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Politik - Kärnten
Vor dem Klagenfurter Rathaus wurde aus Solidarität mit den Opfern des gestrigen Terroranschlages die schwarze Fahne gehisst.
Vor dem Klagenfurter Rathaus wurde aus Solidarität mit den Opfern des gestrigen Terroranschlages die schwarze Fahne gehisst. © 5min.at

Große Trauer in ganz Österreich:

Terroranschlag: So reagiert Kärntens Politik und Wirtschaft

Kärnten – Nach den schrecklichen Szenen, die sich gestern in der Wiener Innenstadt ereignet haben, gibt es nun immer mehr Reaktionen aus der Kärntner Wirtschaft und Politik.

 11 Minuten Lesezeit (1331 Wörter)

Am gestrigen Montag, dem 2. November, kam es in Wien zu einem Terroranschlag, bei dem vier Zivilisten und ein mutmaßlicher Angreifer getötet wurden. Etliche weitere Personen wurden verletzt. Mehrere Angreifer hatten in der Wiener Innenstadt in der Nähe einer bekannten Synagoge wahllos in Lokale geschossen. Wir haben berichtet.

„Haben eine schreckliche Nacht hinter uns“

In einer Rede an die Bevölkerung trat am heutigen Dienstag, dem 3. November, Bundespräsident Alexander van der Bellen vor die Kamera. „Der Hass wird in unserer Gesellschaft nicht auf fruchtbaren Boden fallen“, so der Bundespräsident. Er bedankte sich außerdem bei allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Einsatz im Namen der Bevölkerung.

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz trat heute vor die Presse. In seinem Statement erklärte er, der Anschlag habe uns allen gegolten: „Es war ein Anschlag auf unsere freie Gesellschaft.“ Kurz versicherte jedoch: „Wir werden unsere Werte verteidigen.“ Alle, die etwas mit dem Anschlag zu tun hätten, würden verfolgt werden.

Reaktionen aus Kärnten

Auch aus Kärnten kommen heute immer weitere Reaktionen auf den gestrigen Anschlag in Wien. Landeshauptmann Peter Kaiser verurteilte den Vorfall stark und erklärte in einer Aussendung: „Wir sollten diesem Hass nicht mit blinder Wut begegnen, sondern mit entsprechender Ent- und Geschlossenheit den Terroristinnen und Terroristen jedweder Gesinnung und der Welt zeigen, dass wir keinen Millimeter von unseren Werten, von unserem offenen, herzlichen, solidarischen, respektvollen Miteinander und Lebensgefühl abweichen!“

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Landeshauptmann Peter Kaiser verurteilte den gestrigen Terroranschlag stark und appelliert, zusammenzuhalten.

Landeshauptmann Peter Kaiser verurteilte den gestrigen Terroranschlag stark und appelliert, zusammenzuhalten. - © LPD Kärnten/Just

Landeshauptstadt Klagenfurt trauert mit Opfer

„Es sind unfassbare Szenen und unfassbare Bilder, die uns derzeit aus Wien erreichen. Wir sind zutiefst betroffen über das, was sich wenige hundert Kilometer entfernt von unserer Stadt abgespielt hat. Niemanden lässt so etwas kalt“, erklärt Bürgermeisterin Dr. Maria‐Luise Mathiaschitz im Namen der gesamten Klagenfurter Stadtregierung in einer heutigen Aussendung.

„Wir fühlen mit allen Betroffenen mit. Vor allem denken wir an jene, die um ihre Liebsten bangen oder trauern müssen. Ihnen möchten wir unser tiefstes Beileid ausdrücken. Ebenso danken wir jenen, die dazu beitragen, dass unser aller Alltag trotzdem in normalen Bahnen weitergehen kann und dass die Werte, auf denen unser friedliches und sicheres Zusammenleben beruht, weiterhin geschützt und bewahrt werden. Dafür ein großes DANKESCHÖN“, so Klagenfurts Bürgermeisterin. Als Zeichen der Solidarität wurde heute vor dem Rathaus die schwarze Fahne gehisst.

