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Leute - Villach
© HFM Harald Hohenberger (FF Pörtschach am Wörthersee)

"Ich bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf"

Trotz schrecklicher Szenen: Villacher zeigt Zivilcourage

Pörtschach – Zivilcourage und Mut bewies heute Nacht ein Villacher, als er bei einem rauchenden Auto auf der A2 stehen blieb. Leider nahm die Geschichte ein tragisches Ende. Der Ersthelfer ist trotzdem der Meinung: "Man darf nicht einfach wegsehen".

 3 Minuten Lesezeit (472 Wörter) | Änderung am 15.10.2020 - 19.58 Uhr

Erst heute Morgen mussten wir vom Tod einer 29-Jährigen berichten. Sie ist heute Nacht bei einem Autounfall auf der A2 ums Leben gekommen. Ein 42-jähriger Villacher meldete sich nun bei uns. Er war, gemeinsam mit vier anderen, als Ersthelfer bei dem Unfall dabei. Er ringt mit Worten als er sich an die schrecklichen Szenen erinnert: „Ich bekomme die Bilder nicht aus dem Kopf“, erzählt er. Außerdem spricht er über Zivilcourage, vorschnelle Anschuldigungen und über das unmögliche Benehmen mancher Verkehrsteilnehmer.

„Ich bin kein Held“

Seinen Namen oder ein Foto will der Ersthelfer nicht veröffentlichen. „Ich will keine Lorbeeren. Ich möchte daran erinnern, das Zivilcourage nicht aus der Mode gekommen ist und dass man immer helfen sollte, wenn man kann“, so der Villacher. „Ich bin kein Held aber ich bin Vater und wenn ich mir vorstelle, das würde einem meiner Kinder oder mir selbst passieren, wäre ich auch froh, wenn jemand wenigstens versuchen würde zu helfen“. Was ihn besonders berührt: „Die Schwester der Dame hat sich bei mir für meinen Einsatz bedankt, aber ich konnte leider nicht mehr viel tun, außer ihr mein tiefstes Beileid auszusprechen“.

Er zögerte keine Sekunde…

Der Villacher, der beruflich als Busfahrer arbeitet, war gerade auf dem Nachhauseweg als er auf der A2 einen rauchenden PKW bemerkte. Er zögerte keine Sekunde, blieb am Pannenstreifen stehen und eilte zum Unfallort. „Ich habe nicht mal darüber nachgedacht. Für mich war klar: Ich muss helfen“. Eine Frau hatte zu diesem Zeitpunkt schon Rettung und Polizei verständigt und drei weitere Personen waren vor Ort. „Wir haben die verunfallte Frau versucht anzusprechen, aber kein Lebenszeichen bekommen“, erinnert sich der Ersthelfer. „Leider war uns allen klar: Das kann man fast nicht überleben. Es war kein schöner Anblick“. Dies bestätigten dann auch die Einsatzkräfte, die weniger später vor Ort ankamen.

Gaffer und Raser erschwerten die Situation

Ein großes Problem waren laut dem 42-Jährigen vor allem die anderen Verkehrsteilnehmer. „Es lagen Fahrteile auf der Fahrbahn, die drohten uns um die Ohren zu fliegen und es waren ja auch Menschen vor Ort, die versucht haben zu helfen“. Ein Helfer wurde beauftragt die Autos ein Stück weiter vorne, auf die linke Fahrbahn zu losten. „Trotz allem sind manche einfach mit extrem hoher Geschwindigkeit vorbeigerattert. Es war wirklich gefährlich“, erzählt er verärgert. Auch für die „Gaffer“ die zwar schauen wollen, aber nicht daran denken zu helfen, hat er wenig Verständnis. „Abschließend möchte ich noch alle bitten, die junge Frau nicht zu verurteilen von wegen ‚Handy am Steuer‘ oder Ähnliches. Wir wissen nicht was die Ursache war, aber es ist so oder so einfach nur eine traurige Geschichte – auch ohne diese Kommentare“, so der Villacher abschließend.

 

 

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