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Bei einem Brand zählt jede Sekunde! Hausflure, die durch Kinderwägen oder ähnlichem verstellt sind, können zur tödlichen Stolperfalle werden.
Bei einem Brand zählt jede Sekunde! Hausflure, die durch Kinderwägen oder ähnlichem verstellt sind, können zur tödlichen Stolperfalle werden. © Berufsfeuerwehr Klagenfurt
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Im Hausflur

Warum ein Kinder­wagen zur Todes­falle werden kann

Villach – Du kommst mit deinem Baby im Kinderwagen nach Hause, hast auch noch den Einkauf zu schleppen und lässt den Kinderwagen im Hausflur stehen. Doch Halt! Bei einem Brand kann dies fatale Folgen haben! Wir haben uns mit den Brandschutzexperten von Fire-Protect über Risiken und Haftungsfragen unterhalten.

 6 Minuten Lesezeit (750 Wörter)

Ein schreckliches Szenario: Ein Mehrfamilienhaus steht in Flammen, die Bewohner rufen auf ihren Balkonen oder an den Fenstern um Hilfe. Es zählt jede Sekunde! Doch die Feuerwehren haben oft mit verstellten Stiegenhäusern zu kämpfen, die eine schnelle Bekämpfung des Brandes verzögern und eine schnelle Flucht für die Mieter unmöglich machen. Die Dämpfe, die bei brennenden Gegenständen entstehen, können giftig sein und durch den starken Rauch wird die Sicht eingeschränkt. So kann ein abgestellter Kinderwagen im Stiegenhaus über Leben und Tod entscheiden!

Stiegenhaus als Todesfalle

Es ist bequem und einfach, oft reicht auch einfach der Platz in der Wohnung nicht aus oder der Kinderwagen ist zu schmutzig und soll lieber draußen warten. Doch beim Abstellen im Stiegenhaus ist Vorsicht geboten. Kinderwägen, Fahrräder und selbst Schuhe und nett gemeinte Dekoration können zur gefährlichen Stolperfalle werden. Bei einem Brand zählt jede Sekunde, um sicher ins Freie gelangen zu können! „Der Fluchtweg, der eigentlich Leben retten soll, kann bei einem Brand zur Todesfalle werden“, mahnt Brandschutzexperte Rüdiger Kopeinig von Fire-Protect.

Hausflur ist freizuhalten

Der Profi wird fast täglich bei seinen Brandschutzbegehungen mit voll gestellten Treppenhäusern konfrontiert. „Es ist schon bedenklich wie sorglos die Mieter ihre Fahrräder, Kinderwägen und sogar ganze Schränke im meist eh schon schmalen Flur lagern“, zeigt sich Kopeinig besorgt. Eine Flucht ins Freie wird aber oft zum Hindernislauf. Deswegen ist es aus sicherheitsrechtlichen und brandtechnischen Gründen verboten, den Gang als zweiten Abstellraum zu benutzen. Stiegenhäuser müssen per Gesetz grundsätzlich frei von sämtlichen Gegenständen sein.

Der schleichende Tod

Doch nicht nur die Behinderung, die durch abgestellte Kinderwägen und Co. entsteht, ist problematisch, auch die Gegenstände selbst können bei einem Brand zur Gefahr werden. „Bei einem Brand der Reifen oder anderen Bestandteilen entstehen giftige Gase, die schnell und fast unbemerkt zu einer Kohlenmonoxidvergiftung und schließlich zum Tod führen können“, sagt der Brandschutzexperte. Es liegt also im Interesse eines jeden einzelnen Bewohners, das Stiegenhaus von sogenannten Brandlasten frei zu halten.

Feuerlöscher nicht verstellen

Abgesehen davon, dass Hausflurbereiche vor den Haustüren verstellt werden, treffen die Brandschutzexperten leider auch immer wieder auf Gegenstände, die die Feuerlöscher blockieren. „Im Falle eines Brandes muss der Feuerlöscher schnell griffbereit sein“, gibt Kopeinig zu bedenken. Wenn erst Gegenstände aus dem Weg geräumt werden müssen oder durch starken Rauch die Sicht beeinträchtigt ist, gehen wertvolle Sekunden verloren.

Brandschutztüren schließen!

Doch Brandlasten im Hausflur sind nicht die einzigen Gefahrenquellen, denen die Brandschutzbeauftragten bei ihren Begehungen begegnen. Auch Brandschutztüren werden oft nicht ordnungsgemäß verschlossen. „Oft sind die Brand- und Rauchschutztüren zwischen Keller oder Tiefgarage und dem Stiegenhaus nicht wie vorgeschrieben geschlossen“, so Kopeinig. „In vielen Fällen werden diese mit einem Holzkeil sperrangelweit offen gehalten.“ Was für die Bewohner bequem erscheint, weil sie mit ihrem Einkauf schnell und einfach zu ihrer Wohnung gelangen, kann im Brandfall lebensgefährlich werden.

Leider siegt die Bequemlichkeit

Dabei ist es eigentlich nicht so schwierig ein Mehrparteienhaus von diesen Gefahrenquellen zu schützen – möchte man meinen. „Leider sind die Bewohner oft zu sorglos – nach dem Motto ‚es wird schon nichts passieren‘. Doch dies kann fatale Folgen haben“, warnt der Brandschutzexperte. Damit siegt die Bequemlichkeit und statt das Fahrrad in den Keller zu tragen, wird es im Flur vor der Haustüre „geparkt“. Prinzipiell ist in der Hausordnung festgelegt, was wo abgestellt werden darf. Damit die eigenen vier Wände nicht zur Todesfalle werden, lohnt es sich, die Bequemlichkeit hinter sich zu lassen und lieber der Sicherheit den Vorrang zu geben!

Kostenpflichtige Entfernung

Stehen die Gegenstände länger am Gang, kann es durchaus passieren, dass diese kostenpflichtig entfernt werden. Aufgrund der Gefährdungslage beurteilt der Oberste Gerichtshof solche Fälle immer konsequenter. Vermieter und Hausverwaltungen führen immer öfter auch Dokumentationen, die beweisen, wie oft darüber informiert wurde, dass das Stiegenhaus freizuhalten und zu räumen ist. Im Falle von Schadenersatzklagen können diese Aufzeichnungen zu einem wichtigen Beweismittel bei der Aufklärungen von Bränden werden. „Bei Missachtung der Aufforderung, Gegenstände aus dem Stiegenhaus oder Fluchtweg-Bereich zu entfernen, ist mit einer hohen Strafe zu rechnen“, sagt Kopeinig abschließend.

Kontakt:

Fire-Protect Villach
Bruno-Kreisky-Strasse 33
9500 Villach

Fire-Protect Zweigstelle
Am Gewerbepark 16
9413 Zellach

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Bruno Kreisky Straße 33
9500 Villach
Tel.: 0424239895
[email protected]
www.fire-protect.at