fbpx

Zum Thema:

25.11.2020 - 15:06Villacher Perchten: „Es geht um die Kinder, nicht ums Geld“17.11.2020 - 13:58Halber Kinder­garten­beitrag im November17.11.2020 - 12:07Hilfe für Eltern: Betreuungs­beiträge um 50 Prozent reduziert16.11.2020 - 09:51Eine Mama für den Notfall
Leute - Kärnten
SYMBOLFOTO © pixabay

Wie verhalte ich mich als Elternteil?

In der Schule beschimpft: „Verpiss dich, du Terrorist“

Kärnten – Vor kurzem meldete sich eine Leserin, mit einem sehr emotionalem Thema bei uns. Sie erzählte, wie der Terror aus Wien bis zu den Jüngsten unserer Gesellschaft vordringt und berichtet von Übergriffen in einer Kärntner Schule. Ihr Wunsch: "Kinder müssen über das Thema sensibel aufgeklärt werden." 

 4 Minuten Lesezeit (507 Wörter) | Änderung am 13.11.2020 - 14.07 Uhr

Eine junge Klagenfurter Mama ist am Rande der Verzweiflung. Seit dem Terroranschlag in Wien hört sie aus ihrem Bekanntenkreis eine Horrorgeschichte nach der anderen. „Der Sohn meiner besten Freundin wurde diese Woche in der Schule als ‚Scheiß Moslem‘ bezeichnet und ihm wurde gesagt ‚Verpiss dich, du Terrorist'“, erzählt sie uns. Darauf hin kam es auch zur körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Kindern. „Wir können doch nicht zusehen, wie Kinder andere Kinder aufgrund von Religion oder Herkunft behandeln und sogar schlagen“. Die junge Mutter hat selbst zwei Kinder. „Es wäre wichtig, dass mehr Eltern erfahren, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten sollen. Viele haben Angst und die Jüngsten wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Wir haben mit einer Kärntner Pädagogin über dieses Problem gesprochen.

Sollte man mit Kindern überhaupt über dieses Thema reden?

Die klare Antwort der Pädagogin: „Ja, wenn sie signalisieren, dass es sie beschäftigt auf jeden Fall. Jeder möchte nur das beste für sein Kind. Leider glauben viele sie schützen ihr Kind, indem sie einfach nichts sagen. Das kann beim Kind aber das genaue Gegenteil auslösen. Sie verstehen nicht was los ist und bekommen noch mehr Angst“.

Wie zeigen uns die Kinder, dass sie darüber reden wollen?

Kinder spüren soviel und sie zeigen es uns auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Die einen stellen klare Fragen, die nächsten spielen es mit ihren Spielsachen nach und wieder andere malen vielleicht ein Bild. „Die Eltern sind die besten Experten für ihr eigenes Kind. Wir sollten die Kinder in so sensiblen Zeiten genau beobachten und individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen“, erklärt die Fachfrau. Dabei ist die Devise: „Hört euren Kindern zu. Geht auf ihre Fragen ein und beantwortet diese kindgerecht. Wenn ihr euch damit überfordert fühlt, ist das absolut ok. Es ist ein schweres Thema. Holt euch im Zweifelsfall Hilfe von öffentlichen Stellen oder der Pädagogen/in eures Vertrauens.“

Wie kann man Kindern das Thema erklären?

Zuallererst erklärt uns die Expertin, dass es dazu natürlich keine pauschale Antwort gibt. Jedes Kind hat ein anderes Umfeld, andere Erfahrungen und einen anderen Zugang zu dem Thema. Eine Erklärung wäre zum Beispiel diese: „Jeder Mensch ist manchmal wütend, aber nicht jeder macht dann das Gleiche. Leider haben manche Leute niemanden zum Reden und die sind dann so wütend, dass sie anderen Menschen wehtun“. Dies ist aber, wie bereits erwähnt, nur eine Möglichkeit.

Viele kleine, feine Dinge

„Wenn ich bemerke, dass das Thema in der Gruppe aufkommt, arbeite ich dazu gerne mit Bilderbüchern. Die Kinder haben genug Zeit um die Visualisierungen zu verarbeiten und sich mit dem Thema in ihrem Tempo auseinanderzusetzen“, erklärt die Pädagogin. Sie selbst greift das Thema auch im Jahreskreis auf und lässt bei Geburtstagsfeiern die Nationalität des Kindes bewusst mit einfließen. „Das sind nur viele kleine Dinge, aber oft machen genau diese Dinge später einen großen Unterschied“.

Schlagwörter:
ANZEIGE