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Aktuell - Kärnten
LH Peter Kaiser
LH Peter Kaiser © LPD Kärnten/Just

Kärnten reagiert

Schulschließungen: „KURZsichtig mit Langzeitfolgen“

Kärnten – Nach dem heute verkündeten Lockdown durch Bundeskanzler Sebastian Kurz, um das Corona-Virus einzudämmen, spricht Bildungsreferent LH Peter Kaiser aufgrund der rasch steigenden Infektionszahlen von einem notwendigen logischen Schritt. „Wir müssen alles daran setzen, uns selbst und damit andere zu schützen, um unsere Gesundheit und das Versorgungssystem im Allgemeinen aufrechtzuerhalten“, so LH Peter Kaiser in einer ersten Reaktion.

 4 Minuten Lesezeit (548 Wörter) | Änderung am 14.11.2020 - 19.16 Uhr

Überrascht zeigt sich LH Kaiser jedoch über die Schließung von Schulen und Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen, die entgegen aller Expertenmeinungen, der Meinung der Bildungsreferenten und der LH-Konferenz entschieden wurde. „Kinder haben nicht nur eine Schulpflicht, sondern auch ein Recht auf Schule und Bildung, sowie soziale Kontakte“, so Kaiser. Zudem haben auch viele Eltern vor allem in systemerhaltenden Berufen – Ärzte, Krankenhauspersonal, Rotes Kreuz, Supermarktpersonal – keine Möglichkeit einer alternativen Betreuung.

„Kärnten wird allen Kindern die gleichen Bildungschancen ermöglichen“

„Hier sprechen wir von einer KURZsichtigkeit mit Langzeitfolgen – denn hier wird vielen Kindern nachhaltig Schaden zugefügt, für den die Bundesregierung Verantwortung trägt“, findet Kaiser klare Worte. In Kärnten werde jedenfalls, gemeinsam mit der Bildungsdirektion, alles unternommen werden, möglichst allen Kindern die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen“, so Kaiser. Auch Bedienstete des jetzt so notwendigen Krankenhauspersonals haben Familien und Kinder – sie sind in der jetzigen Zeit, wo es darum geht, sämtliches Personal zur Verfügung zu haben, besonders gefordert. Kinder die zwischen 6 und 10 Jahren sollen Lernunterlagen in Papierform bekommen.

„Mit der Schließung von Schulen und Kinder- und Betreuungseinrichten wird ihnen ein weiteres Problem aufgebürdet – das bestätigt auch Krankenhaussprecher Primarius Rudolf Likar. Es darf zu keinen Personalausfällen in Krankenhäusern aufgrund der Betreuungspflicht kommen“, warnt Kaiser. Für Kaiser steht fest: Lockdown ja – wir müssen das Virus in den Griff bekommen und die Infektionszahlen senken. „Daher halten wir uns an die Covid-Regeln, halten wir Abstand, damit schützen wir uns selber und damit auch unser Gegenüber.“

Team Kärnten/Köfer: „Zweiter harter Lockdown ist Super-GAU“

„Kurz, Kogler und Co scheint es wenig zu interessieren, wie es den Schülern, deren Eltern, den Unternehmen und Mitarbeitern heute mit den neuen Maßnahmen geht. Dieser zweite harte Lockdown wäre absolut vermeidbar gewesen“, hält Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer in einer Reaktion auf die Pressekonferenz der Bundesregierung fest. Die Hauptleidtragenden des zweiten Lockdowns seien für Köfer die Schüler und viele Firmen im Land, von den Friseuren bis hin zum kleinen Modegeschäft: „Für diese ist heute der Super-GAU schlechthin eingetreten. Tausende Betriebe werden diese Phase bis Anfang Dezember wirtschaftlich und finanziell nicht überleben, Arbeitsplätze werden vernichtet. Ein konkretes Rettungspaket ist überhaupt noch nicht ausgestaltet. Die Regierung lässt auch die Frage völlig unbeantwortet, wie Home-Office und Home-Schooling parallel funktionieren sollen. Lernverlust wird billigend in Kauf genommen und die Schulen ohne wissenschaftlicher Basis geschlossen.“

ÖVP-Landesparteiobmann Martin Gruber:

„Gerade in Kärnten hat uns die Entwicklung der Pandemie in den letzten Tagen auf drastische Weise vor Augen geführt, dass sich zu viele Menschen offenbar nicht an die Empfehlungen von Ärzten und Behörden gehalten haben. Die Situation hat sich dramatisch verschärft und es müssen alle Alarmglocken schrillen! Wir stehen kurz vor einem Flächenbrand und deshalb braucht es jetzt einen gemeinsamen Kraftakt, damit die Gesundheitsversorgung nicht zusammenbricht. Dass Patienten in Österreich nicht die Versorgung bekommen, die sie brauchen, dürfen wir nicht zulassen. Auch wenn es viel von uns abverlangt, es gibt keine Alternative mehr zu harten Maßnahmen. Deshalb appelliere ich dringend an alle Kärntnerinnen und Kärntner, sich uneingeschränkt an die Maßnahmen zu halten. Vermeiden Sie jedes Risiko. Helfen Sie mit, dieses furchtbare Virus einzudämmen!“​

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