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Wirtschaft - Kärnten
© StadtPresse/Walter Fritz

VOEB fordert Lösungen

Mülltrennung wird den Menschen immer wichtiger

Kärnten/ Österreich – 91 Prozent der Österreicher sprechen sich in einer aktuellen Studie für die getrennte Sammlung von Abfall aus, 80 Prozent sortieren gewissenhaft ihren Müll. So erreicht Österreich bereits heute die Recycling-Quoten für Papier, Glas und Metall.

 2 Minuten Lesezeit (357 Wörter) | Änderung am 20.09.2020 - 14.49 Uhr

Um auch die Kunststoffrecycling-Quote bis 2025 zu schaffen, empfiehlt der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) die Stärkung und vor allem österreichweite Vereinheitlichung der getrennten Sammlung – statt der Einführung kostspieliger Insellösungen wie eines Pfandes auf PET-Flaschen.

Seit rund 30 Jahren trennen wir Müll

Die getrennte Sammlung von Abfall ist unter Österreichern besonders beliebt und angesehen: Mülltrennung sei richtig und wichtig (91% Zustimmung), wird zu Hause gewissenhaft und sorgfältig umgesetzt (81%) und sei in den letzten Jahren wichtiger geworden (67%). Mit der vor rund 30 Jahren eingeführten Mülltrennung (Papier schon seit 1964, Glas seit 1977) war Österreich Vorreiter in Sachen Wiederverwertung von Abfall. Einzig das Kunststoffrecycling muss aufgrund der angestrebten EU-Quoten bis 2025 verdoppelt werden, und zwar von 75.000 auf 150.000 Tonnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, fordert der VOEB die getrennte Sammlung zu stärken und in allen Bundesländern zu vereinheitlichen. „Das System bewährt sich seit Jahrzehnten. Wenn wir es weiter ausbauen, in der Öffentlichkeit intensiver kommunizieren und österreichweit vereinheitlichen lösen wir das Problem mit dem Plastikmüll mit einem Schlag, denn so sammeln wir jede Art von Kunststoffabfall. Und sparen uns die Einführung neuer, kostspieliger Einweg-Pfandsysteme, die nur PET-Flaschen erfassen“, ist Gaby Jüly, Präsidentin des VOEB überzeugt. In der repräsentativen Studie im Auftrag des VOEB befragte marketagent.com 500 Österreicherinnen und Österreicher im August 2020 zum Thema Abfall.

Wohin mit recyceltem Kunststoff?

Eine weitere, enorme Herausforderung für die Abfallwirtschaft ist die Frage, was mit dem recycelten Kunststoff passiert. Auch hier vermisst der VOEB klare Lösungsansätze der Politik. „Kunststoffrecycling macht nur Sinn, wenn es auch einen Absatzmarkt dafür gibt. Viele europäische Länder setzen bereits heute 30 Prozent recyceltes Material für die Produktion neuer Kunststoffprodukte ein – in Österreich nur 10 Prozent! Hier muss die Politik dringend ansetzen und einen verpflichtenden Einsatz von recyceltem Kunststoff in der industriellen Produktion einführen. Wenn sich die Politik die Verdoppelung des Kunststoffrecyclings zum Ziel setzt, müssen dafür auch die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden“, so Jüly. Die österreichischen Entsorgungsbetriebe fordern schon seit Jahren Rechtssicherheit, um langfristige Investitionen zu planen.  Nur mit einer allumfassenden Lösung, an der alle Partner beteiligt sind, kann Kunststoffrecycling langfristig gelingen

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