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Wirtschaft - Kärnten
Heute wurde vom Land Kärnten die
Heute wurde vom Land Kärnten die "Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten" präsentiert. © Dieter Kulmer Photography

"Gemeinsam an einem Strang ziehen":

Land Kärnten präsentiert „Arbeitsmarkt­strategie 2021+“

Kärnten – Das Jahr 2020 gestaltet sich bisher als der Inbegriff der Unvorhersehbarkeit und stellte damit unter Beweis, wie wichtig eine gut funktionierende Zusammenarbeit und Gesprächsbasis für den Kärntner Arbeitsmarkt ist. Heute wurde daher die „Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten“ präsentiert.

 8 Minuten Lesezeit (986 Wörter)

„Der Erfolg der Arbeitsmarktstrategie 2020+ gibt uns recht. Nur wenn man gemeinsam an einem Strang zieht, gemeinsam Mittel und Wege findet, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken, kann den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Kärnten sinnstiftende Arbeit geboten, den Unternehmen die dringend benötigten Fachkräfte vermittelt sowie über Qualifizierung unternehmerisch-innovative Wettbewerbsfähigkeit ermöglicht und der ländliche Raum attraktiviert werden“, betont Arbeitsmarktreferentin LHStv.in Gaby Schaunig.

Die Arbeitsmarktstrategie 2021+

Die „Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten“ baut auf der Beschäftigungs- und Qualifizierungsstrategie 2020+ auf, integriert die EU-Programme der kommenden Jahre und ist erneut als „living paper“, sprich ein sich ständig weiterentwickelndes Dokument, konzipiert, um flexibel auf die sich ständig dynamisch verändernden Bedingungen und Begebenheiten des Arbeitsmarktes reagieren zu können. Neu ist beispielsweise das Handlungsfeld E: „Arbeitsmarktpolitische Strategien bei außergewöhnlichen Ereignissen“, das es der Kernpartnerschaft Land Kärnten und AMS Kärnten ermöglicht, als Krisenstab in Ausnahmesituationen zu fungieren, um Arbeitssuchenden, Beschäftigten und Unternehmen rasche und unmittelbare Hilfe in Krisensituationen bereitzustellen. „Die enge Abstimmung zwischen den Kernpartnern bewährt sich in der Covid-19-Krise anhaltend und zeigt, wie gut dieses System funktioniert, wenn rasche und gezielte Arbeitsmarkthilfe benötigt wird. Allen großen und kleinen Herausforderungen und Hürden, die sich im Bereich des Arbeitsmarktes stellen, können wir so für die in Kärnten lebenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit nachweislich geeigneten Instrumenten die Stirn bieten“, so Schaunig.

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Laut LHStv.in Gaby Schaunig müsse das Land Kärnten mit den Kernpartnern eng zusammenarbeiten, um den Herausforderungen am Arbeitsmarkt die Stirn zu bieten.

Laut LHStv.in Gaby Schaunig müsse das Land Kärnten mit den Kernpartnern eng zusammenarbeiten, um den Herausforderungen am Arbeitsmarkt die Stirn zu bieten. - © LPD Kärnten/Wajand

Kreative und innovative Lösungen für Arbeitsmarkt

„Die Corona-Krise hat einen langen positiven Trend am Kärntner Arbeitsmarkt mit Wucht gestoppt. Doch nicht nur deshalb stehen wir am Arbeitsmarkt vor vielen und großen Herausforderungen, sondern auch aufgrund des generellen, dynamischen Wandels, der sich seit geraumer Zeit am Arbeitsmarkt vollzieht und sich zunehmend beschleunigt. Stichwort: Digitalisierung“, erläutert AMS Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig unter Verweis auf eine der Querschnittmaterien, die sich durch die neu aufgesetzte Arbeitsmarktstrategie zieht: „Um diesen komplexen Herausforderungen bestmöglich zu begegnen, bedarf es eines starken Teams, um aus verschiedenen Blickwinkeln Lösungen zu finden. Diesen Weg setzen wir fort. Die „Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten“ ist vergleichbar mit einer Leitplanke: Sie soll dazu beitragen, dass Maßnahmen und Mittel gebündelt, effektiv und effizient eingesetzt werden. Dabei ist es unser Ziel und Anspruch, nicht nur bestehende Maßnahmen fortzuführen, sondern im Dialog weiter zu denken. Denn der Arbeitsmarkt der Zukunft braucht kreative und innovative Lösungen.“

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Laut AMS Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig soll die „Arbeitsmarktstrategie 2021+“ dafür sorgen, dass Maßnahmen und Mittel effektiver eingesetzt werden.

