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Aktuell - Kärnten
Viele 5-Minuten-Leser kritisieren aktuell die Wartezeiten auf Testergebnisse und den schlechten Informationsaustausch durch Behörden.
Viele 5-Minuten-Leser kritisieren aktuell die Wartezeiten auf Testergebnisse und den schlechten Informationsaustausch durch Behörden. © Montage: Jarun011 & 5min.at

"Kennt sich noch irgendwer aus?"

Kärntner kritisieren Wirrwarr um Tests, Quarantäne und Wartezeiten

Kärnten – Muss man arbeiten gehen, obwohl Kollegen im Büro positiv auf Covid-19 getestet wurden? Ab wann gilt meine Quarantäne, wenn ich Symptome verspüre und wie lange muss ich auf mein Testergebnis warten? All diese Fragen stammen von 5-Minuten-Leserinnen und Lesern. Viele von ihnen üben aktuell Kritik an den Corona-Maßnahmen.

 9 Minuten Lesezeit (1114 Wörter)

Schon seit Monaten dominieren Nachrichten rund um die Ausbreitung des Coronavirus die österreichische Medienwelt. Um auf den Virus entsprechend zu reagieren, hat die Bundesregierung bereits verschiedenste Maßnahmen beschlossen, wie etwa eine verpflichtende Quarantäne bei einem positiven Testergebnis. Gerade beim Thema der Corona-Tests, der Heimquarantäne oder den Infektionszahlen stoßen aktuell jedoch Kärntner Behörden anscheinend an ihre Grenzen, denn viele Kärntnerinnen und Kärntner klagen über einen schlechten Informationsaustausch oder eine Verzögerung bei den Test-Ergebnissen.

AGES-Problem führt zu schwankenden Zahlen in Kärnten

Die Zahl der Neuinfektionen in Kärnten schwankt aktuell von Tag zu Tag stark. Die doch teils gravierenden Zahlenunterschiede lassen sich durch ein nicht reibungslos funktionierendes Eingabesystem der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erklären. Die große Anzahl an Neuinfektionen, zum Beispiel am heutigen Mittwoch (886 Neuinfektionen in Kärnten), ist auf entsprechende Nachmeldungen der AGES zurückzuführen.

Die Verzögerungen bei der Eingabe im System der AGES wirken sich in weiterer Folge auf die Zustellung der Testergebnisse aus. Die Bezirksverwaltungsbehörden haben dann nämlich erst verspätet die Möglichkeit, die Ergebnisse an die betroffenen Personen weiterzuleiten.

5-Minuten-Leser kritisieren Test-Wirrwarr

Immer wieder erreichten uns in der letzten Zeit Fragen von 5-Minuten-Leserinnen und Lesern zur aktuellen Situation. Viele von ihnen berichteten außerdem von akuten Problemen in Verbindung mit ihren durchgeführten Corona-Tests und der Quarantäne. Wir haben einige der Meldungen für euch gesammelt.

Keiner weiß, was wirklich richtig ist!

Erst vor wenigen Tagen erreichte uns die Nachricht einer 5-Minuten-Leserin. Darin erklärt sie: „Mir ging es am Samstag sehr schlecht und ich wollte einen Artzt aufsuchen, natürlich mit vorigem Telefonat. Da ich Corona-Symptome hatte, musste ich mich unter der Nummer 1450 melden und meine Symptome schildern.“ So weit so gut. Im Telefonat sei der Kärntnerin erklärt worden, sie MÜSSE einen Corona-Test machen. „Es wurde dann gesagt, sie würden sich noch einmal bei mir melden und mir dann sagen, wann ich den Test machen muss.“

Grundsätzlich wäre der Test für die 5-Minuten-Leserin kein Problem gewesen, jedoch wartete sie lange vergeblich auf eine weitere Meldung der Behörden. Im Telefonat sei der Kärntnerin ausdrücklich gesagt worden, sie befinde sich bis zum Test in behördlicher Quarantäne und dürfe daher keinen Kontakt zu anderen haben. Nach ein paar Tagen habe die Kärntnerin plötzlich einen Anruf vom Roten Kreuz erhalten. Darin sei sie gefragt worden, ob sie einen Corona-Test machen möchte. Von einem verpflichtenden Test sei dabei nicht die Rede gewesen. Die 5-Minuten-Leserin erklärt: „Nach einer kurzen Schilderungen, was mir bei 1450 gesagt wurde, wurde mir vom Roten Kreuz dann eröffnet, dass ich mich gerade nicht in Quarantäne befinde und auch keinen verpflichtenden Test machen muss.“

