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Polizeigewerkschafter kritisiert Informationsfluss:

Covid-19: Diskussion nach Polizeieinsatz in Langauen

Villach-Langauen – Unter den Asylwerbern im Bundesquartier Langauen kam es vergangenen Freitag zu einem positiven Coronafall. Polizisten haben das Infektionsgeschehen vor Ort nur "durch einen Zufall erfahren." Diese Tatsache sorgt nun für Kritik und interne Diskussionen seitens der Exekutive.

 3 Minuten Lesezeit (371 Wörter) | Änderung am 26.10.2020 - 00.24 Uhr

Vergangenen Freitag wurde ein Bewohner des Bundesquartiers für Asylwerber in Villach Langauen einem Corona-Test unterzogen, da er in eine andere Einrichtung nach Niederösterreich verlegt werden sollte.* Der Test stellte sich als positiv heraus. Am selben Wochenende kam es zu einem Polizeieinsatz in der Einrichtung. Die einschreitenden Beamten wurden, laut Josef Wuggenig, Personalvertreter des Stadtpolizeikommandos Villach, jedoch nur durch einen Zufall über das Infektionsgeschehen in Langauen informiert.

Kritik an mangelndem Informationsfluss

Diese Tatsache sorgt jetzt seitens des Polizeigewerkschafters für viel Kritik. Zum einen sollen die zuständigen Behörden weder die Stadtpolizeikommanden Villach, noch die betroffene Polizeiinspektion über das Infektionsgeschehen in Langauen in Kenntnis gesetzt haben. „Hier braucht es eindeutig einen besseren Informationsfluss“, fordert Wuggenig. Zum anderen bemängelt der Personalvertreter die Vorgangsweise im Bezug auf den positiv getesteten Asylwerber. „Die betroffene Person und dessen Zimmerkollegen wurden lediglich in ihren Zimmern separiert“, zeigt sich Wuggenig unverständlich. Auch sei seiner Meinung nach fraglich, warum bei „weit über 200 betreuten Asylwerbern die Quarantäne durch das Magistrat wieder aufgehoben wurde.“

Magistratsjurist wehrt sich gegen Vorwürfe

Auf Anfrage von 5 Minuten äußerte sich Magistratsjurist Alfred Winkler zu den Vorwürfen und erklärt: „Der Betroffene wurde am 16. Oktober getestet. Bis vom Bundesministerium ein Ergebnis kommt, dauert es eine Weile. So kam das Ergebnis erst Anfang dieser Woche um den 19. und 20. Oktober. Die Beamten hatten den Einsatz aber genau am Wochenende dazwischen“. Die Polizisten wurden zudem als Vorsichtsmaßnahme getestet, obwohl sie während ihres Einsatzes keinen Kontakt zum Infizierten hatten. „Das Bundesministerium hätte ihre Kollegen bestimmt informiert, hätte es dazu einen triftigen Grund gegeben“, ist sich Winkler sicher.

„Gesamtabriegelung war nicht notwendig“

Der infizierte Asylwerber befindet sich bis dato in Quarantäne in Langauen. „Er hatte ausschließlich mit seinen zwei Kollegen und Zimmerkumpanen Kontakt. Die Männer wurden in einem eigenen Quarantäne-Bereich untergebracht“, versichert Winkler. Bei mehreren Fällen wäre eine Teil- oder Gesamtabriegelung eingeleitet worden. „Nach zahlreichen Gesprächen und genauer Analyse der Lage haben wir uns aber dagegen entschieden“, erklärt der Magistratsjurist. Insgesamt befinden sich derzeit 211 Personen in der Bundesanstalt, überall herrscht Maskenpflicht.

*Die Asylwerber werden vor jeder Verlegung getestet. Das bedeutet, der Betroffene wurde auch getestet, bevor er nach Villach verlegt wurde.

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