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Landesverband für Hospiz:

Warnung vor Missbrauch der Sterbehilfe: Drei Doktoren sprechen über die Gefahren

Kärnten – Der Kärntner Landesverband für Hospiz warnt vor Missbrauch der Sterbehilfe und fordert den Ausbau der Palliativversorgung in Kärnten. Der Direktor der Caritas Kärnten, Ernst Sandriesser kritisiert die Befürworter. 

 3 Minuten Lesezeit (402 Wörter) | Änderung am 25.09.2020 - 13.37 Uhr

„Die Gefahr des Missbrauchs ist absehbar, wenn Tötung auf Verlangen und Beihilfe zum Suizid gesetzlich möglich werden soll. Es besteht die Gefahr, dass Menschen sich dazu gedrängt fühlen und auf ältere, pflegebedürftige und beeinträchtigte Menschen der gesellschaftliche Druck wächst“, kritisiert Ernst Sandriesser, der auch Vorsitzender des Präsidiums des Kärntner Landesverbandes für Hospiz ist, die Befürworter einer Lockerung der geltenden gesetzlichen Regelung. Entwicklungen in Belgien oder Niederlanden sollen diese Befürchtungen bestätigen.

Ein ethnisches Dilemma

„Niemand sollte sich für ein Angewiesensein auf Pflege und Unterstützung rechtfertigen müssen“, so Sandriesser. „Wird Menschen die Verfügungsgewalt über die Beendigung des Lebens anderer Menschen zugesprochen, so kommen Ärzten und Pflegekräfte in ein ethisches Dilemma. Die Tötung auf Verlangen widerspricht dem Berufsethos und würde das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten, Ärzten und Pflegekräften nachhaltig beeinträchtigen“, findet er.

„Todeswunsch kann auch wieder verschwinden“

„Die Diskussion fordert heraus, noch mehr dafür zu tun, dass die stationäre und mobile Palliativversorgung in Kärnten ausgebaut wird und niemand einsam und unbegleitet sterben muss“, erklärt Hubert Stotter, Rektor der Diakonie Kärnten. Aus der praktischen Arbeit mit schwerkranken Patienten wäre laut ihm bekannt, dass ein Todeswunsch vielfach schwindet, wenn die betroffenen Menschen wirksame Linderung und Entlastung erfahren.

„Es muss also konkret auf die Nöte und Bedürfnisse des betroffenen Menschen und seiner/ihrer Umgebung eingegangen werden: auf die physischen, psychischen und spirituellen Schmerzen, die Vereinsamung, den Erhalt der Entscheidungsfreiheit. Oft ist die Not der Angehörigen bzw. des sozialen Umfelds größer als die Not der Patienten“, meint Stotter.

Beratung in Informationen sind wichtig

„Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass die gezielte Unterstützung von Angehörigen auch Patienten spürbar entlasten kann“, so Peter Ambrozy, Präsident des Roten Kreuzes in Kärnten. Qualifizierte multiprofessionelle Hospiz-und Palliativ-Betreuung und Begleitung seien laut ihm daher notwendig und sicherzustellen. „Weiters sind die Beratung und Information von Betroffenen, ihren Angehörigen und Vertrauenspersonen ein großes Anliegen von Hospiz und Palliative Care“, so Ambrozy.

Das Hospiz Kärnten wird getragen von Diakonie, Caritas und Rotem Kreuz und setzt sich seit 15 Jahren dafür ein, dass alles getan wird, um ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Dieses Angebot umfasst gleichermaßen die körperliche, emotionale, soziale, psychische und spirituelle Dimension und bezieht sich auch auf Angehörige und Vertrauenspersonen.

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