehalten wird vor der Unfallstelle in zehn Metern Entfernung. Nach Anschalten des Warnblinkers und Ausstieg wird zunächst das Warndreieck aufgestellt; innerhalb geschlossener Ortschaften in 50 Metern Entfernung hinter dem eigenen Fahrzeug, auf Autobahnen, Schnellstraßen sowie Landstraßen in 100 bis 150 Metern Entfernung. Danach verschafft man sich einen Überblick über die Unfallstelle, um beim Notruf möglichst genaue Auskunft zu den Verletzungen zu geben. Nach dem Notruf wird Erste Hilfe geleistet. Eine Missachtung dieses Vorgehens kann zur Folge haben, dass andere Verkehrsteilnehmer die Unfallstelle nicht sehen und es zu einem Auffahrunfall kommt. Fälle, in denen Ersthelfer aufgrund unsachgemäßer Absicherung selbst zu Unfallopfern wurden, gibt es.

Kommentare laden
ANZEIGE