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Wirtschaft - Villach
Reportage
Der
Der "Hotzenblitz" ist wieder da. Der Firmensitz des Kultautos befindet sich in Villach. Geschäftsführer Thomas Albiez bei einer Testfahrt am Ossiacher See. © Albiez Flash Technologies GmbH

Rückkehr eines der ersten E-Autos überhaupt:

Erfinder des E-Kult­autos „Hotzen­blitz“ will in Villach produzieren

Villach – Ein Pionier- und Kultauto mit alternativem Antrieb steht vor seinem Comeback: Der Hotzenblitz. Der Serienproduktions-Start ist im Sommer 2021 geplant.

 6 Minuten Lesezeit (758 Wörter)

Äußerst früh, nämlich bereits 1989 tüftelte ein Team in Ibach (Deutschland) am Konzept des Hotzenblitz. Ein Elektro-Auto, damals eines der ersten, im praktischen Format. Thomas Albiez, der Ideengeber, präsentierte sein Auto fünf Jahre später in der „Late Night Show“ von Thomas Gottschalk. Die Begeisterung war groß. Der Weg danach steinig, wie bei vielen Erfindungen. Heute ist Albiez Geschäftsführer der Firma Flash-Technologies GmbH mit Sitz in Villach. Von hier aus soll auch der Neustart und eine Serienproduktion gelingen.

Rückschläge bremsten Erfolg

Das E-Mobil wurde konsequent in leichter Bauweise entwickelt. „Wir bauen Mobilität für Bereiche die große Hersteller kaum abdecken“, so Albiez im 5 Minuten Interview. Das Besondere: Leichte, sehr sparsame Mobile für den Nahverkehr, die an jeder 220 Volt oder 380 Volt Steckdose aufgetankt werden können. Nach dem Bau von 120 Testfahrzeugen von 1995 bis 1996 ging der damaligen Firma das Geld aus. „Es gab damals noch keine guten Akkus. Interne Uneinigkeit und negative äußerliche Einflüsse haben zur Liquidation geführt. Ich selbst war damals zwar Geschäftsführer, aber leider nur Minderheitsgesellschafter und so konnte ich daher das vorläufige Aus nicht verhindern“, erzählt Thomas Albiez. Das Auto hat aber heute noch Kultstatus.

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Offiziell wurde das Auto allerdings „El Sport“ genannt. Einige „Facelifts“ später wird das Auto immer moderner – siehe Video unten.

Offiziell wurde das Auto allerdings „El Sport“ genannt. Einige „Facelifts“ später wird das Auto immer moderner – siehe Video unten. - © Albiez Flash Technologies GmbH

In Fahrtrichtung Villach

„1999 wurden wir mit unserem Projekt durch Finanzierungszusagen seitens der Stadt Villach und dem Land Kärnten nach Kärnten gelockt.“ Das war vor 19 Jahren, aber „Unterstützung gab es dann keine. Villach hat  für uns den Vorteil, dass wir näher an Osteuropa sind. Hier befinden sich wichtige Lieferanten.“ Inzwischen lebt die ganze Familie Albiez in Villach: Alle drei Kinder sowie das erste Enkelkind.

Pioniergeist & Patente…

Das Projekt wurde mit Partnern und aus eigener Kraft weiterentwickelt: “In Villach ist viel passiert. So wurden Kinderkrankheiten ausgemerzt, der Crash Test erheblich verbessert, viele neue Module wurden entwickelt und alle Varianten auf 3D neu konstruiert. Hier haben wir die Entwicklung eines neuen Akkusystems mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometer vorangetrieben“. Nach ersten Gehversuchen wurde der Wasserstoff Hybrid mit neuer Technik entwickelt. Patente sind angemeldet.

Hotzenblitz wurde moderner

Der Slogan lautet: „Andere bauen Autos, wir schließen die Lücke.“ Daher wundert es kaum, dass das Unternehmen Sonderfahrzeuge  wie zum Beispiel Buggy´s, fahrende Cafe´s, Imbisse oder Fun-Car -Jugendfahrzeuge baut. Albiez arbeitet derzeit mit seinem Team auch an Mietlösungen, das bedeutet „dass man unsere Autos einfach nur mieten und dann auch wieder zurückgeben kann.“ Spannend: „Zusammen mit mehreren Partnern stecken wir in der Vorentwicklung eines Akkusystems, das nicht mehr brennen kann. Unser Konzept eines Akkuwechselsystems wird die Reichweite enorm vergrößern.“

Daten & Fakten:

Kaufpreis
• Ab 9.000 Euro und mit Edelausstattung um die 18.900 Euro

Technik
• Photovoltaik (u.a. am Dach) & E-Mobilität:
• Reichweite: 70 bis 400 Kilometer (Akku-Wechsel-Systeme)
• Bis zu 20 Jahre Langlebigkeit
• Ladezeit 1h bei 380 V
• Wasserstoff-Hybrid mit neuer Technik

Alleinstellungsmerkmale
• Modulare Ausstattungs-Möglichkeiten: Buggy, Dienstleistung, Handwerker oder Pizzadienste  mit drei wählbaren Tür-Systemen

Mit Vollgas neu durchstarten?

Im SPIEGEL wurde der Hotzenblitz immer wieder als Schwarzwald-Tesla bezeichnet. Das geplante Comeback ist auch in Deutschland kein Geheimnis mehr. Die Enttäuschung über die „fehlende Unterstüzung in Kärnten“ ist nach wie vor groß. Ans Aufgeben denkt hier trotzdem niemand: „Für den Start benötigen wir eine Halle mit 1.500 bis 2.000 Quadratmetern und Büroräume von 150 bis 200 Quadratmetern in Villach.“ Es werden nur E-Mobile oder Wasserstoff Hybrid Mobile gebaut, die verbindlich vorbestellt werden. Den Standort Kärnten möchte er nicht aufgeben: „Mir hat der Slogan in Kärnten immer gefallen `Dort arbeiten wo andere Urlaub machen´. Vielleicht erkennt man das Potenzial und unsere Treue noch.“

Co-Piloten für Serienproduktion gesucht

„Es gibt seit wenigen Monaten weitere Bundesländer in Österreich, die uns bereits Angebote zur Unterstützung der Serienproduktion gemacht haben.“ Durchstarten möchte man nach Corona im Sommer 2021. „Sollte Kärnten das Projekt weiterhin nicht unterstützen, werden wir uns für einen anderen österreichischen Standort entscheiden.“ Derzeit sucht Albiez nach Firmen oder Privatgeldgeber, die bei einer Bürgerbeteiligungsfabrik mitmachen. Auch an einer Zusammenarbeit mit Ingenieuren, sowie zusätzliche Lieferanten im Metallbau, Elektronik und Vormontagen wäre Albiez interessiert. Der Wille ist da, der Weg weiter steinig: Aber den Traum von der Verwandlung des „Schwarzwald-Tesla“ zum Villach-Tesla, den gibt es noch…

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