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"Gebt auf die Tiere Acht!"

Zaun kostete Igel­mama das Leben: Dellacherin zog die vier Babys groß

Kärnten – Nachdem eine Igelmama durch Verletzungen verstarb, kümmerte sich Helena aus Dellach um die vier Igelbabys und zog diese mit der Hand groß. Nun möchte sich andere Menschen auf die Gefahren aufmerksam machen, die oft im eignen Garten für Igel lauern. Dazu hat sie in Rücksprache mit erfahrenen Igelhilfen einen Informationsfolder mit wertvollen Tipps erstellt. 

 5 Minuten Lesezeit (611 Wörter) | Änderung am 03.09.2020 - 07.26 Uhr
Vor kurzem erreichte uns die rührende Geschichte von Helena aus Dellach. Sie zog in den letzten Monaten gleich vier Igelbabys groß, nachdem die Igelmama in ihrem Gartenzaun stecken geblieben und verendet war. „Wir erkannten, dass es sich um eine Igelmama gehandelt hat, weil tags darauf ein verletztes Igelbaby am Rasen lag“, erklärt Helena. Die Verletzungen stammten von einem Mähroboter. „Das Junge erlag leider seinen Verletzungen, doch zum Glück konnten wir das Nest finden und die restlichen vier Igel mit der Hand aufziehen.“

So wird dein Garten „igelsicher“

Nun möchte Helena andere Menschen auf die Gefahren aufmerksam machen, die oft im eigenen Garten für Igel lauern. „Bei meinen vielen Recherchen rund um Igel, bin ich mehrmals darauf gestoßen, dass es leider keine Seltenheit ist, dass Maschendraht- oder Gitterzäune und auch Mähroboter den Igeln das Leben kosten“, so die Dellacherin. In Rücksprache mit erfahrenen Igelhilfen hat sie schließlich einen Informationsfolder erstellt. „Darin wird beschrieben, wie man den Garten igelsicher machen kann. Da es nur ein paar einfache Maßnahmen sind, glaube ich, dass es viele machen würden, wenn sie davon wüssten“, ist sich Helena sicher.

Mähroboter, Rasenmäher, Trimmer oder Sensen

Ein Mähroboter sollte ausschließlich in der Zeit von 10 bis 16 Uhr fahren. Keinesfalls nachts, denn da sind die Igelchen on Tour und können schnell unter die Messer geraten. Am besten bringt man eine sogenannte „Apfelschürze“ an – es handelt sich dabei um ein einfaches Lochblech, das man mit Schrauben oder Kleber am Gehäuse des Roboters befestigen kann. Außerdem sollten auch manuelle Mäharbeiten nur zwischen 10 Uhr und 16 Uhr stattfinden und zuvor kontrolliert werden, ob nicht irgendwo ein Igel schlummert.

Maschendraht, Gitterzäune und Netze

Bei seinen nächtlichen Ausflügen durchstreift ein Igel mehrere Gärten. Viel zu oft kommt es leider vor, dass einer durch einen Zaun schlüpfen möchte und dann nicht durch passt. Wegen der Stacheln kommt er aber nicht mehr zurück und verendet dann qualvoll. Man kann dem ganz einfach entgegenwirken, indem man 10×10 cm/12×12 cm große Schlupflöcher in die Zäune zwickt, damit die kleinen Tiere ohne Probleme hindurch kommen. Sehr gut eignen sich dafür auch Rohre mit 120 mm Durchmesser.

Teiche sowie Kellerschächte

Obwohl Igel schwimmen können, sind leider viele Teiche so beschaffen, dass sie nicht mehr rauskommen und ertrinken. Ein schräg hineingestelltes Brett mit Querstegen, das eine Rampe zum Ufer bildet, kann ein Igelleben retten.

Auch Kellerschächte sind für Igel nicht ungefährlich. Am besten macht man alle Schächte komplett zu. Für Treppen bieten sich ebenfalls Rampen oder zusätzliche Zwischenstufen an, damit die Igel auch wieder hinaufgehen können, sollten sie sich nach unten verirren.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Igel sind immer nachtaktiv! Sollte man tagsüber einen Igel im Garten sehen, ist das oft ein Zeichen dafür, dass es ihm nicht gut geht. Nur in Ausnahmefällen handelt es sich um eine säugende Igelmama oder ein Junges, das kurz auf Nahrungssuche ist, sich dann aber gleich wieder hinlegt. Wenn man also am Tag einem Igel begegnet, ist es am besten, ihn gleich einzusammeln, mit ins Haus zu nehmen, damit Fliegen nicht ihre Eier auf das geschwächte Tier legen können.

In jedem Fall ist es in solch einer Situation unerlässlich, eine professionelle Igelhilfe zu kontaktieren und sich über die weiteren Schritte zu informieren. Die Facebook Gruppe Igelfreunde Österreich hilft in Notfällen so schnell und gut es geht.

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