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Bürgermeisterin Dr. Maria‐Luise Mathiaschitz zeigt sich zutiefst betroffen.

Bürgermeisterin Dr. Maria‐Luise Mathiaschitz zeigt sich zutiefst betroffen. - © 5min

VP-Gruber: „Ein feiger Akt gegen österreichische Freiheit“

Auch seitens der Kärntner Volkspartei gibt es eine erste Reaktion auf den gestrigen Vorfall. „Der feige Terror-Anschlag in Wien ist auch ein Akt gegen Österreich und Europa“, findet der Kärntner ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber klare Worte zu den „schrecklichen Vorkommnissen“. „Es braucht ein unmissverständliches Signal an alle, die sich gestern zu unseren Feinden gemacht haben“, so Gruber. „Wir werden diesem Hass nie weichen – nicht in Wien, nicht in Österreich, nicht in Europa. Wir werden unsere Heimat schützen!“ Grubers Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei den Opfern, die es nach der abscheulichen Tat zu beklagen gibt. „Meine aufrichtige Anteilnahme gilt den Familien, Angehörigen und Freunden“, so Gruber.

Nun sei es Aufgabe und Pflicht der Exekutive, mit „aller gebotenen Härte gegen die Täter und ihre Hintermänner vorzugehen und sie – ohne falsch verstandene Toleranz – zur Rechenschaft zu ziehen“. Gruber bedankt sich bei den im Dienst stehenden Polizistinnen und Polizisten, Einsatzkräften und Blaulichtorganisationen für ihren Einsatz: „Sie riskieren ihr Leben, damit die Menschen in diesem Land sicher sind – wir alle können dies gar nicht hoch genug einschätzen. Danke dafür!“

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Landesrat Martin Gruber: „Wir werden diesem Hass nie weichen – nicht in Wien, nicht in Österreich, nicht in Europa.“

Landesrat Martin Gruber: „Wir werden diesem Hass nie weichen – nicht in Wien, nicht in Österreich, nicht in Europa.“ - © 5min.at

Landessprecherin der Grünen Kärnten: „Bin fassungslos und entsetzt!“

Die Landessprecherin der Grünen Kärnten und Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer befindet sich derzeit in Wien. „Wie wir alle bin ich fassungslos und entsetzt über die grausamen Anschläge in unserer Bundeshauptstadt. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften“, sagt Voglauer. „Wir dürfen dem Terrorismus keine Chance geben, uns in unseren Freiheiten zu beschränken und unsere Gesellschaft zu spalten. Unsere Werte bilden das Fundament, auf dem dieser Staat gebaut ist. Auch in Anbetracht dieser unfassbaren, unmenschlichen Taten müssen wir das Miteinander, den Zusammenhalt in der Gesellschaft hochhalten“, so Voglauer.

„Ich möchte mich auch bei allen Medien bedanken, die zur Aufklärung der Bevölkerung beitragen und die Polizei mit ihrer Berichterstattung unterstützen, indem sie zum Beispiel dazu aufrufen, Videos und Fotos des Anschlags nicht in den sozialen Medien zu teilen. Aufs Schärfste verurteile ich Medien, die sich nicht an diese Regeln von Anstand und Opferschutz halten“, weist Voglauer den Umgang mancher Boulevardmedien mit den Ereignissen in seine Schranken.

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Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer befindet sich derzeit in Wien.

Nationalratsabgeordnete Olga Voglauer befindet sich derzeit in Wien. - © Die Grünen

FPÖ-Darmann fordert Anti-Terror-Sicherheitsgipfel

Auch der Kärntner FPÖ-Chef Gernot Darmann reagierte heute in einer Aussendung auf den gestrigen Vorfall in Wien. Darin erklärt er: „Dieser terroristische Anschlag in unserer Bundeshauptstadt Wien erschüttert und entsetzt, muss jetzt aber auch die letzten Zweifler hinsichtlich der Gewalt, die vom radikalen Islam ausgeht, wachrütteln.“ Darmann erklärt weiters, dass es zu wenig sei, „nur Betroffenheit auszudrücken“. Österreich brauche nun Politiker, die bereit sind, klar und entschlossen gegen den radikalen Islam vorzugehen.

