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Wirtschaft - Kärnten
© pixabay

Eine Studie zeigt:

Mülltrennung und was wir noch darüber lernen müssen

Kärnten – Repräsentative Studie: 80 Prozent der Österreicher geben an, ihren Müll überwiegend zu trennen. Zwei Drittel ist sich bewusst, dass aus Abfall wertvolle Ressourcen gewonnen werden. Allerdings wissen nur 45 Prozent mit Sicherheit, wie Abfall korrekt getrennt wird. Jüngere Befragte schneiden dabei deutlich schlechter ab als Ältere.

 4 Minuten Lesezeit (574 Wörter)

Mülltrennung = Klimaschutz. Laut einer aktuellen Studie scheint das den Österreichern ziemlich klar zu sein. Über 90 Prozent stimmen zu, dass „Mülltrennung wichtig und richtig ist“, die meisten bestätigen, dass sowohl der Klimaschutz als auch die getrennte Sammlung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. So bejahen acht von zehn Befragten, Wertstoffe wie Papier, Glas, Metalle oder Kunststoffe in der Regel getrennt zu sammeln.

Über 60-Jährige schneiden besser ab als unter 30-Jährige

90 Prozent der Österreicher fordern, dass Industrie und Wirtschaft Produkte aus recyceltem Material herstellen, um Ressourcen zu schonen. „Ich freue mich über die Ergebnisse der Studie. Denn wer Müll trennt, sammelt wertvolle Rohstoffe, trägt so zum Recycling bei und schont damit unsere Umwelt“, betont Gaby Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).
Defizite gibt es allerdings beim Wissen zum Thema Mülltrennung und zum Teil auch bei der Umsetzung. So sind sich nur 37 Prozent der unter 30-Jährigen ganz sicher, welcher Abfall in welche Mülltonne gehört, bei den über 60-Jährigen sind es 53 Prozent. In Rahmen der repräsentativen Studie wurden mehr als 500 Österreicherinnen und Österreicher zum Thema „Abfall & Recycling“ befragt.

Enorme Zustimmung – „Abfall ist Ressource“

Die Studie belegt eine enorme Zustimmung der Bevölkerung zu Mülltrennung, Recycling und Klimaschutz: So bestätigen 50 Prozent der Befragten, ihren Abfall stets gewissenhaft und sorgfältig zu trennen, weitere 30 Prozent stimmen dieser Aussage „eher zu“. Generell trennen Frauen etwas mehr als Männer (insgesamt 84% vs. 76%) und Ältere sorgfältiger als Junge (87% über 60 vs. 69% unter 30).
42 Prozent der Österreicher geben sogar an, ihren Biomüll selbst zu kompostieren. Abfall wird als wichtige Ressource gesehen, die im Sinne der Kreislaufwirtschaft wieder zum Einsatz kommt. So bevorzugen auch 60 Prozent der Österreicher beim Einkaufen – sofern möglich – Produkte, die aus recyceltem Material gemacht werden bzw. darin verpackt werden. Knapp 90 Prozent ist bewusst, dass Umweltschutz bei ihnen selbst beginnt.

Wissenslücken schließen

Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch große Wissenslücken auf, vor allem unter jungen Menschen: Nur der Hälfte ist voll und ganz bewusst, dass Lithium-Batterien hochexplosiv sind und daher in keinem Fall im Restmüll entsorgt werden dürfen (über 60 Jahre: 85%). Passiert das nicht, können sie gefährliche Brände auslösen. Dass Abfälle eine wichtige Ressource sind, bestätigen nur 35 Prozent der Jungen, aber fast doppelt so viele ältere Befragte. Jüly: „Generell zeigt sich, dass der Wille zur Mülltrennung da ist, aber es manchmal am Wissen und an der Umsetzung scheitert. Wir müssen daher Wissenslücken rund um das Thema Mülltrennung schließen und die Bevölkerung besser informieren, wie sie durch die getrennte Sammlung zum Klimaschutz beitragen können. Dann bin ich überzeugt, dass wir noch mehr Menschen dazu bewegen können, ihren Müll nachhaltig zu trennen.“

Zukunftsmotor Kreislaufwirtschaft

Abfall ist eine wertvolle Ressource. Ziel der Abfall- und Ressourcenwirtschaft ist es, so viele Wertstoffe wie möglich im Kreislauf zu halten, um Umwelt und Klima zu entlasten. So bestätigen auch 87 Prozent der Befragten, dass Recycling sinnvoll und notwendig ist. Gerade in Zeiten von Ressourcenknappheit ist der Einsatz aus recycelten Materialien eine Entlastung für Klima und Umwelt. „Letztlich funktioniert unsere Kreislaufwirtschaft wie jede Marktwirtschaft. Sie wird getrieben von Angebot und Nachfrage. Nur, wenn die Nachfrage nach recycelten Produkten gegeben ist, werden diese von den Herstellern angeboten– es liegt also an jedem Einzelnen von uns, darauf zu achten“, so Gaby Jüly abschließend.

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