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Coronafälle häufen sich

Scharfe Kritik an „mangelnden Corona-Maßnah­men in Kasernen“

Kärnten – Corona-Fälle in Kasernen häufen sich in letzter Zeit. Mehrere Rekruten kritisieren nun den „fahrlässigen Umgang“ mit Covid-19 innerhalb der Kasernen. „Man wird quasi dazu gezwungen, beinahe täglich mit möglichen Infizierten Personen auf engsten Raum beisammen zu sein“, bemängelt ein betroffener Rekrut die seiner Meinung nach unzureichenden Maßnahmen.

 5 Minuten Lesezeit (673 Wörter) | Änderung am 06.11.2020 - 13.06 Uhr

Kürzlich berichtete 5 Minuten bereits von mehreren positiven Coronafällen in einer Klagenfurter Kaserne. Generell scheinen sich die Neuinfektionen in Kärntens Kasernen zu häufen. Der Umgang mit diesen Fällen sowie die generelle Handhabung in Bezug auf Corona-Maßnahmen innerhalb der Kasernen wird seitens der Rekruten nun stark kritisiert. „Man hat das Gefühl, Corona wird hier nicht ernst genommen. Ich möchte meine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen oder andere Personen anstecken. Es muss sich etwas ändern“, schildert ein Rekrut im Gespräch mit 5 Minuten die Lage. Mehrere Nachrichten dieser Art erreichten in den letzten Tagen unsere Redaktion.

Fahrlässiger Umgang mit Corona?

In der Kritik steht dabei vor allem die Vorgehensweise bei positiven Coronafällen. „Es sind Rekruten nicht isoliert worden, obwohl extremer Kontakt mit positiven Fällen sehr wohl gegeben war“, lautet der Vorwurf weiter. Gab es bisher positive Fälle, wurde demnach lediglich die betroffene Person vom Rest der Kompanie abgesondert. „Höchstens ein paar weitere enge Kontaktpersonen wurden ebenfalls in Quarantäne geschickt. Die restliche Kompanie muss weiter im Einsatz bleiben, obwohl ein Großteil der Leute ebenfalls Kontakt mit Infizierten hatte. Das ist einfach fahrlässig“, schildert der Rekrut weiter.

„Hier werden Corona-Cluster herangezüchtet“

Bemängelt wird seitens der Rekruten außerdem die geringe Anzahl an Testungen. „Nur wer Symptome aufweist oder als direkte Kontaktperson gilt wird auch getestet. Bei den anderen wird lediglich regelmäßig Fieber gemessen, was aber als Einzelmaßnahme nicht wirklich etwas bringt“, findet der Kärntner, der sich regelmäßig Testungen für alle Rekruten wünschen würde. „Immerhin sind wir hier fast tagtäglich auf engsten Raum zusammen. Sei es auf den Zimmern oder bei Übungen. Immer kann man dabei einfach nicht den Mindestabstand einhalten oder eine Maske aufsetzen. Bei der jetzigen Vorgangsweise werden Corona-Cluster quasi herangezüchtet“, so der Rekrut. Große Sorgen mache man sich zudem auch um Familienmitglieder. „Fast jeder von uns geht täglich nach Hause zu seiner Familie. Einige leben auch mit Risikokandidaten in einem Haushalt. Es wird also nicht nur unsere Gesundheit gefährdet, sondern auch die unserer Familien“, kritisiert der Kärntner.

„Infizierte Personen werden sofort isoliert“

„Äußert ein Rekrut Symptome, wird er natürlich sofort isoliert und getestet. Bei einem positiven Test erfolgt die Quarantäne“, erklärt Oberst Ralf Gigacher auf Nachfrage von 5 Minuten. Auch enge Kontaktpersonen werden abgesondert. „Dabei ist vielen wahrscheinlich unklar, wer genau als direkte Kontaktperson gilt. Solange man sich mit Abstand und Maske gegenüber tritt und auch die restlichen Sicherheitsmaßnahmen einhält, ist eine Übertragung des Virus sehr unwahrscheinlich“, so der Pressesprecher des Militärkommando Kärnten. Die Ausbildung in den Kasernen erfolge generell unter strengen COVID- Auflagen. Das Militärkommando Kärnten habe außerdem ab Mitte September, bereits als vorausschauende Maßnahme, am Übungsplatz Glainach eine Isolierstation eingerichtet, in der Verdachtsfälle bis zu einer Testung untergebracht werden können.

„Müssen Einsatzfähigkeit gewährleisten“

Das Ziel sei es natürlich, die Verbreitung des CORONA-Virus innerhalb des Österreichischen Bundesheeres zu minimieren und das Personal vor Ansteckungen zu schützen. „Trotzdem haben wir einen Ausbildungsauftrag. Das Bundesheer muss Soldatinnen und Soldaten weiter ausbilden, um die Einsatzfähigkeit weiterhin aufrecht zu erhalten“, so Gigacher. In Kärnten stehen derzeit rund 270 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilbedienstete des Bundesheeres im Assistenzeinsatz. Davon sind rund 150 zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden an der Grenze und bei der Kontaktpersonennachverfolgung eingesetzt

Verstärkte Maßnahmen nach neuen Fällen

Auch die Testergebnisse einer am Dienstag wieder eingerückten Kompanie in der Windisch-Kaserne liegen nun vor. Mittlerweile gibt es dort 20 positiv getestete Rekruten. Das Bundesheer reagiert darauf und trifft weitere Maßnahmen. So gaben die meisten der positiv getesteten Soldaten an, auch positive Fälle im privaten Umfeld zu haben. Nach Rücksprache mit den Militärärzten werden rund 80 Soldaten wieder vorsorglich in die häusliche Isolation geschickt. Im Laufe der nächsten Woche ist eine weitere COVID- Testung vorgesehen. Erst nach Vorliegen der neuerlichen Testergebnisse wird die Kompanie voraussichtlich ab 16. November wieder einrücken.

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