fbpx

Zum Thema:

30.09.2020 - 12:16Am Flughafen-Gelände: Kluger Standort für ein Gefängnis?17.09.2020 - 10:10Kein „happy landing“ am Airport KLU?03.06.2020 - 14:30Staatshilfe für AUA: Stadt fordert Standort­garantie für Flughafen26.09.2019 - 16:07Sommer, Sonne, Strand auf Malle: Direktflug von Klagenfurt
Wirtschaft - Klagenfurt
Über eine halbe Million Euro sind im Jahr 2019 vom Land Kärnten in den Flughafen Klagenfurt geflossen.
Über eine halbe Million Euro sind im Jahr 2019 vom Land Kärnten in den Flughafen Klagenfurt geflossen. © 5min.at

Lilihill verliert wichtigen „Copiloten“

Land pumpte 2019 über eine halbe Million Euro in Flughafen Klagenfurt

Klagenfurt – Während am Flughafen Klagenfurt seit der Mehrheitsübernahme durch die Lilihill Capital GmbH rein äußerlich nicht viel mehr an Veränderung zu sehen ist, als dass ein Flugzeug-Hangar abgerissen wurde, ist nun bekannt geworden, dass das Land Kärnten im Jahr 2019 über eine halbe Million Euro in den Airport investierte.

 3 Minuten Lesezeit (376 Wörter)

Von Franz Miklautz. Exakt waren es 666.000 Euro, die in die Sicherheitsinfrastruktur des Flughafens geflossen sind. Das gab das Referat von Landesrat Martin Gruber (ÖVP) auf Anfrage bekannt. Die Lilihill-Gruppe gibt zu ihren Investitionen in den Airport keine Auskünfte.

Aufstockung von Lilihill-Anteilen im Gespräch

Das Land besitzt seit 12. Juli 2018 nur mehr 20,08 Prozent am Flughafen. Den Löwenanteil am Airport übernahm vor zwei Jahren Lilihill-Eigentümer und Immobilien-Magnat Franz Peter Orasch. Er hält derzeit 74,9 Prozent an der Flughafen Betriebsgesellschaft. Eine Aufstockung seiner Anteile ist im Gespräch. Momentan laufen dazu Verhandlungen zwischen der Kärntner Beteiligungs-Verwaltung (KBV) – sie hält die Anteile des Landes – und Orasch. Die Stadt Klagenfurt hält nur noch 5,02 Prozent.

Weitere Millionenzuschüsse

Und das Land muss weiter zuschießen: 2,64 Millionen Euro kann die Flughafen Betriebsgesellschaft beim Land noch abrufen. Das geht aus dem Beteiligungsvertrag zwischen der KBV, Stadt und Lilihill hervor. Darin hat sich auch die Stadt Klagenfurt zu Zuschüssen in der Höhe von 827.000 Euro verpflichtet. Die Zusagen für die Förderungen bestanden schon vor Vertragsunterzeichnung.

Eisner geht von Bord

Indes wurde bekannt, dass einer von Oraschs „Copiloten“ das Unternehmen verlassen hat. Karl Georg Eisner galt als eine der Schlüsselfiguren im Lilihill-Management. Er spielte bei der Planung für den Flughafen eine wesentliche Rolle und war sozusagen Oraschs rechte Hand am Airport. Er war es auch, der im Vorjahr federführend die Lilihill-Milliarden-Investition in den Flughafen ankündigte. Laut Firmenbuch war Eisner im Management von mindestens drei Unternehmen der Lilihill-Gruppe tätig. Presse-Managerin Marion Trattnig-Stultschnig bestätigt den Abgang, bezeichnet die Beendigung des Arbeitsverhältnisses aber als „unspektakulär“. Es handle sich um eine „einvernehmliche Auflösung“. Eisner wird derzeit im Firmenbuch noch als Aufsichtsrat am Flughafen geführt, dabei dürfte es sich aber nur noch um fehlende Firmenbuch-Eingaben handeln. Nach Martin Pernthaner und den beiden Flughafen-Chefs Michael Kunz und Harald Stoutz ist Eisner bereits der vierte Abgang im Management-Bereich, den Lilihill-Firmen oder -Beteiligungen in letzter Zeit zu verzeichnen haben.

Der Autor:

Der Klagenfurter Franz Miklautz ist als Investigativjournalist tätig. Unter anderem betreibt er die Plattform mediapartizan.at, auf der er regelmäßig Missstände aufdeckt. Er war nominiert für den Literaturpreis Wartholz VII und ist Gewinner des “Erostepost”-Literaturpreises 2014.

ANZEIGE