fbpx

Zum Thema:

17.11.2020 - 14:45Rund 6.630 Schüler konnten heute nicht Zuhause betreut werden17.11.2020 - 12:25Betreuungsbilanz: „Mehr Kinder in den Schulen als im Frühjahr“16.11.2020 - 14:07Es werden wieder gebrauchte Laptops benötigt14.11.2020 - 16:41Schulen und Kindergärten: Betreuung gesichert
Leute - Villach
© Pexels/ KK

Bildungslücken sollten jetzt vermieden werden

Pädagogin warnt: „Schüler mit Lern­problemen fallen durch den Rost“

Treffen – Andrea Obergrießnig betreibt gemeinsam mit Sarah Obergrießnig die Lern- und Legastheniewerkstätte"Schneckentempo" in Treffen. Sie appelliert an Eltern Lernschwächen, die durch den 1. Lockdown verstärkt wurden, rasch zu erkennen um Spätfolgen zu vermeiden.

 3 Minuten Lesezeit (385 Wörter)

„Im Schulsystem arbeiten viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Niemand konnte vorhersehen, dass ein kleines Virus die Welt lahmlegen und das Leben aller verändern würde. Von einem Augenblick auf den anderen mussten viele ihren Alltag umstrukturieren und den gegebenen Umständen anpassen“, so die erfahrene Pädagogin. „Auch Lehrerinnen und Lehrer wurden mit Aufgaben konfrontiert, die eine sofortige Reaktion verlangten. Sie meisterten die geänderten Umstände unter großem Einsatz. Dennoch zeigte der erste Lockdown hinsichtlich Homeschooling, mit  distance-learning, einige Schwachstellen auf.“

Eltern plötzlich Hilfslehrende

Viele Eltern fanden sich plötzlich in der Rolle als Hilfslehrende wieder. Leistungsüberprüfungen wurden reduziert. „Im Zuge dessen wussten viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr, auf welchem Leistungsstand sie sich befanden beziehungsweise befinden. Nun ist es Herbst und viele Lehrende haben damit zu tun, die Bildungslücken, die im ersten Lockdown entstanden, aufzufüllen.“

Herausforderungen für Eltern

Doch nicht nur Lehrerinnen und Lehrer müssen unter diesen besonderen Umständen agieren, sondern auch Eltern. Das führt zu Verunsicherung. „Vor allem berufstätige Eltern müssen über die Maßen flexibel reagieren. Zudem entstehen Ängste in Kurzarbeit geschickt zu werden oder den Job zu verlieren“, erklärt Obergrießnig. Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen jeglicher Art haben es in Zeiten wie diesen besonders schwer. Auch wenn Lehrerinnen und Lehrer äußerst bemüht sind, diese Kinder und Jugendlichen zu unterstützen, kann es vorkommen, dass bei einigen von ihnen Lernprobleme zu spät erkannt werden. Die Konsequenzen daraus: Diese Schülerinnen und Schüler haben es in weiterführenden Schulen schwerer, als ihre Kolleginnen und Kollegen ohne Lernprobleme und auch im beruflichen öffentlichen Alltag werden sie eher mit vielschichtigen Schwierigkeiten konfrontiert.

Rasches Handeln ist wichtig

Schülerinnen und Schüler mit Lernproblemen haben wenig Vertrauen in sich und in ihre Fähigkeiten. Und dies wiederum führt zu einem geringen Selbstwert. „Die meisten Legasthenietrainer, Dyskalulietrainer, Lerndidaktiker und alle jene, die in diesem Berufsfeld arbeiten und für  Schüler mit Lernproblemen, für deren Eltern und für Lehrende da sind, wünschen sich ein früheres Erkennen von Lernproblemen sowohl von Lehrenden, als auch von Eltern. Danach ist ein rascheres Handeln wichtig, um betroffenen Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Unterstützung und Hilfestellung zukommen zu lassen.“ 

Schlagwörter:
ANZEIGE