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Wirtschaft - Kärnten
Bei der Kärntner Wirtschaftskammer übt man Kritik an den neuen Maßnahmen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung gebeten, sich an die neuen Verordnungen zu halten.
Bei der Kärntner Wirtschaftskammer übt man Kritik an den neuen Maßnahmen. Gleichzeitig wird die Bevölkerung gebeten, sich an die neuen Verordnungen zu halten. © 5min.at

Neue Maßnahmen frustrieren:

Kärntner Tourismus wegen 2. Lockdown „unter Schock“

Klagenfurt/Kärnten – Kärntens Tourismus steht nun, wie am heutigen Samstag bekannt wurde, vor einem zweiten Lockdown – und damit 5.500 Betriebe mit rund 30.000 Beschäftigten vor massiven Existenznöten. Die WK-Sparte Tourismus fordert daher nun eine rasche Auszahlung der angekündigten Unterstützungsleistungen.

 5 Minuten Lesezeit (693 Wörter)

Kärntens Tourismusbranche steht „unter Schock“, wie es in einer aktuellen Aussendung der Wirtschaftskammer Kärnten heißt. Mit dem heute angekündigten zweiten Lockdown werde tausenden Unternehmen ihre Existenzgrundlage entzogen. Dass Gastronomie und Hotellerie wieder als eine der ersten Branchen von Restriktionen betroffen sind, bezeichnet WK-Tourismussprecher Josef Petritsch als frustrierend: „Unsere Betriebe haben sich seit März vorbildlich an die vorgegebenen Maßnahmen gehalten. Und das mit großem Erfolg: Es gab kaum Clusterbildungen und Infektionen im Tourismus.“ So wurden von den bisher österreichweit eruierten Clustern nur einzelne auf Gastronomie und Hotellerie zurückgeführt. Das zeige, wie erfolgreich man bei der Hygiene- und Präventionsarbeit in den Betrieben war. „Aber anstatt diesen Einsatz zu honorieren, sind wir nun wieder die Ersten, die vom Lockdown betroffen sind“, ärgert sich der Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Kärnten.

Appell an Bevölkerung

Die Touristiker hoffen nun, dass die kommenden vier Wochen ein Umdenken in der Bevölkerung und ein Ende von Partys im Privatraum bewirken werden. „Wir werden die Situation nur dann in den Griff bekommen, wenn jeder dazu bereit ist, seinen Teil beizutragen und sich an die Regeln zu halten“, so Petritsch.

Gastronomie: „Sind Teil der Lösung und nicht das Problem!“

Solidarität und diszipliniertes Verhalten erwartet sich auch Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie: „Unsere Betriebe waren nie Infektions-Multiplikatoren, sondern haben in schwierigen Zeiten für sichere Rahmenbedingungen gesorgt. Wir können jetzt nur an die Menschen appellieren, sich in den kommenden vier Wochen an alle vorgeschriebenen Maßnahmen zu halten. Es darf einfach nicht sein, dass Betriebe und deren Mitarbeiter in den Ruin getrieben werden, weil einzelne die Regeln nicht befolgen wollen.“ Grundsätzlich seien die Betriebe bereit, jede sinnvolle Maßnahme zur Bekämpfung der Covid-19-Ausbreitung mitzutragen. „Es war stets in unserem Interesse, die Infektionszahlen so gering als möglich zu halten. Wir sehen uns als Teil der Lösung, und nicht als Problem“, so Sternad weiter. Kein Verständnis habe man aber für Maßnahmen, die nicht nachvollziehbar sind und die gesamte Branche massiv unter Druck bringen.

Betriebe fordern Planbarkeit ein

Kritik übt auch Sigismund E. Moerisch, Obmann der WK-Fachgruppe Hotellerie an der Kurzfristigkeit der Maßnahmen: „Wir sollen von einem Tag auf den anderen die Betriebe schließen – und wissen nicht, für wie lange. Das ist auch für unsere Mitarbeiter eine Katastrophe. Keiner weiß, wie es weitergehen wird. Es ist einfach unfassbar, wie kurzfristig die Politik hier vorgeht. In Hinblick auf die bevorstehende Wintersaison brauche man dringend Planungssicherheit.“ Und Moerisch weiter: „Die Betriebe müssen wissen, ob und für wie lange sie schließen müssen und unter welchen Bedingungen eine Öffnung vorgesehen ist. Wir brauchen eine angemessene Vorlaufzeit für unsere Arbeit; Betten füllen sich nicht von heute auf morgen.“

Ausgangsbeschränkung kritisch für Betriebe

Die Ausgangsbeschränkung ab 20 Uhr verschärfe die Situation zusätzlich. „Damit reißt man uns den letzten Strohhalm aus der Hand“, bringt es Stefan Sternad, Obmann der WK-Fachgruppe Gastronomie, auf den Punkt. Im Frühjahr habe sich gezeigt, dass die Speisenabholung gerade abends gut angenommen wird. „Aber nun wird uns das auch nicht mehr erlaubt. Diese Regelungen treffen unsere Branche wirklich hart, es reißt uns förmlich den Boden unter den Füßen weg. Mir fehlen fast die Worte.“

Rasch und unbürokratisch

In Kärnten sind 5.500 Gastronomie- und Hotelleriebetriebe mit rund 30.000 Beschäftigten von den Maßnahmen unmittelbar betroffen. Dahinter stehen aber noch unzählige Familien sowie viele Händler, Landwirte, Dienstleister sowie Gewerbe- und Handwerksbetriebe. „Der Tourismus ist einer der wichtigsten Auftraggeber im Land. Wir vergeben unsere Aufträge nicht an internationale Konzerne, sondern an Händler und Handwerker in der Region. Das macht uns zu einem wichtigen Pfeiler der heimischen, kleinstrukturierten Wertschöpfungskette. All dies gerät durch diesen zweiten Lockdown ins Wanken, der volkswirtschaftliche Schaden ist enorm“, betont Josef Petritsch.

Petritsch fordert nun eine rasche Auszahlung der angekündigten Unterstützungsleistungen: „Die Tourismuswirtschaft steht buchstäblich mit dem Rücken zur Wand. Es kommt jetzt auf jeden Tag an: Nur durch schnelle und unbürokratische Hilfe werden unsere Betriebe diesen zweiten Lockdown überstehen.“

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