„Die Politik und damit auch die Kärntner Landespolitik, darf jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen. Es braucht ein entschlossenes gemeinsames Vorgehen gegen den seit langem drohenden und nun leider auch in Österreich angekommenen islamistischen Terror. Daher fordere ich auch für Kärnten die Einberufung eines eigenen Anti-Terror-Sicherheitsgipfels! Bei diesem Gipfel soll die Landesregierung und alle Landtagsfraktionen gemeinsam mit dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, den Verantwortlichen der Landespolizeidirektion sowie den weiteren Einsatzorganisationen die aktuellen Entwicklungen und bestehende Bedrohungsszenarien erörtern“, betont der FPÖ-Chef.

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FPÖ-Partei-Chef Gernot Darmann fordert einen Anti-Terror-Sicherheitsgipfel in Kärnten.

FPÖ-Partei-Chef Gernot Darmann fordert einen Anti-Terror-Sicherheitsgipfel in Kärnten. - © FPÖ

Team Kärnten/Köfer von Terrorakt  „zutiefst erschüttert“

Auch Gerhard Köfer zeigt sich von dem menschenverachtenden Terrorakt in Wien „zutiefst erschüttert“. Der Team Kärnten-Chef warnt gleichzeitig davor, „den politischen Fehler zu begehen und die Gesellschaft noch weiter zu spalten. Dieser wahnsinnige und feige Terrorakt darf nicht politisch instrumentalisiert und für parteipolitische Agitation herangezogen werden.“ Köfer empfindet für den Terroristen „einfach nur Verachtung. Er hat schwer bewaffnet unschuldige Bürger wahllos und hinterhältig erschossen.“ Im Zusammenhang mit dem Attentäter fordert Köfer heute die lückenlose Aufklärung darüber, wie es sein konnte, dass der Terrorist, der einschlägig vorbestraft war, vorzeitig bedingt entlassen wurde: „Das wirft eine Vielzahl an Fragen auf.“

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Gerhard Köfer vom Team Kärnten warnt davor, „den politischen Fehler zu begehen und die Gesellschaft noch weiter zu spalten.“

Gerhard Köfer vom Team Kärnten warnt davor, „den politischen Fehler zu begehen und die Gesellschaft noch weiter zu spalten.“ - © 5min.at

AK-Chef: „Gewalt und Terror haben in Österreich keinen Platz!“

Am Morgen nach den schrecklichen Ereignissen sagte der Präsident der Kärntner Arbeiterkammer, Günther Goach: „Gewalt und Terror haben in Österreich keinen Platz und werden niemals die moralische Grundeinstellung unserer Nation, das Bekenntnis zu Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit, brechen. Die Arbeiterkammer steht Seite an Seite mit jenen, die für unseren Rechtsstaat und zu unserer Verfassung stehen. Kein Blatt Papier passt zwischen uns und jene, die ein freies und sicheres Österreich schaffen, erhalten und gestalten.“

„Dies war die Tat von einigen Wenigen. Sie haben den Anschlag alleine, voll und ganz zu verantworten,“ appellierte Goach, keine falschen Vorverurteilungen zu ziehen. Die Arbeiterkammer Kärnten hisste im Zeichen der Verbundenheit mit Wien und der Republik die schwarze Fahne.

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Der Kärntner AK-Präsident Günther Goach: „Gewalt und Terror haben in Österreich keinen Platz!“

Der Kärntner AK-Präsident Günther Goach: „Gewalt und Terror haben in Österreich keinen Platz!“ - © Helge Bauer, AK Kärnten

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