Laut AMS Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig soll die „Arbeitsmarktstrategie 2021+“ dafür sorgen, dass Maßnahmen und Mittel effektiver eingesetzt werden. - © WKK-Kärnten/Fritz-Press

Mandl: „Wandel ist bereits in Gang“

Auch die Kärntner Wirtschaft steht hinter der Arbeitsmarktstrategie und ihren Zielsetzungen. Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl betont: „Lange Zeit haben wir vom Wandel unter Stichworten wie Digitalisierung, neue Berufsbilder und lebenslanges Lernen gesprochen, mittlerweile kann man in vielen Bereichen unschwer erkennen, wie dynamisch er bereits im Gang ist.“ Das vorliegende Papier diene als Wegbeschreibung und Orientierungshilfe für diese gemeinsame Reise in die Zukunft der Arbeit. Der Wirtschaft geht es dabei vor allem um die Modernisierung und Aufwertung der dualen Berufsbildung, die nach wie vor ein unverzichtbarer Wettbewerbsvorteil des Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandortes Kärnten sei, unterstrich Mandl: „Wir begrüßen daher nicht nur die verpflichtende Evaluierung und Modernisierung sämtlicher Lehrberufe alle fünf Jahre, sondern unterstützen massiv auch die Einführung neuer Lehrberufe mit den Schwerpunkten Digitalisierung und Ökologisierung.“ Besonderes Augenmerk wolle man auf die Attraktivierung technischer Lehrberufe und die weitere Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen dem formalschulischen und dem berufsbildenden System legen, betonte Mandl.

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Besonderes Augenmerk möchte WKK-Präsident Jürgen Mandl auf die Attraktivierung technischer Lehrberufe legen.

Besonderes Augenmerk möchte WKK-Präsident Jürgen Mandl auf die Attraktivierung technischer Lehrberufe legen. - © WKK/Helge Bauer

Die fünf Handlungsfelder

Die „Arbeitsmarktstrategie 2021+ für Kärnten“ besteht aus insgesamt fünf Handlungsfeldern. Das Handlungsfeld A: „Jugendliche und junge Erwachsene“ konzentriert sich auf die Berufsorientierung, die Fachkräfteausbildung sowie die Arbeitsmarktintegration des Kärntner Nachwuchses. Handlungsfeld B: „Beschäftigung und Qualifizierung von Arbeitssuchenden“ legt den Schwerpunkt auf die Steigerung der Arbeitsmarktchancen von Arbeitssuchenden unter anderem durch Begleitung, Coaching, Qualifizierung. Handlungsfeld C: „Beschäftigung und Qualifizierung im unternehmerischen Umfeld“ setzt unter anderem zur Wahrung der Innovationskraft und der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen dank qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Handlungsfeld D „Beschäftigung und Qualifizierung im regionalen Kontext“ fokussiert sich nicht nur auf die Integration diverser EU-Förderprogramme, sondern zielt auch auf die Stärkung der regionalen Wirtschaft ab, wohingegen das Handlungsfeld E: „Arbeitsmarktpolitische Strategien bei außergewöhnlichen Ereignissen“ auf rasche Maßnahmenimplementierung in Krisensituationen abzielt. All diese Handlungsfelder werden von den fünf Querschnittmaterien – Digitalisierung, Fachkräftequalifizierung, Inklusion, Lebenslanges Lernen und Kompetenzorientierung – durchzogen.

FPÖ-Darmann fordert Ausbildungsangebote für den Pflegeberuf

Auch aus der Kärntner Politik gibt es Reaktionen auf heute präsentierte „Arbeitsmarktstrategie 2021+“. Der Kärntner FPÖ-Chef Klubobmann Gernot Darmann erklärt in einer aktuellen Aussendung: „Ich begrüße die seit vielen Jahren von der FPÖ eingemahnten und nunmehr verspätet gestarteten Bemühungen, in die Ausbildung von Fachkräften zu investieren. Es wird aber auch hier die Chance ausgelassen, eine massive Offensive im Bereich der Pflegeberufe in Angriff zu nehmen. Der Engpass in den Pflegeheimen wird sich weiter verschärfen. Die Corona-Krise führt dazu, dass sich viele beruflich umorientieren wollen oder müssen. Daher wäre es wichtig, attraktive Ausbildungsangebote für den Pflegeberuf zu machen.“ Darmann betont abschließend: „Die Wirtschaft braucht jetzt zur Stärkung des Arbeitsmarktes und zum Erhalt der Arbeitsplätze keine akademischen Diskussionen, sondern mehr denn je Entbürokratisierung und Entlastungen. Denn nicht die Politik schafft die Arbeit, sondern die Wirtschaft.“

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Für FPÖ-Kärnten-Chef Gernot Darmann ist es wichtig, attraktive Ausbildungsangebote für den Pflegeberuf zu schaffen.

Für FPÖ-Kärnten-Chef Gernot Darmann ist es wichtig, attraktive Ausbildungsangebote für den Pflegeberuf zu schaffen. - © FPÖ

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