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Sieht großes Potenzial in der künstlichen Intelligenz: der Kärntner Primarius Thomas Kau
Sieht großes Potenzial in der künstlichen Intelligenz: der Kärntner Primarius Thomas Kau © KABEG

An mehreren KABEG Standorten

Künstliche Intelligenz zieht in die Kärntner Notaufnahmen ein

Kärnten – In Kärntens Spitälern kommt seit wenigen Monaten erstmals künstliche Intelligenz in der Diagnostik zum Einsatz. Gemeinsam mit dem steirischen Humantechnologie-Cluster human.technology Styria (HTS) wird nun daran gearbeitet, KI insgesamt noch stärker in die Medizin zu integrieren. 

 2 Minuten Lesezeit (307 Wörter)

Hunderte Einzelbilder, deren rasche Analyse sogar über Leben und Tod entscheidet. Es mag dramatisch klingen, doch die riesigen Datenmengen stellen Ärzte in radiologischen Diagnostik tatsächlich tagtäglich vor große Herausforderungen – an denen auch Menschenleben hängen können. „Repetitive Aufgaben kosten Medizinern wertvolle Zeit, die andernorts wesentlich effektiver und zielgerichteter eingesetzt werden könnte“, erklärt Primarius Thomas Kau, Leiter der Radiologie am LKH Villach. Antrieb für ihn, mit dem „AICI Forum“ den interdisziplinären Medizin-Fachkongress zum Thema künstliche Intelligenz (KI) ins Leben zu rufen. Rund 300 internationale Teilnehmer haben sich nach den erfolgreichen Vorjahren für die zweite Auflage des diesmal digitalen Events angemeldet: „KI kann jene Bilder filtern und vorselektieren, die Bemerkenswertes zu Tage bringen. Dadurch bleibt den Ärzten mehr Zeit für konzentrierte Diagnoseerstellung und patientennahe Tätigkeiten. Das ‚AICI‘-Forum zeigt diese innovativen Möglichkeiten der KI auf, mit deren Potenzial die Diagnostik revolutioniert werden kann“, sagt Kau.

Anhaltspunkte für diesen Befund ist vor allem eine international vielbeachtete Premiere an den KABEG-Standorten Klagenfurt, Villach und Wolfsberg: In den drei Spitälern finden seit wenigen Monaten drei KI-basierte Algorithmen in der Computertomografie (CT)-Diagnostik Anwendung. Konkret überprüft die künstliche Intelligenz, ob etwa Blutungen im Gehirnschädel, eine Lungenembolie oder eine Rippenfraktur vorliegt. „Wir schätzen den zweiten Blick vor allem dort, wo es schnell gehen muss, insbesondere also in der Notfallaufnahme“, betont der Primarius. Die ausgiebige Testphase habe gezeigt, „dass die KI sehr wenig übersieht, aber in manchen Fällen falsch positive Einschätzungen abgibt“, sagt der Chefarzt, der unterstreicht: „Die größte Genauigkeit erreichen Mensch und Maschine gemeinsam. Das Zusammenwirken von KI und Arzt bleibt also weiterhin entscheidend.“ Schon demnächst soll das KI-basierte Projekt laut Kau indes auch auf die Krebsdiagnostik ausgeweitet werden, entsprechende Evaluierungen würden bereits eingeleitet worden sein.

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