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Ein Brand in der eigenen Wohnung kann verheerend sein. Wie du mit einem Feuerlöscher richtig umgehst, erfährst du hier.
Ein Brand in der eigenen Wohnung kann verheerend sein. Wie du mit einem Feuerlöscher richtig umgehst, erfährst du hier. © FF Wolfsberg
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Rat vom Brandschutzexperten

5 Tipps: Wie benutze ich einen Feuer­löscher richtig?

Villach – Rauch ist wahrnehmbar, Flammen lodern auf. Wenn es brennt, zählt jede Sekunde. Der Notruf ist gesetzt, doch bis die Feuerwehr eintrifft, kann sich der Brand bereits ausbreiten. Ein Feuerlöscher kann die Flammen eindämmen. Doch was gilt es beim Eigengebrauch zu beachten? Wir haben uns wertvolle Tipps von den Brandschutzexperten von Fire-Protect geholt.

 8 Minuten Lesezeit (1071 Wörter) | Änderung am 12.10.2020 - 19.54 Uhr

Der Fisch brät in der Pfanne, daneben noch schnell die Waschmaschine eingeschalten. „Ich bin ja nur kurz weg“, denken sich viele. Doch so manche Unachtsamkeit kann schnell gefährlich werden. Zum Glück sind Rauchmelder mittlerweile Pflicht und warnen rechtzeitig vor Rauchentwicklung. Einen Feuerlöscher haben jedoch nur wenige schnell zur Hand. Aber wie ist das eigentlich? Welcher Feuerlöscher wäre ratsam für den Hausgebrauch? Wir haben mit den Brandschutzexperten von Fire-Protect gesprochen und uns fünf hilfreiche Tipps geholt.

Tipp 1: Wenn die Pfanne brennt

Wenn der oben beschriebene Fisch in der Pfanne zu brennen beginnt, sind viele handelsübliche Feuerlöscher ungeeignet und diesen sogenannten Fettbrand zu löschen. „Die meisten Feuerlöscher einhalten Schaum oder wässrige Lösungen und können einen Fettbrand zusätzlich anheizen und zu lebensgefährlichen Verpuffungen führen“, erklärt Rüdiger Kopeinig, Chef der Firma Fire-Protect. Was also tun, wenn das Fett in der Pfanne brennt? „Am besten erstickt man das Feuer mit einem Deckel oder einer Decke und lässt die Pfanne oder den Topf möglichst im Freien abkühlen“, so der Experte. Nach Ansicht des Experten kann die Bekämpfung des Fettbrands mit einem falschen Feuerlöscher schnell gefährlich werden. „Wenn zum Beispiel Wasser das Löschmittel ist, kann es zu einer Explosion kommen“, gibt Kopeinig zu bedenken.

Ein Fettbrand kann schnell gefährlich werden. - © FF Zell-Gurnitz

Tipp 2: Sicher ist sicher

Auch wenn der Feuerlöscher im eigenen Haushalt nicht für Fettbrände geeignet ist, so gibt es doch unzählige Situationen in Haus und Garten bei denen ein Feuerlöscher doch die beste Rettung sein kann. „Eine glühende Zigarette, vergessene Kerzen oder zündelnde Kinder können immer wieder Gefahren mit sich bringen“, sagt der Brandschutzexperte. Auch von defekten Elektrogeräten geht eine große Gefahr aus. Sogenannte Kabelbrände entstehen still und heimlich und können giftige Schwelbrände auslösen und die ganze Wohnung in Brand stecken.

Ein Feuerlöscher kann die meisten Brände effektiv bekämpfen oder zumindest eindämmen, bis die Feuerwehr eintrifft.

Ein Feuerlöscher kann die meisten Brände effektiv bekämpfen oder zumindest eindämmen, bis die Feuerwehr eintrifft. - © fotolia

Tipp 3: Kann im Ernstfall Leben retten

Rauchmelder sind mittlerweile Pflicht. Die Anschaffung eines Feuerlöschers ist in Österreich hingegen freiwillig. Im Notfall kann eine Investition in einen Feuerlöscher jedoch großen Schaden verhindern oder sogar Leben retten. „Die wenigsten wissen, dass Brandopfer nicht nur durch Feuer Verletzungen davon tragen können, sondern schon vorher durch eine Rauchgasvergiftung gefährdet sind“, so Kopeinig. Kleine Hand-Feuerlöscher sind im Handel bereits für 20 bis 60 Euro zu kaufen und je nach Art mit Schaum, Wasser oder Gas gefüllt.

Eine vergessene, brennende Kerze auf einem Adventskranz, kann schnell einen Wohnungsbrand auslösen.

Eine vergessene, brennende Kerze auf einem Adventskranz, kann schnell einen Wohnungsbrand auslösen. - © pixabay.com

Tipp 4: Wohin mit dem Feuerlöscher?