Aufgrund der Information, die die Kärntnerin in ihrem Anruf bei 1450 erhalten hatte, hatte sie jedoch bereits Vorkehrungen für die Quarantäne getroffen und den Kontakt mit anderen mehrere Tage vermieden. Sie kritisiert: „Ich finde es eine Frechheit, dass dich kein Arzt untersucht sobald du Halsschmerzen, Husten oder ähnliche Symptome hast. Noch schlimmer ist aber, dass anscheinend keiner weiß, was jetzt aktuell wirklich richtig ist!“

Arbeiten im Büro, trotz positiv getesteter Kollegin

Ein weiterer 5-Minuten-Leser berichtete uns von Problemen rund um das Homeoffice. Er erklärt: „Meine Freundin arbeitet bei einer Kärntner Behörde. Anfang November wurde dann eine ihrer Kolleginnen positiv auf den Coronavirus getestet“, so die Erzählung des 5-Minuten-Lesers. Er selbst gehöre, aufgrund einer Lungevorerkrankung, zur Risikogruppe. Trotzdem sei seiner Freundin die Arbeit im Homeoffice nicht gestattet worden. „Die zuvor positiv getestete Kollegin ist bereits nach etwas mehr als einer Woche wieder ins Büro gekommen. Jetzt muss meine Freundin ins Büro zu einer möglicherweise noch ansteckenden Person“, kritisiert der Kärntner.

Schon mehrfach hätten er und seine Lebensgefährtin versucht, das Problem über das Gesundheitsamt zu klären, „dort wurde jedoch nach der Schilderung des Problems einfach wiederholt aufgelegt und danach nicht mehr abgenommen„, zeigt sich der 5-Minuten-Leser verärgert.

Keine Quarantäne beim Bundesheer

Einen ähnlichen Fall beschreibt eine weitere 5-Minuten-Leserin. Sie erklärt: „Wir sind verwirrt! Mein Partner arbeitet beim Bundesheer als Unteroffizier. Seit Anfang letzter Woche wurden in seinem Zug bereits vier Leute positiv getestet und er MUSS trotzdem jeden Tag in die Arbeit fahren. Er befindet sich also aktuell weder in der Kaserne in Quarantäne noch Zuhause.“ Für die Kärntnerin sei das mehr als unverantwortlich, da dadurch nicht nur sie und ihr Kleinkind, sondern auch weitere Personen in der Kaserne in Gefahr gebracht würden. Sie fragt: „Wo bitte ist der Sinn hinter dem Ganzen?“

Das ewige Warten auf Test-Ergebnisse

Neben den Anfragen zu den aktuellen Quarantäne-Bestimmungen und den Problemen mit dem Arbeiten im Homeoffice ist aber vor allem ein Thema ein großer Kritikpunkt der Kärntnerinnen und Kärntner: Das Warten auf die Testergebnisse. Ein 5-Minuten-Leser wandte sich vor kurzem mit seinem Erfahrungsbericht an uns. Darin erklärt er: „Wir alle, meine Frau, ich und unsere Tochter, waren vergangene Woche bei der Coronateststation in Villach. Bis heute liegt aber kein Testergebnis vor. Wir alle leiden unter typischen Symptomen. Da stellt sich für mich die Frage, wie man einer Coronapandemie Herr werden will, wenn man auf ein Testergebnis eine Woche und länger warten muss?

Team Kärnten: Corona-Test-Chaos als große Belastungsprobe

Auch aus der Kärntner Politik gibt es Kritik an den Themen, welche die 5-Minuten-Leserinnen und Leser aktuell stören. Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer fordert in einer heutigen Aussendung etwa den Einsatz von Schnelltests, um rascher Gewissheit über eine mögliche Infizierung zu haben. Köfer kritisiert: „Es gibt Fälle, wo Bürger oft eine Woche oder noch länger auf das Ergebnis ihres amtlichen Corona-Tests warten müssen. So lange haben die Betroffenen überhaupt keine Gewissheit, ob sie infiziert sind oder nicht. Die Wartezeiten sind absolut unzumutbar und stellen Menschen vor eine psychische Belastungsprobe.“

Auch Unternehmen betroffen

Von langen Wartezeiten auf Testergebnisse seien auch die Unternehmen direkt betroffen, die auf die Mitarbeiter verzichten müssen, so Köfer, der sich daher weiter massiv für den Einsatz von Schnelltests einsetzt, um in kürzeren Zeitabständen valide Testergebnisse zu erhalten: „Oberste Prämisse muss es sein, dass die Quarantänetage weniger werden. Oft grundlos lange Quarantänezeiten sind eine Belastung für die Bürger und die Wirtschaft gleichermaßen. Personalausfall ist das Stichwort.“

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Team Kärnten Chef Gerhard Köfer fordert den Einsatz von Schnelltests, um rascher Gewissheit zu haben.

Team Kärnten Chef Gerhard Köfer fordert den Einsatz von Schnelltests, um rascher Gewissheit zu haben. - © 5min.at

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