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Wirtschaft - Villach
© Pixabay

Warten auf Lieferungen:

10 von 10 Villacher Apotheken haben keinen Grippe-Impfstoff

Villach – Enttäuschendes Ergebnis: 5 Minuten Villach fragte bei zehn Villacher Apotheken nach dem Grippeimpfstoff. Keine der befragten Apotheken hat diesen derzeit lagernd.

 3 Minuten Lesezeit (459 Wörter) | Änderung am 08.09.2020 - 16.33 Uhr

Die Grippesaison steht vor der Tür und viele Menschen möchten demnächst die jährliche Schutzimpfung durchführen. „Ich bin über 60 Jahre alt und Risikopatient, ich kann nirgends einen Grippeimpfstoff herbekommen“, so ein 5 Minuten Leser, “ ich mache das jährlich um diese Zeit und so etwas gab es noch nie.“ Wir nahmen dies zum Anlass dies zu überprüfen und in der Tat: Von zehn zufällig ausgewählten Apotheken aus Villach hatte keine einzige einen Impfstoff lagernd.

Unterschiedliche Einschätzungen

Auf Nachfrage, wann der Impfstoff geliefert wird, antworteten die Mitarbeiter in den Apotheken unterschiedlich: Einige gaben keine Einschätzung ab, denn man weiß es einfach nicht. Einige nannten als Zeitraum Ende September, bestimmt aber im Oktober und eine Apotheke schätzte die Lieferung per Mitte Dezember, also mitten in der Influenza-Zeit, ein. Es gibt bereits in einigen Apotheken Wartelisten mit Vorbestellungen und Reservierungen, die sind jedoch großteils schon voll. Wir fragten bei der Stadt Villach nach: „Dass der Grippeimpfstoff rar sein wird, war keine Überraschung für mich, da mir die Apotheken ja von den Engpässen erzählt haben. Dass er aber in diesem Ausmaß fehlt, ist erschreckend. Daher habe ich auch neuerlich beim Gesundheitsministerium urgiert“, betont Stadtrat Christian Pober.

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Stadtrat Christian Pober ist seit Wochen bemüht, noch mehr Impfmaterial für die Villacherinnen und Villacher zu organisieren.

Stadtrat Christian Pober ist seit Wochen bemüht, noch mehr Impfmaterial für die Villacherinnen und Villacher zu organisieren. - © KK

Gesundheitsreferent (ÖVP) kämpft für rasche Lösung

Das Gesundheitsamt der Stadt Villach hat sich schon im Frühjahr rechtzeitig um genügend Grippeimpfstoff bemüht. „Wir haben uns frühzeitig gemeldet und bereits prophylaktisch mehr Bedarf als in den vergangenen Jahren angemeldet“, meint Pober. Villach hat 1500 Dosen zur Verfügung, mehr als in den Jahren zuvor. Wie viele tatsächlich benötigt werden, kann man vorab natürlich noch nicht sagen. Dennoch ist Pober seit Wochen bemüht, noch mehr Impfmaterial für die Villacherinnen und Villacher zu organisieren.

Noch keine Antwort vom Gesundheitsminister

Der Stadtrat hat persönlich mit mehreren Apothekern gesprochen. „Sie haben mir ihre Unsicherheit und ihre Sorge ob der fehlenden Impfstoffe mitgeteilt. Darüber hinaus gibt es ja Patienten, die eine Grippeimpfung dringend benötigen“. Er glaube zudem, dass die Bevölkerung heuer eher dazu tendieren wird, sich impfen zu lassen. „Das Thema Impfschutz ist derzeit sehr präsent“, bestätigt er. Vor rund zwei Wochen hat der Gesundheitsreferent bereits einen Brief an Gesundheitsminister Anschober geschrieben, dass eine flächendeckende Versorgung mit Impfstoff für Villachs Apotheken gewährleistet sein müsse. „Bis dato habe ich noch keine Antwort erhalten, daher habe ich heute eine weitere Mail geschrieben“, erklärt der Stadtrat. Er werde beim nächsten Gemeinderat aber eine Resolution fordern und er hofft, dass die andern Parteien ihm zustimmen werden.

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