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Wirtschaft - Kärnten
Wirtschaftskammer Kärnten Vizepräsidentin Astrid Legner appelliert in einer heutigen Aussendung gegen mögliche Schulschließungen.
Wirtschaftskammer Kärnten Vizepräsidentin Astrid Legner appelliert in einer heutigen Aussendung gegen mögliche Schulschließungen. © WKK/Helge Bauer

Unternehmer-orientierte Lösungen gefordert:

WKK-Legner appelliert gegen mögliche Schul­schließungen

Klagenfurt/Kärnten – Die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten, Astrid Legner, lehnt die Schulschließungen, über die in den letzten Tagen immer wieder spekuliert wurde, aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht ab. Sie fordert außerdem eine tragbare Lösung in Sachen Sonderbetreuungsurlaub für Unternehmerinnen und Unternehmer.

 3 Minuten Lesezeit (433 Wörter)

Mit einem eindringlichen Appell richtet sich Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, gegen mögliche Schulschließungen, über die medial aktuell immer wieder spekuliert wird: „Schließungen von elementaren Bildungseinrichtungen sind aus wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht abzulehnen. Sie brächten sowohl für die Kinder als auch Betriebe und Beschäftigte gravierende Nachteile. Wir können eine Gesundheitskrise nicht auf dem Rücken der Jüngsten unserer Gesellschaft bewältigen.“ Ein solcher Schritt würde tausende Klein- und Mittelbetriebe, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele Ein-Personen-Unternehmer vor nicht zu bewältigende Herausforderungen stellen.

Legner: „Folgen wären gravierend“

Astrid Legner betont: „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Evidenz, die einen solchen Schritt rechtfertigen würde. Die Folgen und Auswirkungen wären sowohl für Kinder und Jugendliche wie auch für die Eltern gravierend und weitreichend.“ Viele der rund 16.985 Kärntner UnternehmerInnen wären von einer derartigen Maßnahme, die wieder intensive Betreuungspflichten bzw. Distance Learning und Home-Schooling mit sich bringen würden, massiv betroffen. Legner weiter: „Mehr als die Hälfte aller weiblichen Selbstständigen sind Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also im Job auf sich alleine gestellt. Wir wissen zudem aus aktuellen Umfragen, dass es nach wie vor zumeist die Frauen sind, die die Doppelbelastung von Job und Familie bzw. Betreuungspflicht stemmen müssen. Schon der erste Lockdown hat alle Wirtschaftsakteure – Unternehmerinnen wie auch Unselbständige – mit wochenlangen Schulschließungen enorm gefordert.“

Legner: „Fakten sprechen gegen Schulschließungen“

Mittlerweile ist erwiesen, dass Schulschließungen weniger Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben als andere Maßnahmen des Social Distancing. Dass sich der Weg im Vergleich zur ersten Corona-Welle im Frühjahr auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse geändert hat, zeigt, dass die meisten von der Pandemie stark betroffenen Staaten der EU die Schulen weiter offen halten. Legner: „Alle Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen das klar. Darum spreche ich mich klar gegen Schulschließungen aus.“

Unternehmer-orientierte Lösungen gefordert

Mit 1. November 2020 trat für Angestellte eine Sonderregelung in Bezug auf Sonderbetreuungsurlaub in Kraft, die besagt, dass im Falle einer Schließung oder eines CV-19-Falles pro Elternteil vier Wochen Sonderbetreuungsurlaub in Anspruch genommen werden können – die Kosten dafür übernimmt der Staat. „Diese Regelung ist zu begrüßen – allerdings fehlt hier die Unternehmerseite“, macht Legner aufmerksam. „Kleinen Betrieben fehlen dann die Arbeitskräfte um Dienstleistungen und Produktionen aufrecht zu erhalten, Ein-Personen-Unternehmen fallen überhaupt durch den Rost.“ Hier muss rasch nachgeschärft und eine Unternehmer-orientierte Lösung geschaffen werden. „Es braucht für beide Seiten einen gangbaren Weg, um den Fortbestand von Unternehmen und Arbeitsplätzen zu sichern.“ 

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