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Kolumne

Punch der Woche: „Fuck Corona – Test positiv!“

Kärnten – Damals, als ich noch ein kleiner Bub gewesen bin, hat mir meine Oma im November, Dezember, wenn das Abendrot besonders intensiv geleuchtet hat, wie ein großer Ofen am westlichen Himmelszelt, auf meine Frage nach dem „Warum“ geantwortet: „Weil der Weihnachtsmann jetzt Kekse bäckt.“ Ich hab's geglaubt. Weil's ein liabes Gschichterl ist.

 3 Minuten Lesezeit (427 Wörter) | Änderung am 22.10.2020 - 18.25 Uhr

Von Walter Grill. Kein Wort glaube ich dagegen Gesundheitsminister Rudi Anschober, wenn er wieder einmal von seiner ominösen Schublade fabuliert, von irgendwelchen Konzepten, die er daraus – irgendwann – ziehen will. Ein Ankündigungsminister mit Hokuspokus und paar Märchen im Talon.

Corona spaltet die Gesellschaft

Das Virus stellt uns alle vor gewaltige Aufgaben, hat längst nicht mehr allein nur das Pro und Contra befeuert, es spaltet inzwischen die Gesellschaft. Corona-Leugner, Ignoranten, Verharmloser, Klopapier-Messie und jene, zu deren Gruppe ich mich gezählt habe: Realisten, die die Verordnungen ernst nehmen, sich und andere nach bestem Gewissen schützen.

Bis gestern. Test als K1-Person, positiv – zum Glück ohne Symptome, ab in die Quarantäne. Infiziert am Wochenende, bei einem Gespräch mit einer netten Laibacher Studentin, mit Freude, weil ich mein Slowenisch wieder a bissale auffrischen konnte. Abstand ganz sicher ein „Kogler“, was wiederum drei „Kurz“ entspricht.

Regierung setzt Maßnahmen, die niemand versteht

Kein Vorwurf an sie, vorwerfen muss ich mir allein selbst was, könnt ich doch Enkerl, meine Frau, Tochter, Freunde angesteckt haben: Angst! Und, da ich jetzt als unmittelbar Betroffener alles differenzierter sehe, ein Vorwurf an die Regierung, an die Politik. Sie reagieren, statt zu agieren! Sie setzen Maßnahmen, die keiner versteht, drohen („100.000 Tote“) und versprechen („Licht am Ende des Tunnels“). Sie verbieten Weihnachtsmärkte, erlauben aber den Ursula-Markt. Akzeptieren 3.000 Zuschauer Mittwoch beim Champions-League-Spiel in Salzburg, aber nicht verteilt im riesigen Stadion, sondern eng gepfercht in zwei Sektoren. Sie haben aus Ischgl nix gelernt und schauen zu, wie nun am Hintertuxer Gletscher hunderte Skifahrer eng beieinander am Lift Schlange stehen. Sie haben den Sommer verschlafen, kein zusätzliches Personal für Tests und Contract-Tracing angestellt und erst Donnerstag, Monate nach der Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, die Vollvisierhelme als „ungenügend“ verboten.

„Fuck Corona!“

Ich will Volksvertreter, die Leadership zeigen. Keine, die „an unser Verantwortungsgefühl appellieren“, „Freiwilligkeit“ predigen – machen sie ja z.B. auch bei einer 50 km/h-Beschränkung nicht – sondern beinharte, nachvollziehbare Maßnahmen und Gesetze anordnen! Fuck Corona – ich freu mich, wenn wir alle, dann am Ende des Tunnels, wieder ein echtes Lebensgefühl inhalieren können!

Der Kolumnist:

Der Kärntner Walter Grill war über 40 Jahre als Sportredakteur und Sport-Ressortleiter der Kärntner Tageszeitung / KTZ aktiv. Kein Blatt vor den Mund nahm sich Grill im Zuge seines Kommentares „Punch am Sonntag“, in welchem er diverse Themen vor allem im Sportbereich behandelte. Er engagierte sich auch als Fußballtrainer für die Jugend, Eishockeyschiedsrichter und Pressechef bei verschiedenen großen Sportveranstaltungen in Kärnten.

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