Der Feuerlöscher für zu Hause sollte fest und kindersicher in einer Halterung montiert und dennoch schnell griffbereit sein. Er sollte in der Nähe von möglichen Gefahrenquellen, wie beispielsweise der Küche, dem Kamin oder dem Grill angebracht sein. „Wichtig ist, eine regelmäßige Überprüfung des Löschmittels bzw. Feuerlöschers„, so der Experte. Denn auch Feuerlöscher haben ein Verfallsdatum.  Dabei wendet man sich am besten an den Hersteller oder eine Wartungsfirma.

Mario Santner von Fire-Protect bei der Überprüfung eines Feuerlöschers. - © KK

Tipp 5: Was tun, wenn es zu Hause brennt?

Kommt es zum Brand ist überlegtes, rasches und sicheres Handeln gefragt:

  • Gefährdete Personen warnen und in Sicherheit bringen, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist
  • Rufe die Feuerwehr! Auch wenn du den Brand selbst löschen kannst, können nur die Experten sicherstellen, dass eine Rückzündung auszuschießen ist und die Brandstellen auf mögliche Glutnester untersuchen.
  • Löschversuch mit Feuerlöscher unternehmen. Mach dies aber nur, wenn du dich damit nicht selbst gefährdest und du freie Sicht auf den Brandherd hast.
  • Den Feuerlöscher mit Abstand und kurzen gezielten Stößen auf das Feuer betätigen.
  • Hat dein Löschversuch nichts gebracht, dann verschließe, wenn möglich offene Fenster oder Türen des Brandraums und entferne dich vom Brandherd.
  • Benutzte Feuerlöscher müssen durch den Kundendienst überprüft, neu befüllt und instand gesetzt werden.

Übersicht der Brandklassen

  • A: organische Stoffe wie Holz, Papier, Stroh, Textilien, Autoreifen oder Kohle
  • B: flüssige Stoffe, darunter Benzin, Alkohol, Öle, Lacke, Teer oder Paraffin
  • C: Gase wie zum Beispiel Acetyl, Propan, Methan, Wasserstoff, Erd- oder Stadtgas
  • D: Metalle wie mit Aluminium, Magnesium Lithium, Natrium und Kalium
  • F: Speiseöle wie zum Beispiel Speisefett aus Fritteusen sowie tierische und pflanzliche Fette

Feuerlöscher für zu Hause

Wasser-Löscher (Klasse A)

Dieser Feuerlöscher ist meist recht günstig zu bekommen, sollte jedoch niemals bei Elektrobränden oder Fettbränden eingesetzt werden. Durch das Wasser drohen verheerende Kurzschlüsse und bei Fettbränden kann eine lebensgefährliche Explosion entstehen.

ABC

ABC-Pulver-Feuerlöscher sind sehr wirksam und decken die meisten Brandklassen ab. Sie sollten jedoch nicht für Fettbrände eingesetzt werden. „Dieser Typ Feuerlöscher vernebeln durch den feinen Pulverstaub rasch den Raum und können die Sicht auf den Brandherd nehmen“, sagt Kopeinig. Zudem dringe das feine Pulver in Öffnungen von Einrichtungsgegenständen ein und nach dem Löscheinsatz ist meist ein hoher Reinigungsaufwand gegeben.

Schaum (Klassen A und B)

Diese Feuerlöscher sind gut für Brände in der Wohnung geeignet. Sie enthalten jedoch Wasser und sind nicht für Fettbrände geeignet.

Kohlendioxid (Klasse B)

Kohlendioxid leitet nicht und wird deshalb oftmals bei Bränden an EDV-Anlagen eingesetzt. In geschlossenen Räumen kann das freigesetzt CO2 jedoch schnell zur Erstickungsgefahr führen. Auch dieser Feuerlöscher ist für Fettbrand ungeeignet. Es besteht Stichflammen-Gefahr!

Fettbrand-Löscher (Klasse A, B, F)

Dieser Feuerlöscher ist, wie der Name schon sagt, für Brände rund um den Herd geeignet. Die Geräte dieser Klasse können auch bei Wohnungsbränden eingesetzt werden.

Pulver-Löscher (Klasse D)

Sind sehr speziell und für den Heimgebrauch eigentlich unüblich. Diese Feuerlöscher werden in der Regel bei Metallbränden eingesetzt.

Tipp vom Brandschutzexperten:

Eine Anweisung steht auf jedem Feuerlöscher. Um im Brandfall schnell reagieren und sicher löschen zu können, sollte man sich mit der Anleitung bereits im Vorfeld vertraut machen!

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Bruno Kreisky Straße 33
9500 Villach
Tel.: 0424239895
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www.fire-protect.at