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Wirtschaft - Kärnten
© )pexels/Josh Sorenson

Kritik an Sporthilfe Gala

Veranstaltungs­branche entsetzt: „No Show gilt wohl nicht für die Großen“

Kärnten/Wien – Die Sporthilfe-Gala am 10. November sorgt in Eventkreisen für Aufregung: Trotz Veranstaltungsverbots und Ausgangsbeschränkungen tummelten sich die Spitzen von Politik und Gesellschaft in der Wiener Marx-Halle.

 4 Minuten Lesezeit (489 Wörter)

Die Kärntner Veranstaltungswirtschaft kritisiert die Ausführung der diesjährigen Sporthilfe Gala. Diese wurde auch im Fernsehen übertragen. „Dort sah man wie sich Sportler, Showacts und Politiker amüsierten – und das trotz des geltenden Veranstaltungsverbots sowie der aktuellen Ausgangsbeschränkung zwischen 20 und 6 Uhr“, kritisiert Markus Polka, Geschäftsführer des kürzlich geschaffenen WK-Beirats für die Branchen Eventtechnik, Eventagentur, Catering, Infrastruktur, Konzertveranstalter, Dekoration, Location, Feuerwerkstechnik, Clubkonzerte und Hochzeitsplanung.

Kritik an Zeitpunkt der Veranstaltung

„Man darf uns nicht falsch verstehen: Die Ehrung dieser herausragenden Sportlerinnen und Sportler muss selbstverständlich stattfinden. Wir fragen uns aber schon, ob das ausgerechnet während des zweiten Lockdown geschehen muss“, zeigt sich Polka verärgert. Er war selbst jahrelang im Spitzensport unterwegs und weiß um die Bedeutung der öffentlichen Anerkennung: „Diese Männer und Frauen arbeiten unfassbar hart für ihren Erfolg und repräsentieren Österreich international. Dennoch ist aus meiner Sicht eine Veranstaltung in diesem Format zu dieser Zeit unpassend.“

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Rotfuchs-Chef Hannes Dopler, WK-Marketingleiter Markus Polka und WK-Präsident Jürgen Mandl setzen sich für die Kärntner Eventbranche ein.

Rotfuchs-Chef Hannes Dopler, WK-Marketingleiter Markus Polka und WK-Präsident Jürgen Mandl setzen sich für die Kärntner Eventbranche ein. - © WKK/studiohorst

Dem stimmt auch Hannes Dopler, Sprecher des WK-Beirats, zu: „Für tausende Betriebe gilt derzeit ein Arbeitsverbot. Das alleine ist schon katastrophal, aber dann live über den Fernseher zu sehen, dass so eine große Veranstaltung über die Bühne gehen kann, lässt uns in der Branche kopfschüttelnd zurück.“ Nicht nur, dass es laut Dopler der falsche Zeitpunkt für so ein Event war, es zeige auch die mangelnde Empathie gegenüber den Unternehmen: „Seit Beginn der Corona-Krise wird die heimische Veranstaltungswirtschaft ausgebremst. Selbst beim achtzigprozentigen Umsatzersatz fallen viele von uns durch den Rost. Bei allem Respekt, aber da frage ich mich schon, was das soll.“ Nach einigen Recherchen konnten Polka und Dopler eruieren, dass es sich offiziell bei der Sporthilfe-Gala um eine Fernsehaufzeichnung handle und diese daher nicht vom Veranstaltungsverbot betroffen sei. „No Show gilt wohl nicht für die Großen, denn so ein Event nicht als Veranstaltung zu kategorisieren, ist unprofessionell“, sind sich die beiden einig.

Umsatzersatz müsse nachgeschärft werden

Der WK-Beirat streicht noch einmal hervor, dass es bei der Verärgerung nicht darum gehe, die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler schmälern zu wollen, sondern lediglich um faire Bedingungen für die heimische Wirtschaft. „Die Eventbranche und die in der Wertschöpfungskette angeschlossenen Firmen sind extrem vielfältig. Bis auf wenige Ausnahmen wurde auf uns erneut vergessen und viele von uns stehen betriebswirtschaftlich mit eineinhalb Beinen im Grab“, erklärt Hannes Dopler. Markus Polka ergänzt abschließend: „Gerade die Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft unterliegen, wie bereits mehrfach nachgewiesen, erheblichen Schwankungen zwischen den Monaten und den einzelnen Jahren. Deshalb muss beim Umsatzersatz dringend nachgeschärft und auch eine Ausfallshaftungshilfe angedacht werden. Sonst können Veranstaltungen, wie etwa die Sporthilfe-Gala, möglicherweise bald nicht mehr durchgeführt werden, weil es keine Unternehmen mehr dafür gibt.“

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